Gastgeber: Deutschland
Teilnehmerzahl: 32
Gewinner: Italien
Finalist: Frankreich
Torschützenkönig: Miroslav Klose (Deutschland, 5 Treffer)

Friedliche WM in Deutschland bei herrlichem Sommerwetter

Public Viewing
Foto: René Stark / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Nach 1974 wurde eine Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in Deutschland ausgetragen. Aufgrund des sommerlichen Wetters und der ausgelassenen und friedlichen Stimmung bei den öffentlichen Übertragungen der Spiele (Public Viewing) wurde die WM rückwirkend als „deutsches Sommermärchen“ bezeichnet.

Das Eröffnungsspiel der WM fand am 9. Juni in München statt. Das Endspiel wurde am 9. Juli 2006 in Berlin ausgetragen. Insgesamt fanden im Rahmen der WM 2006 64 Spiele in der Vorrunde und der KO-Phase statt.

Die Vorrunde in der Übersicht

Gastgeber Deutschland hatte in seiner Vorrundengruppe mit Polen, Costa Rica und Ecuador keine Mühe und konnte sich mit drei Siegen aus drei Vorrundenspielen souverän für das Achtelfinale qualifizieren.
Auch die anderen Favoriten hatten in ihren Vorrundengruppen keine Probleme, sodass es in der Vorrunde zu keinen nennenswerten Überraschungen kam.
Bemerkenswert war hingegen der Auftritt der Brasilianer. Der Titelverteidiger der letzten WM konnte zwar alle drei Vorrundenspiele für sich entscheiden, wirkte insgesamt aber überspielt und überaltert.

Die K.o.-Runde im Überblick

Auch in den Achtelfinals konnten sich die vermeintlichen Favoriten größtenteils durchsetzen. Mehr oder weniger überraschend war das Ausscheiden der Niederländer gegen die spielstarken Portugiesen. Auch die Italiener hatten gegen den Fußballzwerg Australien Mühe und konnten am Ende nur knapp mit 1 zu 0 gewinnen. Im Favoritenduell Frankreich gegen Spanien konnten sich die Franzosen am Ende mit einem 3-zu-1-Sieg durchsetzen. Deutschland hatte in seinem Achtelfinale gegen Schweden nur wenig Mühe. Am Ende stand ein 2-zu-0-Sieg für die DFB-Elf.

Im Viertelfinale sollte es dann zur Neuauflage der Finals von 1986 und 1990 zwischen Deutschland und Argentinien kommen. Der deutschen Elf gelang es dabei, einen 0-zu-1-Rückstand noch zu legalisieren. Letztlich hatten die Deutschen im Elfmeterschießen das Glück auf ihrer Seite und zogen als Gastgeber ins Halbfinale ein.
Überraschend war das schwache Auftreten von Titelverteidiger Brasilien gegen die Franzosen. Dem Spiel der Brasilianer fehlte es an Ideen und Schwung und so hatten die Franzosen letztlich keine Mühe, den Titelverteidiger mit 1 zu 0 zu besiegen.

Für Gastgeber Deutschland war nach einem unglücklichen 0 zu 2 gegen Italien nach Verlängerung im Halbfinale Endstation. Frankreich konnte sich knapp mit 1 zu 0 gegen Portugal durchsetzen und zog ebenfalls ins Finale ein.

Frankreich mit seinem tragischen Helden Zinédine Zidane unterliegt cleveren Italienern


Das Finale zwischen Italien und Frankreich wurde am 9. Juli 2006 im Berliner Olympiastadion vor 69.000 Zuschauern angepfiffen. Für ein WM-Finale war das Spiel recht abwechslungsreich und geprägt von zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten. Nach einem 1 zu 1 nach Verlängerung hatten die Italiener im Elfmeterschießen die besseren Nerven und konnten sich ihren vierten Titel bei einer Weltmeisterschaft sichern.

Einen unsportlichen Höhepunkt erlebte das Finale, als sich Frankreichs Superstar Zinédine Zidane in der 110. Minute der Verlängerung zu einer Tätlichkeit gegen den italienischen Abwehrspieler Materazzi hinreißen ließ und zu Recht des Feldes verwiesen wurde. Diese Aktion bildete gewissermaßen das letzte Ausrufezeichen des französischen Mittelfeldstrategen auf großer internationaler Bühne. Dennoch wurde Zidane zum besten Spieler des Turniers gekürt.