Gastgeber: Südafrika
Teilnehmerzahl: 32
Gewinner: Spanien
Finalist: Niederlande
Torschützenkönig: Thomas Müller (Deutschland, 5 Treffer)

Erste Fußballweltmeisterschaft auf einem afrikanischen Kontinent

WM 2010 in Südafrika
Foto: Celso Flores / Wikipedia (CC BY 2.0)

Die 19. Fußballweltmeisterschaft fand im Jahr 2010 zum ersten Mal auf afrikanischem Boden statt.
Zwischen dem 11. Juni und dem 11. Juli wurden 64 Spiele in der Vorrunde und der KO-Phase ausgetragen.

Die Vorrunde in der Übersicht

Die Vorrunde konnte gleich mit einem Novum aufwarten: Für Gastgeber Südafrika war bereits nach der Vorrunde das Turnier beendet. Zwar konnten die Südafrikaner respektable Ergebnisse in ihrer Gruppe mit Uruguay, Mexiko und Frankreich erzielen; mehr als Platz 3 war für die junge südafrikanische Mannschaft jedoch nicht drin. Zum ersten Mal in der Geschichte der Fußballweltmeisterschaften musste der Gastgeber damit bereits nach der Vorrunde die Koffer packen.
Ebenfalls überraschend in dieser Gruppe war der uninspirierte Auftritt der französischen Nationalmannschaft, der am Ende mit dem letzten Platz in der Vorrundengruppe bestraft wurde.
Nicht weniger überraschend waren die schwachen Leistungen von Titelverteidiger Italien, durch die am Ende nur der letzte Platz in der als vergleichsweise einfach eingestuften Vorrundengruppe mit Paraguay, der Slowakei und Neuseeland heraussprang.
Die deutsche Mannschaft tat sich in ihrer Vorrundengruppe gegen Ghana, Australien und Serbien verhältnismäßig schwer. So unterlag die DFB-Elf gegen den Gruppenletzten Serbien unglücklich mit 0 zu 1, konnte jedoch durch zwei Siege gegen Australien und Ghana am Ende als Gruppensieger die Vorrunde beenden.

Die K.o.-Runde im Überblick

Alle vermeintlichen Favoriten erledigten im Achtelfinale mehr oder weniger souverän ihre Pflichtaufgaben. Vor allem das Spiel der deutschen Mannschaft gegen die englische Auswahl gilt hierzulande als einer der stärksten Auftritte gegen das Team von der Insel. Entsprechend deutlich siegte Deutschland am Ende mit 4 zu 1.

Im Viertelfinale kam es zu der mit Spannung erwarteten Partie zwischen den Niederlanden und Brasilien, bei dem am Ende die Niederländer einen 1-zu-0-Rückstand noch in einen 2-zu-1-Sieg verwandeln konnten.
Die deutsche Nationalmannschaft fegte die argentinische Nationalmannschaft um ihren Superstar Lionel Messi, der im gesamten Turnierverlauf kaum seine spielerische Klasse zeigen konnte, mit 4 zu 0 vom Platz.

Im Halbfinale trafen Uruguay und die Niederlande sowie Deutschland und Spanien aufeinander. Während die Niederländer in einem packenden Spiel Uruguay mit 3 zu 2 besiegen konnten, mussten sich die Deutschen den taktisch und spielerisch überlegenen Spaniern mit 0 zu 1 geschlagen geben.

Spanien taktiert sich zum ersten WM-Erfolg

Mit den Niederlanden und den Spaniern standen sich zwei Teams im Finale gegenüber, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Weltmeister geworden waren. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie nicht viel riskieren wollten. Entsprechend musste das Spiel nach einem enttäuschenden 0 zu 0 nach regulären 90 Minuten in die Verlängerung. Dort zeigten sich die Spanier cleverer und konnten durch einen 1-zu-0-Sieg zum ersten Mal den WM-Pokal in den Nachthimmel von Johannesburg hieven.

Im Gegensatz zu den bisherigen Weltmeisterschaften präsentierte sich die spanische Mannschaft bereits früh im Turnier als taktisch sehr diszipliniert und wirkte zudem als kompakte Einheit. So musste das Team von der iberischen Halbinsel vom Achtelfinale bis hin zum Finale kein einziges Gegentor mehr einstecken und gewann jedes KO-Spiel mit 1 zu 0.