Brasilien: Tumulte und Tränen bei einzigem öffentlichen Training

Neymar
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Pfiffe gegen die Spieler, Tränen und ein Polizeieinsatz. Das hatten sich die Brasilianer sicher anders vorgestellt. Beim einzigen öffentlichen Training vor der WM in Russland, hat es kein Fest mit den Fans gegeben – sondern eine Menge Unmut und große Tumulte. Was war passiert?

Rund 400 Fans der brasilianischen Nationalmannschaft warteten vor dem Eingang des Trainingsgeländes Granja Comary (Bundesstaat Rio de Janeiro). Das Nachrichtenportal UOL berichtete am Freitag, dass die Fans den Verkehr blockierten. Alle hatten aber nur ein Ziel: Sie wollten die Seleção bei ihrem einzigen öffentlichen Training beobachten. Schließlich wurden aber nur 200 Menschen auf das Gelände gelassen. Die andere Hälfte musste stundenlang vor geschlossenen Toren warten. Die Fans wurden unruhig, es entwickelten sich tumultartige Szenen. Tränenüberströmte Kinder wurden aus den Massen gezogen.

Je ungeduldiger die Fans wurden, desto rabiater ging schließlich auch die Polizei vor. Die Spieler des WM-Kaders bekamen den Frust der Zuschauer ab. Einige buhten die Profis aus und riefen „es war 7:1“ – eine Anspielung auf die 1:7-Demütigung vor vier Jahren im Halbfinale der Heim-WM 2014 gegen Deutschland.

Brasilien testet gegen Österreich und Kroatien

Am morgigen Sonntag fliegt das Team um Superstar Neymar nach London, um die Vorbereitung auf das Turnier fortzusetzen. Die Seleção absolviert außerdem gegen Kroatien und Österreich Testspiele. Am 17. Juni ist Brasilien gegen die Schweiz erstmals bei der WM im Einsatz. Weitere Gruppengegner sind Costa Rica und Serbien.

Brasilien zählt neben Deutschland, Frankreich und Spanien zum engsten Favoritenkreis in Russland. Ob Neymar sofort seine beste Leistung abrufen wird, ist noch völlig unklar. Nach einem Mittelfußbruch wurde der teuerste Spieler der Welt Anfang März operiert. Erst vor kurzem begann der Superstar wieder mit leichtem Training. Bis zu seiner Verletzung spielte Neymar eine starke Saison bei Paris Saint-Germain – mit 30 Pflichtspielen, 28 Toren und 18 Vorlagen. Für 222 Millionen Euro wechselte er im vergangenen Sommer vom FC Barcelona nach Paris. Für die brasilianische Nationalmannschaft kam er bislang 83 Mal zum Einsatz (53 Tore, 36 Vorlagen). Bei der 1:7-Schmach gegen Deutschland fehlte er verletzt.