DFB-Team: Wer schafft den Sprung ins deutsche WM-Aufgebot?

Leroy Sane
Foto: Ailura / Wikipedia (CC BY-SA 3.0 AT)

Nach der erfolgreichen WM-Qualifikation wird Bundestrainer Joachim Löw die verbliebenen knapp acht Monate dazu nutzen um sein „perfektes“ Aufgebot zu finden.  Insgesamt 23 Spieler darf Löw kommenden Sommer zur WM-Endrunde nach Russland mitnehmen. Wir werfen einen Blick auf den aktuellen deutschen Spielerpool und wer sein WM-Ticket schon sicher hat bzw. wer auf der Kippe steht.

Insgesamt 36 Spieler hat Bundestrainer Joachim Löw im Länderspieljahr 2017 eingesetzt, viele (neue) Spieler konnten dabei überzeugen und machen sich durchaus berechtigten Hoffnungen auch kommendes Jahr bei der WM 2018 in Russland dabei zu sein. Während in der WM-Qualifikation 2018 primär erfahrene Spieler zum Einsatz kamen, nutzte Löw den Confed Cup 2017 um sog. „Perspektivspielern“ eine Chance zu geben. Allein der Titelgewinn macht deutlich, dass viele junge Spieler durchaus das Potenzial haben, sich dauerhaft in der A-Nationalmannschaft fest zu spielen.

Löw selbst hatte vor kurzem betont, dass die Auswahl der 23 WM-Fahrer alles andere als einfach wird. Eigenen Aussagen zu Folge wird es „harte Entscheidungen“ geben und auch etablierte und erfahrene Nationalspieler sind nicht zwangsläufig gesetzt.

Die Abwehr/Tor: Der Bayern-Block ist gesetzt

In der Abwehr bzw. dem Tor sind die Bayern-Profis Manuel Neuer, Jerome Boateng, Mats Hummels und Joshua Kimmich gesetzt. Auch wenn Neuer derzeit verletzungsbedingt ausfällt und erst Anfang 2018 sein Comeback feiern wird, ist der mehrfache Welttorhüter ganz klar die Nr. 1 im deutschen Tor. Als Nr. 2 hat Barca-Goali Marc Andre ter Stegen seinen Platz ebenfalls sicher.

Auch die Viererkette mit Boateng und Hummels in der Mitte und Joshua Kimmich auf der Rechtsverteidiger-Position ist bereits zum größten Teil fixiert. Spannend wird es zu sehen wie die beiden Auslandsprofis Shokdran Mustafi (FC Arsenal) und Benedikt Höwedes (Juventus Turin) sich in den kommenden Monaten präsentieren. Beide haben durchaus gute Chancen bei der WM mit von der Partie zu sein. Sollte es am Ende dennoch nicht reichen, müssen die Ausgeschiedenen keinen allzu großen Trübsal blasen. Sie können härter Trainieren, um eventuell für die Europameisterschaft 2020 mit ins Team gewählt werden zu können. Oder sie können sich eventuell ein paar andere Skills antrainieren und eine andere, zusätzliche Karriere anvisieren. Wie etwa Max Kruse, der nicht nur für seine Fußballfähigkeiten, sondern auch für sein Geschick im Poker bekannt ist. Natürlich können sich die Daheimgebliebenen aber auch etwas mehr entspannen, Videospiele wie das neue FIFA 2018 zocken und mit der Management-Funktion neue Bereiche und Skills erkunden.

Das Mittelfeld: An Toni Kroos und Mesut Özil führt kein Weg dran vorbei

Im (zentralen) Mittelfeld hat Joachim Löw vermutlich die größte Qual der Wahl. Sowohl defensiv als auch offensiv. Mittelfeldstratege Toni Kroos von Real Madrid ist völlig unangefochten. Auch an Spielmacher Mesut Özil vom FC Arsenal führt (wohl) kein Weg vorbei. Löw kennt und schätzt die Qualitäten von Özil und schenkt diesem regelmäßig das Vertrauen, auch wenn es mal nicht so rund läuft.

Spieler wie Julian Draxler und Sami Khedira sind ebenfalls bereits seit Jahren fester Bestandteil der DFB-Auswahl. Auch hier scheint ein WM-Ticket nur bei Verletzungen in Gefahr zu sein. Spannend wird es hingegen bei Spielern wie Leon Goretzka, Mario Götze oder Ilkay Gündogan. Während Goretzka seit Monaten in Topform spielt, müssen sich Götze und Gündogan nach langen Verletzungen erst wieder etablieren. Erreichen die beiden jedoch ihre Form aus den vergangenen Jahren, ist die WM-Teilnahme sicher.

Der Sturm: Thomas Müller, Timo Werner und wer noch?

In der Sturmspitze hat Löw die vermeintlich wenigstens Optionen. Mit Thomas Müller und Timo Werner scheinen jedoch zwei Angreifer gesetzt zu sein. Danach wird es jedoch bereits etwa schwammig. Sandro Wagner und Mario Gomez kamen 2017 zwar zum Einsatz, sind jedoch alles andere als ein fester Bestandteil der Nationalmannschaft. Auch Kevin Volland von Bayer Leverkusen und Leroy Sane von Manchester City sind nach wie vor im Rennen um einen Kaderplatz. Im Sturm wird Löw vermutlich erst zum Ende der Saison hin in der Lage sein Entscheidungen zu treffen.