Barcas Quartett: Messi, Suarez, Coutinho und Dembele in WM-Form

Lionel Messi
AGIF / Shutterstock.com

222 Mio. Euro spülte der Verkauf von Neymar an Paris Saint-Germain in die Kassen des FC Barcelona. Doch lange lagen die Millionen dort nicht. Im Sommer erstreikte sich Ousmane Dembele seinen Wechsel vom BVB zu Barca. Liverpool blieb damals bei Philippe Coutinho noch hart. Doch im Winter war er nicht mehr zu halten. Auch der brasilianische Zauberfuß schloss sich den Katalanen an. Insgesamt kosten die beiden inklusive aller Boni zusammen 307 Mio. Euro. Dass sich diese gigantische Investition bezahlt machen dürfte, deuteten die beiden mit ihren neuen Offensivkollegen Suarez und Messi gegen ein heillos überfordertes Girona an. 

6:1 schoss Barcelona den FC Girona nach kurzem anfänglichen Rückstand aus dem Stadion. Überragend war dabei schon das Zusammenspiel des neuen Offensivquartetts.

Lionel Messi düpierte seine Gegenspieler reihenweise, erzielte zwei Tore selbst und hatte bei fast allen Barca-Toren und -Chancen seinen Fuß entscheidend im Spiel. Generell ist der kleine Argentinier in bestechender Form – aber wann ist er das eigentlich nicht? 20 Tore und zwölf Vorlagen in 24 Ligaspielen. Was für jeden normalen Fußballer eine sensationelle Quote wäre, ist für Messi einfach business as usual. Um sein WM-Ticket für die argentinische Nationalmannschaft muss sich der Weltstar natürlich keinerlei Gedanken machen. Er soll die argentinische Seleccion endlich wieder zu einem Titel führen und sich selbst endgültig zum Besten aller Zeiten krönen.

Ähnlich wichtig wie Messi für Argentinien ist Luis Suarez für dessen kleines Nachbarland Uruguay. Und genauso formstark. 20 Tore in LaLiga bislang, 17 davon ab dem zwölften Spieltag. Der uruguayische Nationalstürmer hat sein Visier für die WM scharf gestellt. Und die Mannschaft des mittlerweile legendären Nationaltrainers Oscar Tabarez darf sich durchaus etwas ausrechnen bei der WM in Russland. Die starke WM-Quali mit Platz 2 hinter Brasilien ließ aufhorchen. An der problemlosen Qualifikation für Russland hatte auch Suarez mit fünf Toren und acht Vorlagen einen enormen Anteil. Mit Sturmpartner Edinson Cavani wird er auch bei der WM Schrecken in den Abwehrreihen verbreiten. Gerade die Gruppengegner Ägypten, Saudi-Arabien und Russland dürften dieser Offensivwucht wenig entgegenzusetzen haben.

Primus in der südamerikanischen WM-Qualifikation war unangefochten Brasilien. Die Selecao besteht nun offensiv nicht mehr, wie noch bei der Heim-WM 2014, vor allem aus Neymar. Natürlich ist dieser immer noch Brasiliens Superstar, auf dem Platz erfährt er aber kräftig Unterstützung. Zum Beispiel von Philippe Coutinho. Der Winterzugang von Liverpool erzielte gegen Girona per traumhaftem Schlenzer ins lange Eck sein erstes Ligator für Barcelona. Und auch für Brasilien zeigte er in der WM-Quali fantastische Leistungen.

Nur Dembele muss um Rolle bei WM kämpfen

Von Barcas Offensivquartett muss lediglich Ousmane Dembele um seinen Platz bei der WM-Endrunde zittern. Das liegt einerseits an seinem kindischen Verhalten, mit dem er sich im Sommer seinen Wechsel nach Barcelona erstreikte. Dann verletzte er sich schwer. Er fiel mit einem Muskelriss monatelang aus. Nun scheint er vollends zurück zu sein. Gegen Girona stand er 90 Minuten auf dem Platz und bereitete den letzten Treffer der Katalanen mit viel Übersicht vor.

Doch die Konkurrenz in Frankreichs Offensive ist extrem stark. Bayern Münchens Kingsley Coman spielt eine überragende Saison. Ebenso Florian Thauvin für Olympique Marseille. Und auf Megatalent Kylian Mbappe werden bei der WM sowieso alle Augen gerichtet sein. Griezmann, Martial, Lacazette, Giroud… die Liste französischer Offensiv-Stars lässt sich beliebig erweitern. Ousmane Dembele muss also nun endlich konstant auf, statt neben, dem Platz für Schlagzeilen sorgen. Nur so kann der siebenmalige französische Nationalspieler auf den WM-Zug aufspringen und sein zweifellos riesiges Talent auch auf der größten Fußballbühne der Welt unter Beweis stellen.