Perus langer Weg zur WM 2018 in Russland

WM 2018 Auslosung
Foto: gustavofrazao / depositphotos

Die Nationalmannschaft Perus ist ohne Zweifel eines der Überraschungsteams auf dem Weg zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Niemand hatte die Südamerikaner vor dem Start der Qualifikationsspiele wirklich auf dem Zettel und dieser Eindruck schien sich zunächst auch zu bestätigen. Doch nach dem vergangenen Spieltag finden sich die Peruaner auf Platz 4 der CONMEBOL-Gruppe wieder. Grund genug, einmal auf den potentiellen WM-Teilnehmer zu blicken.

Zwei Spiele stehen noch aus, die im Oktober dieses Jahres ausgetragen werden. Die Karten für Peru sind dabei durchaus ordentlich. Auf Platz vier stehend hat man vor allem Argentinien und Chile im Nacken, die punktgleich bzw. mit einem Punkt Abstand folgen. Die letzten Aufgaben haben es dann jedoch durchaus in sich: die schwächelnden Argentinier trifft man auswärts in Buenos Aires, bevor es im letzten Heimspiel gegen die dann eventuell schon qualifizierten Kolumbianer geht. Sollten sie es nicht sein, wird die WM-Qualifikation noch einmal um einiges komplizierter als ohnehin schon. Trotz allem sollte sich Peru auch nicht kleiner machen, als man ist, trotz der Quote von 501.00 auf den WM-Titel (z.B. auf der Wettseite Betway). Der derzeitige Tabellenstand ist kein Zufall, sondern die Folge einer konsequenten Entwicklung, welche die Jugend im eher armen Land in den Fokus stellt. So erreichten viele Spieler bereits jetzt den Traum, in Europa zu spielen. Andere spielen in der größten südamerikanischen Liga: Brasiliens Serie A, wo sie schließlich auch internationale Erfahrung in Copa Libertadores und Copa Sudamericana sammeln können.

Trio aus Flores, Guerrero und Cueva macht die Tore

Vor allem drei Offensivakteure machen sich bei den Peruanern nachdrücklich bemerkbar, indem sie die Großzahl der Tore für ihr Land erzielten. Édison Flores ist einer von ihnen, der mit 5 Toren auf Platz 6 der Torjägerliste des Kontinents liegt. Der 23-jährige Stürmer ist nach Stationen in seiner Heimat bei Traditionsklub Universitatio de Deportes sowie der zweiten Mannschaft Villareals in Spanien mittlerweile in Dänemark angekommen. Dort ist er regelmäßig für Aalborg BK aktiv. Mit dem Toreschießen klappt es freilich noch nicht so gut wie in der Nationalmannschaft. Flores’ Schüsse fanden den Weg ins Netz bisher erst zweimal bei 26 Einsätzen.

Sein Stürmerkollege aus der Nationalmannschaft ist den Fußball-Fans in Deutschland noch bestens bekannt: Paolo Guerrero spielte einst für Bayern München und den Hamburger SV, hat sein Zuhause jedoch mittlerweile in Rio de Janeiro gefunden, wo er bei Flamengo spielt. Bei schon 32 Länderspieltoren überrascht es weniger, dass sein Konto momentan wieder bei fünf steht. Der dritte Spieler im Bunde ist schließlich Mittelfeldmann Christian Cueva, der mit vier Toren von namhafter Gesellschaft wie Coutinho und Lionel Messi umgeben ist. Er spielt für Sao Paulo in Brasilien und ist dort absoluter Leistungsträger. Zu guter Letzt gesellt sich auch noch der Ex-Schalker Jefferson Farfán dazu, mittlerweile in Russland bei Dynamo Moskau unter Vertrag.

Zwei Erfolge innerhalb von vier Tagen

WM 2018 Logo
Foto: donfiore1 / depositphotos

Die Qualifikation erst in erreichbare Nähe rücken ließen vor allem die zwei Erfolge Anfang September. Nach dem 2:1 Heimsieg über Bolivien konnte Peru auch Ecuador auswärts mit 1:2 schlagen. Dieser Sieg war besonders wertvoll, zeigten die Gastgeber doch vor allem zu Beginn der Ausscheidungsspiele ihre Qualitäten und führten die Südamerika-Gruppe einige Zeit an. In Peru ist niemand böse, dass sich das Blatt mittlerweile gewendet hat und die Ecuadorianer kaum noch Chancen auf das Turnier in Russland 2018 haben. Édison Flores und Paolo Hurtado erzielten innerhalb von drei Minuten (73. und 76.) die Tore, die das Spiel letztlich entschieden. Insbesondere der Schuss von Flores war sehenswert und erinnerte abermals an das Bolivien-Spiel, in dem zwei absolute Traumtore in den Winkel des Ausschlag gaben.

Peru kämpft um seine erste Weltmeisterschaftsteilnahme seit 1982. Die Mannschaft beinhaltete damals noch den größten Star des Landes, Teófilo Cubillas. Nun können sich neue Legenden in den Herzen der peruanischen Fans verewigen. Das Land liebt seit jeher den Fußball und eine Teilnahme am größten Turnier der Erde könnte weitreichende positive Folgen für das Land und die Wirtschaft besitzen. Abseits der schönen Geschichte an sich würden sich zudem größere finanzielle Mittel auftun, die man wiederum in die Förderung der Jugendarbeit investieren könnte. Die Spiele am 5. und 10. Oktober werden beweisen, wie weit Peru wirklich ist oder ob man eventuell noch vier Jahre auf die WM warten muss, bevor die FIFA dann in Katar gastiert.