Beziehung von Meyer und Schalke 04 endet hässlich

WM 2018 Nachrichten
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Der schleichende Abgang von Max Meyer steht seit vergangener Woche fest. Manager Christian Heidel hoffte da noch auf eine ruhige und reibungslose Trennung ohne böse Worte. Diese Hoffnung ist seit dem Wochenende dahin. Das Schalker Eigengewächs reagierte ungehalten auf ein Interview des Schalker Präsidenten Clemens Tönnies, erhob außerdem schwere Vorwürfe gegen Manager Christian Heidel und Trainer Domenico Tedesco. Doch seine Argumentation scheint nicht wirklich stichhaltig. Das letzte Wort in diesem Rosenkrieg dürfte – typisch Schalke – noch nicht gesprochen sein. 

Letzten Donnerstag drückte Schalke-Manager Christian Heidel noch seine Überzeugung aus, „dass es kein böses Wort“ zwischen dem Verein und dem ablösefrei scheidenden Mittelfeldspieler geben werde. So kann man sich täuschen. Denn danach gab Schalkes Präsident ein Interview, in dem er ohne Namen zu nennen, fehlende emotionale Bindung der heutigen Profi-Generation beklagte. „Der Zug des Geldes hat die Emotionen überholt. Diejenigen, die ewig in einem Verein bleiben – da gibt es nicht mehr so viele.“ Meyer schien sich angesprochen zu fühlen.

Denn in einem eigenen Interview nahm er nun zu seinem Abschied Stellung. Mit deutlichen Worten. „Mir ging es nie ums Geld, sonst hätte ich ja das zweite verbesserte Angebot angenommen,“ erklärt der Nationalspieler, der wohl keine Aussicht auf einen Platz im deutschen WM-Kader hat bezüglich des aufgestockten Angebots, das angeblich ein Jahresgehalt von 5,5 Mio. Euro beinhalten sollte. „Deshalb finde ich es auch eine Sauerei von Clemens Tönnies, es im TV so hinzustellen, als ob es mir nur um Geld ginge.“

Meyer erhebt schwere Vorwürfe gegen Heidel und Tedesco

Was ist dann der Grund, dass er seinen Jugendklub, der nächstes Jahr aller Voraussicht nach in der Champions League starten wird und somit auch sportlich eine gute Adresse darstellt, verlässt? „Ich wollte einfach nicht mehr bei Schalke bleiben und unter Herrn Heidel arbeiten,“ greift Meyer den Manager seines Vereins persönlich an. „In letzter Zeit fühlt sich das für mich alles nur noch nach Mobbing an.“ Christian Heidel hätte ihm „vom ersten Tag an gesagt, ich könne gehen. Dann meinte er noch, dass ich nicht mehr viel spielen würde. Ich war nicht mehr erwünscht.“ Auch Trainer Domenico Tedesco habe seit seiner Ankunft auf Schalke zu Saisonbeginn in das selbe Horn gestoßen.

Doch warum hatte Heidel dann lange um den Verbleib des Mittelfeldspielers gekämpft? Warum ging er gerade nach dem verkündeten Abgang von Leon Goretzka für Meyer an die finanzielle Schmerzgrenze beim zweiten, verbesserten Vertragsangebot? Und warum schulte Tedesco den ehemaligen 10er Meyer zum defensiven Mittelfeldspieler um, damit er eine tragende Rolle in der Mannschaft übernehmen konnte, wenn er ihn aus dem Team haben wollte? Die Darstellung des jungen Profis scheinen mehr von verletzten Gefühlen geleitet, denn von tatsächlichen Unstimmigkeiten über längere Zeit.

Unstimmigkeit zwischen Meyer und Tedesco über Nichtberücksichtigung am Samstag

Schon am Samstag widersprach der Mittelfeldmann den Schalker Verantwortlichen, als es um seine Nichtberücksichtigung im Kader für das Spiel gegen Gladbach ging. Offiziell fehlte er wegen einer Fußverletzung. Doch Meyer konterte öffentlich: „Ich kann nur sagen, dass ich nicht verletzt war.“ Trainer Domenico Tedesco räumte daraufhin ein, dass es dem Spieler „inzwischen besser zu gehen scheint.“ Dennoch führte er für die Nichtberücksichtigung gesundheitliche Gründe an. „Max hat das Training am Mittwoch wegen einer Fußverletzung abgebrochen,“ somit hätte dem Mittelfeldspieler „Trainingseinheiten gefehlt, weshalb er letztlich nicht im Kader war“.

Ob es tatsächlich nicht auch an Meyers kommenden Abgang liegen gemocht hat, dass er gegen Gladbach im Schalker Kader fehlte, darf getrost vermutet werden. Doch natürlich arbeitet Schalke bereits am Kader für kommende Saison, zu dem Meyer nicht mehr gehören wollte. Daher ist dieser Schritt durchaus verständlich. Und Meyers öffentliche Reaktion erscheint in dem Licht seines danach folgenden Interviews bereits wie ein erstes Nachtreten gegen seinen zukünftigen Ex-Klub.