Mario Gomez oder Sandro Wagner? Wer schafft den Sprung zur WM 2018?

Mario Gomez
Foto: Harald Loos / Wikipedia (CC BY 3.0)

Mit Mario Gomez und Sandro Wagner hat Bundestrainer Joachim Löw zwei nahezu identische Mittelstürmer als potentielle WM-Fahrer auf seiner Liste für Russland. Alle Experten sind sich sicher, Löw wird nur einen der beiden kommenden Sommer zur WM-Endrunde mitnehmen. Kurioserweise haben beiden Stürmer im Winter ihre Vereine gewechselt und wollen sich in der zweiten Saisonhälfte mit guten Leistungen und allen voran vielen Toren Joachim Löw empfehlen. Mit Blick auf die Statistik hat Wagner stand heute die bessere Ausgangslage, dies könnte sich jedoch in der Rückrunde zu Gunsten von Gomez ändern.

Insgesamt 23 Kaderplätze hat Bundestrainer Joachim Löw für die WM 2018 zu vergeben. Viel zu wenige in Anbetracht der Tatsache wie viele gute Spieler Löw zur Verfügung stehen. Beim Confed Cup 2017 hat der Bundestrainer zahlreiche neue und allen voran junge Spieler getestet. Einige davon habe ihre Chancen durchaus genutzt, z.B. Leon Goretzka, Joshua Kimmich oder Timo Werner.

Neben den Youngstern gibt es jedoch auch eine große Anzahl an erfahrene Profis, die sich nach wie vor Hoffnungen machen bei der WM 2018 für Deutschland aufzulaufen. Zwei davon kämpfen um einen Platz im Sturm. Sandro Wagner (30 Jahre) und Mario Gomez (32 Jahre) haben in den vergangenen knapp 18 Monaten regelmäßig zum Kader der DFB-Elf gehört. Beide Angreifer sind klassische Mittelstürmer, technisch nicht unbedingt versiert, dafür jedoch stark im Zweikampf und Kopfballspiel. Es fällt direkt auf, dass Gomez und Wagner der gleiche Spielertyp sind und Löw wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nur einen von den beiden nach Russland mitnehmen.

Mario Gomez feiert sein Comeback beim VfB Stuttgart

Mario Gomez hat vollkommen überraschend den VfL Wolfsburg im Winter vorzeitig verlassen und ist zu seinem alten Heimatverein dem VfB Stuttgart gewechselt. Gomez hat Mitte der 2000er Jahre den großen Durchbruch bei den Schwaben gefeiert und wurde dort auch zum Nationalspieler. In Wolfsburg lief es für Gomez in der abgelaufenen Saison 2016/17 noch richtig gut, 18 Tore hat dieser in 37 Spielen für die Wölfe erzielt und damit auch Joachim Löw erneut von seinen Qualitäten überzeugt. Doch in der laufenden Saison hatte Gomez zunehmend Probleme beim VfL und kam auf ein mageres Tor und drei Vorlagen in 15 Spielen.

In Stuttgart erhofft sich Gomez nun eine Kehrtwende, an seiner alten Wirkungsstätte ist der quasi der „alleinige Star“ und gesetzt im Sturm. Sollte er sich nicht verletzt, wird Gomez aller Voraussicht nach immer spielen. Zudem hat der VfB mit Simon Terodde einen Gomez-Konkurrenten für die Sturmzentrale im Winter nach Köln verkauft. Der 71-fache Nationalspieler wird eine deutliche Leistungssteigerung in den kommenden vier Monaten brauchen um doch noch auf den deutschen WM-Zug aufzuspringen. Das Gomez dazu in der Lage ist viele Tore zu schießen, hat er vergangene Saison in Wolfsburg bereits bewiesen.

Reicht Wagner die Back-up Rolle für die WM-Teilnahme?

Ähnlich wie Gomez ist auch Sandro Wagner im Winter dorthin zurückgekehrt wo einst alles für ihn anfing. Der 30-jährige ist von der TSG 1899 Hoffenheim zum FC Bayern gewechselt. Bei den Münchner wird Wagner als „Ersatz“ für Robert Lewandowski agieren, der Pole war bis dato der einzige echte Mittelstürmer im Kader von Jupp Heynckes. Wer einen Robert Lewandowski vor sich hat, macht sich keinen Illusionen den Polen als Stammspieler zu verdrängen. Lewandowski schießt seit Jahren alles in Grund und Boden n der Bundesliga und kommt auch in dieser Saison auf 15 Tore in 17 Spielen.

Dennoch wird es interessant zu sehen wie viele Einsatzminuten Wagner am Ende erhält. Die Bayern mischen in allen drei Wettbewerben ganz oben mit und wollen dies auch bis zum Schluss tun. Dafür braucht man jedoch einen großen und vor allem qualitativen Kader. Was passieren kann wenn sich Lewandowski verletzt haben die Bayern in der abgelaufenen Saison gesehen. Diesen Fehler möchte man nicht erneut machen.

Auch wenn Wagner mit den Bayern nun in der Champions League spielen kann, haben sich seine Chancen auf eine WM-Teilnahme objektiv betrachtet durch den Wechsel verschlechtert. Er wird deutlich weniger spielen als noch in Hoffenheim und damit auch weniger Gelegenheiten haben auf sich aufmerksam zu machen. Laut Wagner hat Bundestrainer Joachim Löw ihn jedoch dazu motiviert diesen Schritt zu gehen und nicht als Ausschlusskriterium für einen Kaderplatz bei sich ausgemacht. Wagner kommt in der laufenden Saison auf 6 Tore und 4 Vorlagen in 17 Spielen und ist damit rein statistisch betrachtet der bis dahin deutlich stärkere Stürmer als Gomez.