Bangen bis zum Schluss: Petersen hofft, dass vier andere nach Hause fahren müssen

Deutschland wird 2014 Weltmeister
Deutschland wird 2014 Weltmeister / Quelle: Jefferson Bernardes / Shutterstock.com

Nur noch wenige Stunden bis sich für 23 deutsche Nationalspieler der Traum von der WM erfüllt. Aber gleichzeitig wird auch derselbe Traum für vier Unglückliche platzen. Sicher ist bislang nur: es wird einen Torhüter und drei Feldspieler treffen. Ein heißer Kandidat war lange Nils Petersen. Der Freiburger fuhr noch ohne einzigen Länderspieleinsatz zur Vorbereitung der DFB-Mannschaft in Südtirol. Das hat sich gestern Abend geändert. Bei der 1:2-Niederlage gegen Österreich stand Petersen in der Startelf. Der 29-Jährige blickt zurück auf sein Länderspieldebüt und voraus auf die endgültige Nominierung des Bundestrainers für Russland. 

„Ich war froh, dass Anpfiff war und ich zu meinem ersten Länderspieleinsatz kam,“ lacht Petersen, auf die bangen Momente vor Spielbeginn angesprochen. Denn sein erster Einsatz für Deutschland wäre beinahe ja noch im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Das Wörtherseestadion wurde von heftigen Unwettern heimgesucht. Immer weiter verschob sich der Anpfiff nach hinten, bis Schiedsrichter Pavel Kralovec endlich doch anpfiff.

Nervenzerreisende Minuten für den Freiburger Torjäger. Schließlich hatte er nicht mit einer Berufung in die Startelf gegen Österreich gerechnet. „Es war überraschend für mich, weil ich das erste Mal dabei bin und nicht davon ausgehe, gleich zu starten. Umso mehr hat es mich gefreut.“ Und umso bitterer wäre es auch gewesen, wenn sein Nationalelfdebüt den Unwettern zum Opfer gefallen wäre.

Petersen hofft, dass Nichtnominierung vier Mannschaftskollegen trifft

„Natürlich hätte ich gerne ein Tor gemacht oder ein paar gute Aktionen gehabt, um den Bundestrainer noch mehr zu überzeugen,“ resümiert Petersen. Glücklich schätzen durfte er sich dennoch. Immerhin konnte er sich zeigen, hatte mit einer starken Vorbereitung auf Brandt zu einer Großchance auch durchaus ein Highlight.

„Jetzt muss ich hoffen. Es sind ein paar Spieler, die als Wackelkandidaten auf der Liste sind. Ich weiß, dass ich als Neuling einer davon bin. So gut ich alle anderen leiden kann: Ich hoffe, dass es vier andere trifft.“ Neben dem 29-jährigen Mittelstürmer gelten vor allem die Verteidiger Jonathan Tah, Matthias Ginter oder Marvin Plattenhardt als heiße Kandidaten. Keiner der drei erhielt gegen Österreich auch nur eine Minute Einsatzzeit. Aus dem Mittelfeld könnte es Sebastian Rudy, der eingewechselt wurde, aber schwach agierte, oder Julian Brandt, der in der Offensive große Konkurrenz hat, gegen Österreich aber auch etwas Eigenwerbung betrieb, erwischen. Kevin Trapp und Bernd Leno kämpfen im Tor um den Posten als Nummer 3, nachdem Manuel Neuer den Wettlauf gegen die Zeit bis zur WM gewonnen zu haben scheint.