Boateng, Thiago, Lewandowski: Zukunft ungewiss bei Bayerns WM-Fahrern

Karl-Heinz Rummenigge
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Ungewöhnlich viel Unruhe herrscht momentan bei Bayern München, während der Sommerpause, in der die WM ja eigentlich sämtliche Aufmerksamkeit auf sich zieht. Doch im Bayern-Kader rumort es heftig. Drei Stars, allesamt WM-Fahrer und Stammkräfte ihrer Nationen liebäugeln mit einem Abschied aus München. Jerome Boateng sucht eine neue Herausforderung im Ausland, Thiago will zurück nach Barcelona und Lewandowski will sich zu Real Madrid streiten. Nun bezieht Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge Stellung zu den Transfermauscheleien. Mit zwei Zugeständnissen und einer knallharten Absage.

Im Fall Boateng zeigt sich Karl-Heinz Rummenigge offen für Verhandlungen. Sicherlich auch, weil der FCB mit Niklas Süle einen beinahe gleichwertigen und deutlich jüngeren deutschen Nationalspieler als Ersatz bereits im Verein hat. „Wenn ein Verein kommt und er [Boateng, Anm. d. Red.] kundtut, dass er zu diesem Verein wechseln möchte, werden wir uns damit befassen,“ wartet Rummenigge daher Angebot anderer Großklubs ab.

Boatengs Berater, der frühere Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger, hat den Verein über die Wechselgedanken seines Klienten informiert. „Wir wissen daher, dass das Thema möglicherweise auf uns zukommen kann“, sagte Rummenigge. Dass es einen Betrag für Boateng gibt, ab dem der FC Bayern schwach wird, verheimlichte er nicht. „Da mache ich kein Hehl draus. Die wird sicher auch nicht niedrig sein.“ Schließlich ist Boateng mit 29 Jahren im besten Fußballeralter und könnte in diesem Sommer bereits seinen zweiten WM-Titel als Stammspieler holen.

Denn an diesem Status rütteln auch die Wechselgedanken des Innenverteidigers nicht. Joachim Löw blickt ganz gelassen, geradezu desinteressiert auf das Thema. „Ich habe nichts gelesen und nichts gehört. Es interessiert mich aber auch überhaupt nicht, was nach dem Turnier passiert,“ richtet der Bundestrainer den Fokus verständlicherweise ausschließlich auf die kommenden vier Wochen in Russland.

Neben Boateng wollen auch Thiago und Lewandowski weg

Auch einen Abgang Thiagos will Rummenigge nicht ausschließen. Der FC Barcelona soll interessiert sein, seinen Ex-Spieler, der für nur 25 Mio. Euro zu den Münchnern gewechselt war, zurückzuholen. Schließlich gilt es das riesige Loch im Mittelfeld, das Andres Iniesta hinterlässt, zu schließen. Rummenigge schreibt den spanischen Nationalspieler natürlich noch nicht ab. Doch gegen eine entsprechende Ablösesumme, die einen deutlichen Transfergewinn für den FCB darstellen würde, ließe er Thiago wohl ziehen. „Wir planen weiter mit ihm. Wobei ich sagen muss, dass wir sehr viele Mittelfeldspieler im Kader haben,“ begründet der Vorstandsvorsitzende.

Hart bleiben die Macher von der Säbener Straße aber in der Causa Lewandowski. „Robert fühlt, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere braucht. Die Verantwortlichen des FC Bayern wissen darüber Bescheid,“ ließ dessen Berater Pini Zihavi verlautbaren. Und das nicht nur einmal. Doch auf solche Sperenzchen geht Rummenigge gar nicht ein. „Ich habe schon vor Wochen gesagt, ich nehme Wetten auf Lewandowskis Verbleib bei uns an – die nehme ich heute noch an,“ lautet sein trockener Kommentar dazu.

Der polnische Angreifer selbst will derweil ganz auf die WM fokussiert bleiben. „Mit Transferangelegenheiten beschäftigt sich mein Manager. Ich will mich nur auf das Wichtigste konzentrieren, also auf die Vorbereitung auf die WM,“ verkündete der Starspieler der Polen, die am Dienstag mit der Begegnung mit Senegal in das Turnier einsteigen. Außerdem soll auch das Interesse von Real Madrid, dem Wunschverein des Polen, bereits abgekühlt sein.

Während der WM gilt es für die drei Spieler andere Ziele zu verfolgen. Doch nach dem globalen Turnier werden wohl sowohl Jerome Boateng, als auch Thiago und Robert Lewandowski ihre Abwanderungsgedanken neu aufnehmen.