Dänen-Stürmer Poulsen versteht Rücktritt Hasenhüttels bei Leipzig

WM 2018
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Yussuf Poulsen, Angreifer bei RB Leipzig, und sein Trainer Ralph Hasenhüttel waren ein Erfolgsgespann. Zwei Jahre Bundesliga, zwei Mal qualifizierte sich der von Red-Bull-Millionen hochgepäppelte Klub für das internationale Geschäft. Im ersten Jahr gelang direkt der Einzug in die Königsklasse, wo das Aus in der Gruppenphase folgte. In diesem Jahr wurde es als Sechster der Endtabelle der Bundesliga immerhin die Europa League. Doch diese Zusammenarbeit endete trotzdem. Nachdem die Leipziger Verantwortlichen Hasenhüttel mit einem am kommenden Saisonende auslaufenden Vertrag in die Saison schicken wollten, zog der Österreicher die Reißleine. Eine Entscheidung, die der dänische WM-Fahrer Poulsen nachvollziehen kann.

„Wenn ich an Stelle des Trainers gewesen wäre und die Zukunft ungewiss, hätte ich auch nicht weitergemacht. Aber das ist eben so,“ lässt der 23-Jährige verlautbaren. Die Autorität des Trainers hätte in Teilen der Mannschaft, vor allem bei unzufriedenen Ersatzspielern, mit einem auslaufenden Vertrag zu sehr gelitten. Das sah Hasenhüttel so, weshalb er sich vom Brause-Klub trennte. Und im Winter sahen das auch noch die Leipziger Verantwortlichen so. Es sollte an einer gemeinsamen Vertragsverlängerung vor Ablauf der zurückliegenden Saison gearbeitet werden.

Doch dann drehte sich der Wind bei den Entscheidungsträgern gegen eine schnelle Ausweitung der Zusammenarbeit. Der Leipziger Macher Ralf Rangnick erläutert das wie folgt: „Im Gegensatz zum Winter bin ich (…) zu der Erkenntnis gekommen, dass ein weiteres gemeinsames Jahr zunächst einmal ausgereicht hätte. Für Ralph (Hasenhüttel) gab es jedoch keinerlei Alternative zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung (über 2019 hinaus; d. Red.). Es war daher sein ausdrücklicher Wunsch, den Vertrag aufzulösen.“ Diesem Wunsch wurde dann entsprochen.

Poulsen hält Rangnick für geeigneten, aber unwilligen Nachfolger

Für Yussuf Poulsen wie die gesamte Leipziger Mannschaft war die Entscheidung ihres ehemaligen Trainers Hasenhüttels dennoch eine Überraschung: „Auf jeden Fall! Wir sind schon davon ausgegangen, dass er noch ein Jahr weitermacht. Aber ich habe auch Zeitung gelesen und mitbekommen, wie das entstanden ist. Ich habe für beide Seiten Verständnis.“ Schließlich will es sich Poulsen natürlich auch nicht mit seinem Klub verscherzen.

Ralf Rangnick, der momentan noch als Sportdirektor in Sachsen tätig ist, wäre eine sehr gute Lösung in Poulsens Augen auf der Trainerposition. „Mit ihm waren wir ja schon mal erfolgreich. Es ist ein gute Option. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er das wirklich beides machen will. Gerade in der Bundesliga ist so ein Doppeljob schon eine Riesen-Belastung. Und er sieht sich vielleicht auch eher als Sportdirektor statt als Trainer,“ gibt der Däne zu bedenken. Außerdem bleibt fraglich, ob den Angreifer die Entscheidung für einen neuen Leipziger Übungsleiter überhaupt noch betrifft. Der Noch-Leipziger, der während der vergangenen Saison seinen unangefochtenen Stammplatz einbüßte, wird nach der WM, an der er mit Dänemark teilnimmt, mit einem Wechsel nach Wolfsburg in Verbindung gebracht. Dort ist klar, wer sein neuer Trainer wäre: Bruno Labbadia.