Deutschlands Sturmhoffnung heißt Timo Werner

Deutschland in der WM-Qualifikation 2018
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Lange nicht mehr drängte sich ein deutsches Sturmtalent so vehement auf, wie Timo Werner dies seit seiner Ankunft in Leipzig schafft. Drei extrem erfolgreiche Halbserien für die Roten Bullen, sowie starke Auftritte im Trikot der Nationalmannschaft machen ihn zu Deutschlands Stürmer Nummer 1 und einem legitimen Hoffnungsträger für die WM in Russland im Sommer.

Bei der EM 2016 in Frankreich plagte Deutschland eine Position ganz besonders: der Sturm. Mit Mario Gomez stand lediglich ein gelernter Mittelstürmer im Aufgebot, dieser verletzte sich dann zu allem Überfluss auch noch im Viertelfinale. Mit vielen technisch starken, aber im Abschluss zu unbeständigen Spielern war die deutsche Elf leicht auszurechnen.

Eineinhalb Jahre später stellt sich das Angebot im Sturm ganz anders dar. Gomez ist aus der Türkei wieder auf die größere Bühne Bundesliga zurückgekehrt. Max Kruse macht wieder auf, statt neben, dem Platz auf sich aufmerksam. Sandro Wagner hat sich selbst zwischenzeitlich zum besten deutschen Stürmer ernannt. Und über allem thront ein 21-jähriges Toptalent: Timo Werner.

Seit seinem Wechsel nach Leipzig im Sommer 2016 sind Werners Leistungen und Statistiken geradezu explodiert. 21 Tore in seiner ersten Saison für die Roten Bullen, in der Hinrunde dieser Saison schon wieder 8 Treffer. Und Werner trifft nicht nur selbst, sondern gab bereits auch schon 10 Vorlagen im Trikot der Leipziger.

Schnelligkeit, Kaltschnäuzigkeit, Erfahrung: Komplettpaket Werner

Timo Werners größte Waffe ist seine Schnelligkeit. Dadurch kann er dem deutschen Team vor allem in Spielen gegen technisch ähnlich starke Gegner wie etwa Spanien oder Brasilien weiterhelfen. Diese Teams werden nicht mit Mann und Maus verteidigen, sondern selbst den Ball in ihren Reihen haben wollen. So ergeben sich Räume für Konter, die mit einem Timo Werner – aber auch einem Leroy Sane – eiskalt ausgenutzt werden können.

Eiskalt zeigt sich Werner mittlerweile auch vor dem Tor. War er in seiner Stuttgarter Zeit noch als Chancentod verschrien, belegen die nackten Zahlen wie effizient die deutsche WM-Hoffnung mittlerweile geworden ist. 29 Tore in 46 Bundesligaspielen für Leipzig, dazu 3 Treffer in der Gruppenphase der Champions League und 7 Tore in 10 Länderspielen für Deutschland – die Statistik eines absoluten Weltklasse-Angreifers.

Diese Klasse nachzuweisen gilt es im Sommer in Russland. Nervös dürfte Werner der Druck einer WM aber nicht machen, denn auch negative Erfahrungen musste er bereits wegstecken. Nach einer dummen Schwalbe gegen Schalke 04 wurde er – als Spieler von RB Leipzig sowieso immer unter besonderer Beobachtung – monatelang aufs Übelste ausgepfiffen und beleidigt, auch bei Spielen der DFB-Elf. Doch auch diese extreme psychische Belastung stand seiner Entwicklung nicht im Weg. Ganz im Gegenteil, Timo Werner scheint dadurch nur noch stärker geworden zu sein.