Schweden: Ohne Zlatan, mit Erfolg

Losglück für die deutsche Nationalmannschaft! Die DFB-Elf trifft bei der WM-Endrunde kommenden Sommer in Russland in der Gruppe F auf Schweden, Mexiko und Südkorea. Das erste Gruppenspiel bestreiten Joachim Löw und sein Team am 17. Juni in Moskau gegen Mexiko.
Foto: @DFB_Team / Twitter

Nach der enttäuschenden EM 2016, die für Schweden als Gruppenletzter bereits nach drei Partien wieder beendet war, folgte der nächste Schock für die Skandinavier: Zlatan Ibrahimovic, die größte Legende, die der schwedische Fußball jemals hervorgebracht hatte, erklärte seinen Rücktritt. Die WM-Qualifikation musste Schweden ohne seine Lichtgestalt angehen – und meisterte diese Herausforderung mit Bravour. 

Kein Text über Schwedens Fußball, der ohne Zlatan Ibrahimovic auskommt. So auch dieser nicht. Doch hier soll es um seine Abwesenheit gehen. Denn ohne Ibra übertraf die schwedische Nationalmannschaft in Gruppe A der WM-Qualifikation alle Erwartungen. Mit 19 Punkten erreichte sie nur knapp hinter Vize-Europameister Frankreich und vor den Niederlanden Platz 2.

Auch in den Play-Offs war Schweden Außenseiter. Schließlich wartete mit Italien ein Gigant des internationalen Fußballs. Doch mit defensiver Disziplin, engagiertem, teils hartem, Zweikampfverhalten und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor rangen die Skandinavier die Südeuropäer nieder und feierten unter den Augen Ibrahimovics die erste WM-Teilnahme seit 2006. Italien dagegen verpasst zum ersten Mal seit 1958 eine WM-Endrunde.

Schwedens Erfolgsrezept: Starkes Kollektiv plus Forsberg

Ohne einen absoluten Weltstar in ihren Reihen setzt die schwedische Nationalmannschaft auf ein aufopferungsvoll kämpfendes Kollektiv. Der Kader ist einerseits gespickt mit erfahrenen Routiniers wie Innenverteidiger Andreas Granqvist, den Mittelfeldmotoren Albin Ekdal vom HSV und Sebastian Larsson, sowie Stürmer Marcus Berg. Andererseits wollen sich aufstrebende, junge Spieler wie Manchester Uniteds Victor Lindelöf oder Ludwig Augustinsson auf internationaler Bühne beweisen.

Ein zentraler Faktor für Schwedens Hoffnungen ist Leipzigs Emil Forsberg. Mit ihm haben die Blau-Gelben einen Spieler in ihren Reihen, der den Unterschied ausmachen kann. Doch in der Hinrunde dieser Saison konnte Forsberg auch verletzungsbedingt noch nicht an sein herausragendes erstes Bundesligajahr anknüpfen. Coach Janne Andersson wird beten, dass sein Leistungsträger in der Rückrunde wieder zu alter Form findet.

Ob der schwedische Nationaltrainer mit Frankfurts Branimir Hrgota noch einen weiteren Offensivspieler aus der Bundesliga in seinen Kader beruft, ist dagegen eher unwahrscheinlich. Sollten nicht größere Verletzungssorgen oder Formeinbrüche das Aufgebot durcheinanderwürfeln, wird Schweden wohl in etwa mit der Mannschaft in die WM gehen, die sich die Teilnahme in der Qualifikation und den Play-Offs erarbeitet hat. In Russland trifft die schwedische Nationalelf unter anderem auf Deutschland. Das DFB-Team wird vor den kämpfenden Skandinaviern gewarnt sein.