Batshuayi vertreibt BVB-Blues – aber keine Kaufoption

WM 2018
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Michy Batshuayi hat bei Borussia Dortmund eingeschlagen wie eine Bombe. Der Leihspieler lässt den unrühmlichen Abgang von Pierre-Emerick Aubameyang vergessen. Doch genau da liegt auch das Problem. Batshuayi ist nur vom FC Chelsea ausgeliehen. Auf eine Kaufoption konnte sich der BVB mit den Londonern nicht einigen. Und nach der WM könnten die Preise für den Belgier explodieren. 

Zwei Spiele, drei Tore, eine Vorlage. So lautet die bisherige Fabelstatistik des Michy Batshuayi bei Borussia Dortmund. Beide Spiele gewannen die Schwarz-Gelben. In einer Phase in der eigentlich der Winter-Blues am Borsigplatz regierte.

Die Aufbruchstimmung unter dem neuen Coach Peter Stöger schien nach drei Unentschieden gegen Wolfsburg, Berlin und Freiburg schon wieder verflogen. Hinzu kam das unsägliche Wechseltheater von Pierre-Emerick Aubameyang, der am letzten Tag des Transferfensters zu Arsenal London transferiert wurde. Als sein Ersatz wurde Michy Batshuayi von Chelsea London für die Rückrunde ausgeliehen. Ohne Kaufoption.

Und das könnte dem BVB für die kommende Saison zum Verhängnis werden. Spielt der 24-Jährige weiterhin so erfolgreich und treffsicher auf, dürfte er mit seinem Heimatland Belgien im Sommer zur WM fahren. Auch wenn im belgischen Sturmzentrum mit Romelu Lukaku und Dries Mertens enorm starke Konkurrenz wartet, schon Joker-Einsätze dürften ausreichen, um den Marktwert des gebürtigen Brüsselers weiter in die Höhe zu treiben.

Watzke über Batshuayi, Aubameyang und Dembele

Das war sicherlich auch die Überlegung des FC Chelsea bei den Verhandlungen mit Dortmund über ein Leihgeschäft. Schlägt ihr Profi beim BVB ein, darf er sich bei der WM präsentieren. Und verstärkt dann entweder wieder den Chelsea-Kader oder wechselt für eine ungleich höhere Summe als per Kaufoption denkbar gewesen wäre.

Die Unmöglichkeit einer Kaufoption im Leihvertrag bestätigt nun auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: „Es war ums Verrecken nicht möglich, eine Kaufoption zu bekommen. Wenn Roman Abramowitsch (Chelsea-Besitzer; Anm. d. Red.) ‚nein‘ sagt, dann heißt es ‚nein‘. Aber eine Chance gibt es immer,“ will Watzke die Hoffnungen auf einen Sommer-Transfer noch nicht begraben. Die Frage ist nur, wie hoch der Preis dann ist.

Auch zu dem abgewanderten Aubameyang äußerte sich der Geschäftsführer der Schwarz-Gelben: „Mit Aubameyang hatte ich mittlerweile Kontakt, er hat mir gesagt, er hat sich nicht gut benommen, aber es musste gelöst werden. Am Ende spielte mit, dass er 2016 hätte gehen können, da hat er aber gesagt, ich bleibe hier. Das hat jetzt am Ende den Ausschlag gegeben, ihn jetzt gehen zu lassen.“

Die Situation war bei dem Gabuner demnach auch eine andere als bei Ousmane Dembele, der im vergangenen Sommer seinen Transfer zu Barcelona erstreikte. „Bei einem Angebot von 60 Millionen Euro hätten wir Dembélé auf die Tribüne gesetzt, aber bei einem Angebot von 147, 148 Millionen müssen wir ökonomisch denken.“