Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter spricht sich gegen den Videobeweis bei der WM 2018 aus

Der Videobeweis kommt bei der WM 2018 zum Einsatz
Foto: Marco Verch / Flickr (CC BY 2.0)

Der Videobeweis wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch bei der WM 2018 in Russland zum Einsatz kommen. Der frühere FIFA-Präsident Sepp Blatter hat sich gegen den Einsatz der Technik ausgesprochen und betont, dass eine Weltmeisterschaft kein „Versuchskaninchen“ sei. Eine endgültige Entscheidung über den Einsatz der Technik bei der bevorstehenden WM-Endrunde wird Anfang März getroffen.

In den vergangenen Monaten ist es sehr ruhig geworden rund um Sepp Blatter. Der Ex-FIFA-Präsident hat sich nach seinen Skandalen nahezu komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Im Interview mit der Sport BILD hat sich der 81-jährige nun jedoch zur Wort gemeldet und den geplanten Einsatz des Videobeweises bei der WM 2018 in Russland kommentiert. Laut Blatter ist dies keine gute Idee.

Sepp Blatter: Die WM ist kein Versuchskaninchen

In nahezu allen Top-Ligen in Europa kommt der Videobeweis bzw. –schiedsrichter bereits zum Einsatz. Auch in der Fußball Bundesliga ist das „technische Auge“ seit der Saison 2017/18 im Einsatz. Die Diskussionen rund um diese Technik sind groß, viele Fans und Experten sind froh dass der Videobeweis eingeführt wurde, andere wiederum würden diesen gerne wieder so schnell wie möglich abschaffen.

Auch Sepp Blatter ist kein Freund vom Videobeweis, in seiner aktiven Amtszeit als FIFA-Präsident hat er sich stets gegen diese Technik bei Weltmeisterschaften ausgesprochen. Sein Nachfolger Gianni Infantino sieht dies jedoch ein wenig anders und hat sich dafür ausgesprochen bei der WM 2018 den Videobeweis, zum ersten Mal in der Geschichte der WM, einzuführen. Blatter äußerte sich diese Woche wie folgt zu diesem Thema: „Man kann die WM doch nicht als Versuchskaninchen für einen solch schwerwiegenden Eingriff ins Spielgeschehen benutzen. Es wäre falsch, den Videobeweis in Russland einzusetzen, dafür ist er zu unausgereift, viele Länder legen ihn noch unterschiedlich aus.“

Finale Entscheidung über den Videobeweis fällt erst im März

Beim Confed Cup 2017 kam der Videobeweis bereits zum Einsatz, somit hatte die FIFA durchaus Gelegenheit sich mit der Technik und ihren Vor- und Nachteilen auseinander zu setzen. Eine finale Entscheidung ob es kommenden Sommer in Russland zu Einführung der Technik kommt oder nicht steht noch aus.

Das Internationale Football Association Board (IFAB) wird diese Entscheidung treffen. Am 2. März tagt die IFAB das nächste Mal und dann wird es auch einen offiziellen Beschluss hierzu geben. Die Tendenz derzeit ist jedoch klar Pro-Videobeweis. Bereits Ende Januar wird eine Kommission eine dem IFAB eine Empfehlung aussprechen, sollte diese positiv ausfallen, ist der Beschluss Anfang März nur noch reine Formsache. Eine Ablehnung des sogenannten Video Assistant Referees (VAR) wäre zudem ein echter Affront gegen FIFA-Präsident Infantino. Dieser ist ein klarer Befürworter der Technik und hat sich in der Vergangenheit mehrmals öffentlich für die Einführung ausgesprochen.