Gastgeber: Frankreich
Teilnehmerzahl: 32
Gewinner: Frankreich
Finalist: Brasilien
Torschützenkönig: Davor Suker (Kroatien, 6 Treffer)

Frankreich bahnt sich als Gastgeber den Weg zum WM-Titel

Zinedine Zidane
Foto: lemonde2015 / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Die 16. Fußball-Weltmeisterschaft fand zum zweiten Mal nach 1938 in Frankreich statt. Nach der WM 1994 wurde das Teilnehmerfeld von 24 auf 32 Mannschaften aufgestockt. Die insgesamt 64 Spiele fanden vom 10. Juni bis 12. Juli 1998 statt.
Überschattet wurde die Fußballweltmeisterschaft von Ausschreitungen deutscher Hooligans. Hierbei wurde der Polizist Daniel Nivel lebensgefährlich verletzt. Zwar überlebte er den Vorfall, ist bis heute aber schwerbehindert und kann sich an nichts mehr erinnern.

Die Vorrunde in der Übersicht

In der Vorrunde gab es nur wenige Überraschungen. So konnten sich die Favoriten größtenteils souverän durchsetzen. Vor allem Gastgeber Frankreich überzeugte mit souveränen Vorstellungen und konnte in seinen drei Vorrundenspielen gegen Dänemark, Südafrika und Saudi-Arabien drei Siege einfahren.
Überraschend war hingegen, dass Spanien bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten musste. Für die Iberer reichte es in der Vorrundengruppe mit Bulgarien, Paraguay und Nigeria nur zum dritten Platz. Daran konnte auch der 6-zu-1-Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Bulgarien nichts ändern.
Die deutsche Mannschaft hatte in ihrer Vorrundengruppe mit Jugoslawien, dem Iran und den USA nur wenig Mühe und konnte sich am Ende mit sieben Punkten den ersten Platz in der Gruppe sichern. Bemerkenswert war das Vorrundenspiel gegen Jugoslawien, als die deutsche Mannschaft einen 2-Tore-Rückstand noch in ein Unentschieden drehen konnte.

Die K.o.-Phase im Überblick

Bereits im Achtelfinale trafen mit Argentinien und England zwei Top-Favoriten aufeinander, bei denen die Argentinier nach Elfmeterschießen das bessere Ende für sich hatten. Das deutsche Team gab sich gegen Mexiko keine Blöße und gewann am Ende mit 2 zu 1.
Im Viertelfinale konnte sich Frankreich in einem engen Spiel nach Elfmeterschießen gegen den Finalisten der vorigen WM, Italien, durchsetzen und sich so den Weg ins Halbfinale bahnen. Deutschland zeigte im Spiel gegen Kroatien wohl die stärkste Leistung des Turniers, zog am Ende aber deutlich mit 0 zu 3 den Kürzeren. Ein Grund für die hohe Niederlage war sicherlich ein Platzverweis für das deutsche Team nach einer Notbremse bereits in der 20. Minute. Die deutsche Mannschaft musste ab diesem Zeitpunkt mit zehn Mann das Spiel bestreiten, was die Kroaten clever zu ihrem Vorteil nutzen konnten. Bis heute gilt dieses Spiel als eines der schwärzesten Momente in der Geschichte der deutschen Fußballnationalmannschaft.
Im Halbfinale konnte der französische Gastgeber Deutschland-Bezwinger Kroatien mit 2 zu 1 besiegen und zog ins Finale gegen die brasilianische Auswahl ein, die sich nach Elfmeterschießen gegen die Niederlande behaupten konnte.

Frankreich lässt Brasilien im WM-Finale keine Chance

Das Finale der WM 1998 fand vor 74.000 Zuschauern im Stade de France in Paris statt. In diesem Match zeigten die Franzosen den Brasilianern klar die Grenzen auf und siegten nach zwei Kopfballtoren von Superstar Zinédine Zidane mühelos mit 3 zu 0. Vorjahressieger Brasilien gelang es zu keinem Zeitpunkt, die französische Mannschaft ernsthaft in Gefahr zu bringen. Selbst nachdem die Franzosen in den letzten 20 Minuten nur mit zehn Spielern auf dem Platz vertreten waren, konnten sich die Brasilianer keine zwingenden Torchancen herausspielen.
Der zweifache Torschütze im Finale, Zinédine Zidane, wurde nach dem Turnier unter anderem zum Weltfußballer des Jahres gekürt und befand sich damals auf dem Höhepunkt seiner sportlichen Karriere.