DFB-Sportdirektor Hansi Flick tritt zurück

Hansi Flick
Foto: Thomas Holbach / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Paukenschlag beim Deutsch Fußball-Bund! Wie der DFB diese Woche bekannt gab, wurde der Vertrag mit Sportdirektor Hansi Flick vorzeitig aufgelöst. Der 51-jährige Flick zieht sich laut Angaben des DFB aufgrund von familiären zurück. Bis auf weiteres wird U21-Nationaltrainer Horst Hrubesch als Interimslösung die Tätigkeiten von Flick übernehmen.

Diese Meldung dürfte viele Fußballfans in Deutschland überraschen. Nach knapp zehnjähriger Tätigkeit beim Deutschen Fußball-Bund hat Sportdirektor Hansi Flick diese Woche sein Amt als Sportdirektor niedergelegt. Genauer gesagt wurde der Vertrag des 51-jährigen mit dem DFB, auf eigenen Wunsch, vorzeitig aufgelöst. Ursprünglich hatte Flick noch ein laufendes Arbeitspapier bis zum Sommer 2019 und wäre somit auch noch während der WM 2018 in Russland für den DFB und die Nationalmannschaft tätig gewesen.

Im Rahmen einer Pressemitteilung, die der DFB am Montag veröffentliche, äußerte sich Flick wie folgt zu seinen Beweggründen: „Ich bin dem Präsidium dankbar für das Verständnis und Entgegenkommen. Hinter mir liegen zehn tolle Jahre beim DFB. Es war eine spannende, erfolgreiche, aber auch intensive Zeit.“ Flick betonte zudem, dass ausschließlich private bzw. familiäre Gründe für diese Entscheidung ausschlaggebend sind: „Es gibt aktuell weder andere sportliche Ambitionen noch gibt oder gab es irgendwelche Probleme, der einzige Grund ist der persönliche Wunsch, mich in der nächsten Zeit mehr auf meine Familie konzentrieren zu können.“

DFB-Präsident Reinhard Grindel bedauerte die Entscheidung von Flick und lobte diesen für sein Engagement in den vergangenen Jahren: „Er hat sich in den zehn Jahren beim DFB große Verdienste um den deutschen Fußball erworben. Er hat an der Seite von Jogi Löw maßgeblich zum Gewinn des WM-Titels beigetragen und als Sportdirektor wichtige Weichen für die Zukunft gestellt.“

Der ehemalige Bundesliga-Profi Flick war von 2006 bis 2014 Co-Trainer bei der deutschen Nationalmannschaft, ehe dieser nach dem WM-Titelgewinn 2014 ins DFB-Management wechselte und neuer Sportdirektor wurde.

Oliver Bierhoff macht sich auf die Suche nach einem neuen Sportdirektor

Anfang März startet die WM-Qualifikation 2018 in die heiße Phase und in weniger als sechs Monaten wird die DFB-Auswahl am Confed Cup 2017 teilnehmen. In den kommenden Wochen und Monaten gibt es somit durchaus einiges zu tun auf Seiten des DFB. Die Suche nach einem neuen Sportdirektor dürfte sicherlich bereits im vollen Gange sein. Wie der DFB bekannt gab, wird U21-Nationaltrainer Horst Hrubesch vorerst die Nachfolge von Flick als Interimslösung übernehmen. Grindel betonte zudem, dass man sich auf der Suche nach einer langfristigen Lösung Zeit lassen werde.

Teammanager Oliver Bierhoff äußerte sich wie folgt zu der Suche nach einem Flick-Nachfolger: „Es ist entscheidend, dass man die Rolle des Sportdirektors neu definiert. Wir brauchen auf jeden Fall einen sportlichen Fachmann, ob der nun technischer Direktor oder Sportdirektor heißt, oder wie auch immer.“

Flick war erst der dritte DFB-Sportdirektor seit der Einführung des Postens beim DFB. Dieser wurde auf Initiative des ehemaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann im Jahr 2006 vor der Heim-WM „ins Leben gerufen“. Mit Matthias Sammer und Robin Dutt haben die beiden Flick-Vorgängern den Job bereits freiwillig aufgegeben, allerdings um unmittelbar danach in der Bundesliga bei Bayern München und Werder Bremen einzusteigen.

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