DFB-Team: Confed Cup-Nominierung von Kerem Demirbay sorgt für Verwirrung

Kerem Demirbay
Foto: Fuguito / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Die Nominierung von Kerem Demirbay für den Confed Cup 2017 durch Bundestrainer Joachim Löw sorgt aktuell für ordentliches Aufsehen. Der türkische Fußballverband hat sich nach der Berufung des 23-jährigen Mittelfeldspielers öffentlich zur Wort gemeldet und betont, dass der Deutsch-Türke sich bereits für die türkische Nationalmannschaft entschieden hätte. Der TFF veröffentlichte zudem ein Schreiben von Demirbay welches diesen Umstand belegen soll.

Kerem Demirbay ist einer von insgesamt sechs Debütanten die Bundestrainer Joachim Löw heute in den deutschen Confed Cup-Kader berufen hat. Der 23-jährige Profi von der TSG 1899 Hoffenheim spielt eine starke Saison bei den Kraichgauern und hat in 26 Bundesligaspielen sechs Tore erzielt und weitere zehn vorbereitet.

Die Nominierung des Deutsch-Türken dürfte sicherlich viele Fußballfans in Deutschland überrascht haben. Insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass Demirbay 2013 bereits zwei Spiele für die türkische U21-Nationalmannschaft absolviert. Rein rechtlich betrachtet ist ein Wechsel von der türkischen zur deutschen Nationalmannschaft noch möglich, da Demirbay bisher noch kein Länderspiel für die türkische A-Nationalmannschaft bestritten hat. Doch der türkische Fußballverband hat sich kurze Zeit nach der Nominierung durch Joachim Löw zu der Situation geäußert und betont, dass Demirbay sich bereits für die türkische A-Nationalmannschaft entschieden hätte.

Im Rahmen einer Pressemitteilung ließ man verlauten: „Demirbay wird für die Türkei spielen und wird im Trainingslager erwartet. Für die Partie gegen den Kosovo ist er fest eingeplant.“ Auch Nationaltrainer Fatih Terim äußerte sich zu der Nominierung von Demirbay durch den DFB: „Kerem hat sich für die Türkei entschieden, nicht für Deutschland. Wir haben seine Papiere und erwarten ihn in unseren Reihen.“

Darüber hinaus veröffentliche der TFF einen Brief von Demirbay vom 15. Mai dieses Jahres an die FIFA, in dem der Profi seinen Wunsch zukünftig für die Türkei zu spielen zum Ausdruck bringt.

Gegenüber der WELT äußerte sich Demirbay wie folgt dazu: „Ich freue mich sehr über die Nominierung von Bundestrainer Joachim Löw für den Confed-Cup in Russland. Für mich ist klar, dass ich der Einladung folge und für mich ein Traum in Erfüllung geht. Ich habe mich entschieden, für Deutschland zu spielen, da ich hier geboren wurde und aufgewachsen bin und mich auch mit der Deutschen Nationalmannschaft identifiziere.“

Im türkischen Sportmagazin Fanatik wird Demirbay darüber hinaus wie folgt zitiert: „Ich habe meine Meinung geändert, habe mich für Deutschland entschieden. Wie ich immer wieder betont habe, habe ich vorher niemandem mein Wort gegeben.“

Es wird spannend zu sehen wie sich die Geschichte entwickelt. Demirbay ist nicht der erste Deutsch-Türke, der sich gegen das Heimatland seiner Eltern für die die DFB-Elf entschieden hat. Auch Mesut Özil hatte 2009 die Qual der Wahl und entschied sich vor der WM 2010 für die deutsche Nationalmannschaft.

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