2018 wird die erste WM mit Videoassistenten

Der Videobeweis kommt bei der WM 2018 zum Einsatz
Foto: Marco Verch / Flickr (CC BY 2.0)

FIFA Präsident Gianni Infantino hat bei der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft keine Bedenken gegen den Einsatz des Videoassistenten. Endlich grünes Licht für eine Technik, die in anderen Sportarten schon längst zum Standard gehört. Vorbei die Zeiten, in denen ein überforderter Schiedsrichter aus Kambodscha die Häme der Fans über sich ergehen lassen musste, als diese auf dem Videowürfel seine Fehlentscheidungen in Zeitlupe bewundern konnten, während der unglückliche Offizielle selber an sein Wort gebunden war.

Technik auf dem Vormarsch

Zwar lässt das System in der Champions League noch auf sich warten und wird dort in der nächsten Saison noch nicht eingesetzt. Allerdings ist es wohl nur noch eine Frage wann, nicht ob, sich die Technologie auch dort durchsetzen wird. Immerhin wurde der Videoassistent im vergangenen Jahr in einer Reihe von Wettbewerben getestet. So auch in der Bundesliga. Die IFAB, das Rechtsorgan des Fußballs, wird in Kürze entscheiden, ob die Nutzung dauerhaft genehmigt wird. Eingedenk des Einsatzes bei der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft in Russland scheint die Antwort darauf aber schon vorweggenommen.

Nicht unumstritten

Der Videoassistent, der es dem Schiedsrichter ermöglicht, Entscheidungen auf einem Pitch-Monitor zu überprüfen oder einen Offiziellen zu Rate zu ziehen, der das Spiel auf einem Video überwacht, wird sich wohl durchsetzen. Wenn auch gegen einige verhaltene aber durchaus vorhandene Widerstände. So behaupten Kritiker immer wieder, dass die Spontaneität aus dem Sport genommen werde.

Jedoch lässt sich der Nutzen des Systems nicht leugnen. Es ermöglicht objektive Entscheidungen basierend auf Tatsachen und nicht auf Verdachtsmomenten und Eindrücken fußend zu fällen. Und ist somit ganz intrinsisch im Sinne des Sportsgeistes. Fakt ist, dass die Genauigkeit der Schiedsrichter aus fast 1000 Spielen, die getestet wurden, auf sagenhafte 99 Prozent gestiegen ist. Gerade gemessen an den immer wiederkehrenden Eskapaden bei WMs (insbesondere 2010 ist in der Hinsicht unvergessen …..) wäre es Unsinn, das System nicht zu nutzen. Wenn sichergestellt werden kann, dass einzelne Spiele oder gar die WM nicht durch die Fehler eines Schiedsrichters entschieden werden, dann spricht nichts dagegen. Und was den Einand der Spielunterbrechungen anbelangt, so ist dieser übertrieben. Tatsächlich wird in Summe viel mehr Zeit für Einwürfe oder Freistöße aufgewendet als für die Korrektur einer möglicherweise falschen Entscheidung.

Mit der Zeit gehen

Allein die technische Verfügbarkeit des Videoassistenten und sein statistisch klar nachvollziehbarer Nutzen, sollte die Diskussion um dessen Einführung zu Grabe tragen. Denn bei aller Romantik: Was hat es mit Sportsgeist zu tun, wenn allein aus einer angestaubten Haltung heraus Fehlentscheidungen hingenommen werden, die technisch leicht zu verhindern wären? Man frage einfach mal die Anhänger und Teams, die es unmittelbar betrifft, wen denen ein Spiel buchstäblich verpfiffen wird. Finden die das dann besonders romantisch und schwätzen mit entrücktem Blick von der Romantik des Fußballs? Wohl kaum. Ein wenig adressierter doch sehr spannender Vorteil des Videoassistenten wäre überdies, dass Spielverschiebungen durch Schiedsrichter signifikant erschwert würden.

Wer ganz ohne Spielverschiebungen meint zu wissen, wie ein Spiel ausgeht, der kann dies gerne auf www.sportwetten.org unter Beweis stellen. Dort kann man sich auch über Strategien rund ums Thema Fußballwetten informieren.