BVB zittert sich in Champions League – Reus Lichtblick, Schürrle katastrophal

Marco Reus
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Im rechnerisch nicht ganz unkomplizierten Champions League Rennen war für den BVB die Ausgangslage klar und einfach. Ein Punkt musste in Sinsheim beim Gastspiel gegen die TSG Hoffenheim mindestens her, dann würde die Dortmunder Borussia als Tabellendritter in die Champions League einziehen. Bayer Leverkusen hätte dann bei seinem Heimspiel gegen Hannover 96 machen können, was sie wollen. Doch dank zahlreicher Dortmunder Unzulänglichkeiten entwickelte sich eine Zitterpartie. Die Macher beim BVB werden eine neue Mannschaft um Marco Reus, den einzigen Lichtblick, herum aufbauen müssen. 

Der Start der Dortmunder war eigentlich gar nicht schlecht. Die Dreierkette mit Piszczek, Akanji und Schmelzer, die in der Rückwärtsbewegung durch Pulisic und Guerreiro zu einem Fünferriegel aufgestockt wurde, stand sicher. Und offensiv kamen die Schwarz-Gelben zu ersten Gelegenheiten. So scheiterte etwa Raphael Guerreiro an TSG-Schlussmann Oliver Baumann. Doch die Dortmunder machten sich die konzentrierte Anfangsphase selbst zunichte. Und das in Person von Keeper Roman Bürki. Der Schweizer Nationaltorhüter konnte einen Rückpass nicht verarbeiten, klärte ihn unter Druck genau in die Beine von Andrej Kramaric statt auf die Tribüne. Der formstarke kroatische Nationalstürmer nahm den Ball an und jagte ihn an Bürki vorbei zum 1:0 in die Maschen.

Zehn Minuten später hätte Dortmunds Andre Schürrle, der noch auf den deutschen WM-Zug aufspringen möchte, dann für den Ausgleich sorgen können. Doch dem Weltmeister von 2014 versagten alleine vor Baumann die Nerven und er scheiterte kläglich. So stellt der Außenbahnspieler wirklich keine Alternative für Bundestrainer Joachim Löw dar. Besser machte es sein Dortmunder und DFB-Kollege Marco Reus, der in dieser Form mit nach Russland muss. Von Guerreiro nicht optimal bedient, konnte der 28-Jährige den Ball dennoch mit Glück und Geschick mitnehmen und aus kurzer Distanz an Baumann vorbeibugsieren.

Reus und wer noch? BVB vor großem Umbruch nach WM

Doch auch das Tor ihres Führungsspielers half alles nichts. Die TSG war einfach hungriger, zielstrebiger und bissiger. So gingen nach weiteren Toren von Adam Szalai und Pavel Kaderabek die drei Punkte und Rang Drei im Endklassement vollkommen verdient an die TSG Hoffenheim. Auch Julian Weigl und Mario Götze konnten keine Eigenwerbung für sich in Richtung deutscher WM-Kader betreiben. Weigl ging im defensiven Mittelfeld, wie einigen seiner Mitspieler auch, jeglicher Biss und Aggressivität ab. Götze dagegen schmorte über 90 Minuten auf der Bank.

So kann die Frage nicht lauten, ob es einen Umbruch in Dortmund geben muss, sondern lediglich wer von ihm verschont bleiben kann. Marwin Hitz wird Roman Weidenfeller, der noch ein paar Augenblicke auf dem Platz verbringen durfte zum Ende seiner Karriere, als Nummer 2 ersetzen. Doch ob diese Verpflichtung zwischen den Pfosten reicht angesichts der schlimmen Patzer von Roman Bürki wird abzuwarten bleiben.

Stefan Lichtsteiner, 34-jähriger Schweizer Außenverteidiger von Juventus Turin, wird gehandelt um dem Kader Erfahrung und Gewinner-Mentalität zuzuführen. Ebenso der talentierte offensive Dribbler Mohamed Elyounoussi vom FC Basel. Doch vor allem in der Zentrale fehlt ein Leader, ein Zweikampfmonster. Thomas Delaney soll angeblich für diese Position das Dortmunder Interesse geweckt haben. Doch alles kann das noch lange nicht sein, schaut man auf die blutlosen Auftritte gegen Mainz 05 und die TSG Hoffenheim zum Saisonabschluss. Und wohl auch zum Abschluss der Zeit von Peter Stöger in Dortmund. Auf den neuen Trainer wartet mehr als eine Handvoll Aufgaben.