Confed Cup 2017: Videobeweis sorgt für Verwirrung

Public Viewing während der WM 2018
Foto: AxelHH / Wikipedia (CC BY 3.0)

Drei Partien des Confederations Cups sind gespielt und schon jetzt hat sich der erstmals bei einem großen Turnier eingesetzte Videobeweis bewährt. In den beiden Sonntagsspielen zwischen Portugal und Mexiko (2:2) sowie Kamerun und Chile (0:2) wurden vier Entscheidungen in letzter Konsequenz nach Rücksprache mit den Video-Schiedsrichtern gefällt und dadurch vier Fehler vermieden. Die Art und Weise, wie der Videobeweis zur Anwendung kam, sorgte allerdings für Verwirrung und hat sicherlich noch Optimierungspotential.

Die Reaktionen am Sonntagabend waren jedenfalls geteilter Meinung. Während man sich einerseits darüber freute, dass Fehlentscheidungen vermieden werden konnten, störten sich nicht wenige Fans daran, dass nach einem Treffer erst einmal unklar war, ob dieser auch zählen würde und bis zum endgültigen Entscheid eine quälend lange Zeit verging.

Die Kritik zielte in erster Linie auf das Abendspiel zwischen Kamerun und Chile. Während zuvor Portugals Pepe ein Abseitstor relativ zügig aberkannt und die portugiesische 2:1-Führung durch Cedric Soares als regulär bestätigt werden konnte, sorgte vor allem eine hauchdünne Abseitsposition von Chiles Eduardo Vargas vor dem vermeintlichen 1:0 für Chaos.

Vargas stand mit der Kniespitze vor dem letztem Abwehrspieler Kameruns, als Arturo Vidal den Ball durchsteckte. Mit bloßem Auge war eine Abseitsposition unmöglich zu erkennen, doch nach mehrfacher Betrachtung der TV-Bilder wurde der Treffer letztlich aberkannt. Bis zur Entscheidungsfindung dauerte es aber einige Zeit, während der der chilenische Jubel abebbte und dann in heftige Proteste gegenüber Schiedsrichter Damir Skomina umschlug, obwohl die Entscheidung korrekt war.

Chile-Coach zeigt Verständnis

Chiles Trainer Juan Antonio Pizzi, der nach dem letztlich entscheidenden 2:0-Treffer durch Vargas bereits in der Nachspielzeit erneut bangen musste, dann aber nach einer Überprüfung des Tores jubeln durfte, zeigte sich nach Spielschluss indes durchaus verständnisvoll für die Anlaufschwierigkeiten beim Videobeweis: „Ich denke, dieses System braucht Zeit. Die FIFA wird es genau evaluieren müssen. Am Ende wird diese Technologie aber wahrscheinlich mehr Gerechtigkeit in das Spiel bringen.“

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