Belgien: Courtois und Hazard mit ungeklärter Zukunft

WM 2018 Russland
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Die Belgier Thibaut Courtois und Eden Hazard stehen beide beim FC Chelsea unter Vertrag. Noch, muss man sagen. Denn beide schieben sich gegenseitig den Kugelschreiber zu, um als erster die Unterschrift unter einen verlängerten Kontrakt zu setzen. Gerüchte über einen Vereinswechsel schon im Sommer reißen derweil nicht ab. Kostet Belgien die unsichere Zukunft seiner Stars die nötige Konzentration auf die WM?

Dem FC Chelsea droht der Verlust zweier absoluter Leistungsträger. Denn sowohl mit Torhüter Thibaut Courtois (Vertrag bis 2019), als auch mit Wirbelwind Eden Hazard (Vertrag bis 2020) ziehen sich die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung schon seit geraumer Zeit hin. Beide wollen zwar angeblich bei Chelsea bleiben, doch den ersten Schritt möchte keiner machen.

Thibaut Courtois spricht gegenüber dem “Evening Standard” an, warum keine Bewegung in die Vertragsverhandlungen kommt: “Ermutigen wir uns gegenseitig zu unterschreiben? Ja. Er [Hazard] sagt: ‚Wenn du unterschreibst, unterschreibe ich auch‘, und ich sage dasselbe zu ihm.” So streicht die Zeit ins Land, ohne einen wirklichen Fortschritt für den FC Chelsea.

Andere Vereine werden die stockenden Gespräche ganz genau verfolgen. Denn an Interessenten für die beiden Belgier mangelt es ganz sicher nicht. Allen voran Real Madrid buhlt seit längerem um die Gunst der belgischen Nationalspieler. Courtois könnte die anhaltenden Spekulationen um die dauerhafte Besetzung der Torhüterposition der Königlichen verstummen lassen. Und an spektakulären Offensivkünstlern wie Hazard besteht in Madrid immer besonderes Interesse.

Werden die Vertragspoker zum Problem für Belgien?

Doch nicht nur auf Klub-Ebene schaut ganz Europa auf die Vertragsverhandlungen der beiden belgischen Stammspieler. Auch auf die WM könnte die Ungewissheit um Courtois und Hazard Einfluss haben. Konzentrieren sich die beiden mehr auf ihre persönliche Zukunft als auf den Teamerfolg bei der WM? Reagieren andere Stars genervt auf die anhaltenden Spekulationen um das Chelsea-Duo?

Gewiss ist, dass die goldene Generation aus Belgien nun einmal einen Erfolg bei einem großen Turnier einfahren muss. Schon bei der WM 2014 in Brasilien und der EM 2016 in Frankreich zählten sie zum Favoritenkreis. In beiden Fällen stand am Ende nur das Viertelfinale.

Auf dem Papier zählt Belgien mit Stars wie de Bruyne, Lukaku, Mertens, sowie eben Courtois und Hazard auch in Russland zu den Kandidaten auf den Weltmeistertitel. Doch Nebenkriegsschauplätze und persönliche Interessen können dieses Ziel leicht gefährden.