Can pocht auf Führungsrolle in Nationalmannschaft

WM 2018
Paparacy / Shutterstock.com

Vor wenigen Wochen stoppten Emre Cans Berater alle Verhandlungen über eine mögliche Zukunft ihres Klienten. Der deutsche Nationalspieler, dessen Vertrag Ende Juni ausläuft, wolle sich ganz auf seine Restsaison beim FC Liverpool und die Vorbereitung auf die anstehende WM konzentrieren. Doch nun meldet sich Can gegenüber der Süddeutschen Zeitung selbst bezüglich eines möglichen neuen Arbeitgebers zu Wort. Und lässt auch keinen Zweifel aufkommen, wie er seine Rolle im DFB-Team künftig sieht. 

„Für mich ist entscheidend, dass ich ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft bin und der Verein die Aussicht auf Titel hat. Davon träumt jeder Fußballer, denn das ist die Belohnung für die Arbeit,“ erklärt Can die Vorstellungen, die er von seinem neuen Arbeitgeber hat. Denn ob der Confed-Cup-Sieger des vergangenen Sommers den FC Liverpool auf Titelkurs sieht, darf zumindest angezweifelt werden.

Dank seiner starken Spielzeit kann der 24-jährige Forderungen an seinen neuen Klub stellen. „Ich habe das Selbstbewusstsein zu sagen, dass meine Qualitäten ausreichen, um in der nächsten Saison in einem ganz großen Verein zu spielen.“ Auch wieder in Deutschland?

„Klar, die Bundesliga würde mich reizen, wieso nicht?“ stellt Can in Aussicht. Um dann aber doch ehrlich einzuschränken, „dass das Niveau in den vergangenen Jahren nachgelassen hat. Das hängt natürlich mit dem Geld zusammen. Die Premier League hat die Power, mehr Geld für die Spieler auszugeben als die Bundesliga. Das ist für Spieler schon sehr, sehr wichtig.“

Nur auf die Premier League möchte der deutsche Nationalspieler sich dennoch nicht fixieren. „Ich komme in England super zurecht. Hier geht es körperlich zur Sache, das liegt mir. Auch die spanische Liga ist reizvoll. Dasselbe gilt für Deutschland, wo es taktischer zugeht, und den italienischen Klubfußball, der zuletzt weiter aufgeholt hat. Was übrigens auf Frankreich genauso zutrifft, diese Liga hat sich mittlerweile enorm etabliert unter den besten in Europa. Daher möchte ich nichts ausschließen, weil ich nicht weiß, was ich ab Sommer machen werde.“

Can will Führungsrolle in DFB-Team einnehmen

Hohe Ansprüche hat Emre Can nicht nur an seinen Arbeitgeber in der nächsten Saison, sondern auch an sich selbst. Besonders auch in der Nationalmannschaft. Dort lautet sein Ziel „viel öfter zu spielen, Führung zu übernehmen. Ich bin jetzt ein paar Jahre dabei. Bisher habe ich nicht immer auf meiner Position spielen können, deshalb konnte ich vielleicht auch nicht immer unter Beweis stellen, was ich kann. Aber verstehen Sie mich nicht falsch: Ich spiele dort, wo ich spielen soll. Und wenn der Trainer sagt, ich soll ins Tor gehen, dann mach ich auch das,“ will der 20-fache Nationalspieler diesen Einwand nicht als Jammern verstanden wissen.

Für die WM muss er sich auf seiner Position im zentralen Mittelfeld mit einigen der besten Spieler der Welt messen: Toni Kroos, Ilkay Gündogan und Sami Khedira. Realistischer scheint da die Rolle des Back-Ups, also ein Kampf um die Plätze mit Sebastian Rudy oder Leon Goretzka.