Bartra emotional vor Gericht, Aubameyang fehlt entschuldigt

WM 2018 Nachrichten
Foto: jarmoluk / pixabay (CC0 1.0)

BVB-Spieler im Zeugenstand: Abwehrspieler Marc Bartra hat heute Morgen als Zeuge im Prozess gegen Sergej W. (28) ausgesagt, der einen Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verübt haben soll. Pierre-Emerick Aubameyang ist allerdings nicht erschienen.

Zuletzt machten beide BVB-Profis eher aufgrund von Wechselgerüchten Schlagzeilen. Heute Morgen um kurz nach 10 Uhr waren alle Augen auf Marc Bartra im Dortmunder Landgericht gerichtet. Der Spanier schilderte, dass nach der Explosion der drei Sprengsätze sein Kopf zur Seite und sein Smartphone aus der Hand flogen. Er berichtete von starken Schmerzen am Arm. Im Bus des BVB brach Panik aus, weitere Spieler warfen sich zu Boden. Bartra sagte, dass es ihm “nicht gut” gehe, wenn er nur daran denke. Sein Anwalt Alfons Becker verlas außerdem eine schriftliche Erklärung des Spielers: “Ich hatte Todesangst. Und Angst, meine Familie nie mehr wieder zu sehen.” Der 27-Jährige erzählte außerdem, dass er zwar sah, dass seine Kollegen schrien, aber er konnte nichts mehr hören, da es in seinen Ohren zu laut piepte. Er sah Blut, er hatte ein starkes Schwindelgefühl und hatte Angst vor einem weiteren Angriff. Marc Bartra hat nach eigener Aussage den Anschlag bis heute nicht verarbeitet und träume nach wie vor davon. Er sagte auch, dass er sogar dann an den Anschlag denke, wenn er nur mit seiner Tochter spielen würde. Ihn würde es auch sehr belasten, den mutmaßlichen Täter im Gerichtssaal in die Augen zu sehen.

Und Pierre-Emerick Aubameyang? Der tauchte vor Gericht nicht auf. Der wechselwillige Stürmer (Transfer zu Arsenal London soll heute bekannt gegeben werden) soll mit einem fiebrigen Infekt das Bett hüten. Das berichtet die “BILD”-Zeitung. Oberstaatsanwalt Carsten Dombert fand die vorliegende Bescheinigung des Arztes “äußerst dürftig”. Er erklärte weiter: “Ich finde, das sollte sich die Justiz so nicht bieten lassen.” Auch Richter Peter Windgätter ging darauf ein: “Das sehe ich genauso”. Aubameyang droht nun ein Ordnungsgeld. Gut möglich, dass er dann längst in London lebt und spielt.

Dass beide BVB-Spieler heute aussagen sollten, hatte einen Grund: Beide könnten in dieser Transferperiode (am 1. Februar schließt das Transferfenster) noch den Verein wechseln. Richter Windgätter sagte beim letzten Verhandlungstag: “Nicht, dass uns die Spieler durch die Lappen gehen.” Weitere Spieler und Betreuer sollen nicht mehr geladen werden. Der Prozess ist bis Ende März angesetzt.

Sergej W. ist wegen 28-fachen Mordversuchs angeklagt. Am 11. April 2017 hatte er drei Sprengsätze in einer Hecke angebracht. Die Explosion ereignete sich, als sich der Mannschaftsbus des BVB in Gang setzte. Marc Bartra wurde durch einen Splitter schwer verletzt und erlitt einen Armbruch. Sergej W. hat die Tat bereits gestanden, seine Absicht jedoch abgemildert: “Ich wollte nur einen schwerwiegenden Anschlag vorbereiten. Ich habe die Sprengsätze extra so angebracht, dass keine Personenschäden zu erwarten waren.”

Marc Bartra ist nach wie vor ein heißer Wechselkandidat für die Winterpause. Von einem Transfer würde sich der Abwehrspieler auch bessere Chancen auf die Weltmeisterschaft in Russland im Sommer versprechen. Bislang absolvierte der Spanier 13 Länderspiele – das letzte im vergangen November beim 5:0 der Spanier gegen Costa Rica.