Mark Uth: Vom Underdog zum WM-Fahrer?

Deutschland in der WM-Qualifikation 2018
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Mark Uth kann die Rückrunde befreit angehen. Denn nun ist seine Zukunft geklärt: ab Sommer wird Uth für Schalke 04 auf Torjagd gehen. In der Hinrunde war er dabei in Hoffenheim erfolgreich wie nie. Was nicht nur das Interesse der Gelsenkirchener weckte, sondern ihn auch in das Blickfeld von Bundestrainer Joachim Löw gerückt haben dürfte. Ohne Druck, aber mit vollem Einsatz, kann sich Mark Uth seine erste Teilnahme bei einem großen Turnier verdienen. 

Mark Uth ist unter den deutschen Stürmern der Senkrechtstarter der Hinrunde. Mit 9 Treffern hat er bereits in der ersten Halbserie dieser Saison mehr Treffer erzielt, als jeweils in den beiden kompletten vorangegangenen Spielzeiten (15/16: 8 Tore, 16/17: 7 Tore). Seine Torausbeute macht ihn zum treffsichersten deutschen Stürmer der Hinrunde, gemeinsam mit Kevin Volland von Bayer Leverkusen.

Doch was Uths Tore umso wertvoller macht, ist gegen welche Mannschaften er sie erzielt. Nicht nur gegen die vermeintlich kleinen Teams zeigt der 26-Jährige seine Klasse, sondern vor allem auch gegen die schweren Kaliber der Liga. So traf er doppelt beim 2:0-Sieg der Hoffenheimer gegen Bayern München, erzielte das wichtige 2:2 gegen Leverkusen und traf auch bei der Niederlage gegen Borussia Dortmund. Dank solcher Leistungen ist er aus der Hoffenheimer Elf nicht wegzudenken und verpasste lediglich ein Bundesligaspiel in der Hinrunde verletzungsbedingt.

Dass Uth aus dem starken Hoffenheimer Angriff heraus sticht, blieb auch anderen Bundesligisten selbstverständlich nicht verborgen. Schalkes Manager Christian Heidel nutzte Uths im Sommer auslaufenden Vertrag und lotste den Hoffenheimer ablösefrei in den Ruhrpott. Ab Sommer läuft der gebürtige Kölner also in Königsblau auf – und davor noch im weißen Trikot der Nationalelf?

Die Konkurrenz im deutschen Angriff ist groß

Sein einziges Spiel für eine deutsche Auswahl bestritt Uth im Jahr 2010 für die U-20. In die A-Nationalmannschaft wurde er bislang noch nicht berufen. Doch knüpft der Angreifer an seine herausragende Hinrunde an, kann sich ganz schnell ändern. Mit feiner Technik, gutem Kombinationsspiel und hoher Schnelligkeit bewirbt sich Mark Uth um einen Platz im Aufgebot für die WM in Russland. Dass er in Hoffenheim nicht nur in der Sturmspitze, sondern auch auf dem rechten Flügel zum Zuge kommt, zeigt seine Vielseitigkeit und ist ein weiterer Trumpf im Kampf um einen Platz im 23er-Kader der deutschen Nationalmannschaft.

Doch die Konkurrenz im deutschen Angriff ist groß wie lange nicht mehr. Timo Werner dürfte das WM-Ticket wohl nur noch schwer zu nehmen sein. Einen Kaderplatz dürfte auch ein körperlich robuster Stürmertyp einnehmen – um diesen konkurrieren Mario Gomez und Sandro Wagner. Bleibt wohl höchstens noch ein weiterer Platz für einen Angreifer im WM-Aufgebot. Und dieser ist hart umkämpft. Kevin Volland blühte in der Hinrunde in Leverkusen auf und traf wie Uth ebenfalls neun Mal. Lars Stindl ist in Gladbach konstant erfolgreich und passt gut in das deutsche Kurzpassspiel. Selbst ein Max Kruse macht sich berechtigte Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Nationalmannschaft. Und was wird aus dem in der Hinrunde verletzungsgeplagten Serge Gnabry? Er war die Entdeckung der U21-EM und würde sich nur zu gern auch auf der großen Bühne WM beweisen.

Doch Mark Uth kann befreit aufspielen, denn er hat nichts zu verlieren. Ab Sommer nimmt er den nächsten Schritt auf der Karriereleiter. Die WM wäre für ihn ein – sicherlich unvergesslicher – Bonus, aber er ist der Außenseiter im Kampf um einen Kaderplatz und kann in der Rückrunde befreit aufspielen.