Deschamps veröffentlicht Frankreich-Kader für Testspiele

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24 Mann werden am 23. März gegen Kolumbien und am 27. März gegen WM-Gastgeber Russland die Möglichkeit bekommen, sich bei Didier Deschamps für den französischen WM-Kader aufzudrängen. Es sind die letzten Tests, bevor die Nationaltrainer ihren definitiven Kader für die WM-Endrunde im Juni und Juli bekannt geben müssen. Und somit steigt der Druck gerade für die Spieler, die noch auf der Kippe für Russland stehen. Denn alle 24 werden sicher nicht mit nach Russland fahren können, einer muss gestrichen werden. Und momentan verletzte Profis, wie Bayerns Kingsley Coman, werden ihren Hut auch noch in den Ring werfen. 

Tor: Im Tor gibt es keine Überraschungen bei der Equipe Tricolore. Die drei Torhüter Hugo LLoris von Tottenham Hotspur, dessen langjähriger Ersatzmann Steve Mandanda sowie der aufstrebende Alphonse Areola, der bei PSG Kevin Trapp auf die Bank verdrängte, bilden bei den Testspielen das Torwart-Trio der Franzosen. Und auch im WM-Kader dürfte es auf dieses Dreigestirn zwischen den Pfosten hinauslaufen. Stammtorwart ist seit Jahren Hugo Lloris. Den Platz zwischen den Pfosten dürften ihm seine beiden Mannschaftskameraden Areola und Mandanda auch bei der WM nicht streitig machen können.

Verteidigung: Mit Samuel Umtiti und Raphael Varane, die wohl das gesetzte Innenverteidiger-Pärchen in Russland darstellen werden, sowie Routinier Laurent Koscielny, Youngster Presnel Kimpembe und den Außenverteidigern Lucas Digne und Djribil Sidibe war im Vorfeld gerechnet worden. Mit dabei ist aber auch Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart. Die schwäbischen Verantwortlichen taten den Wert des 21-Jährigen für seinen Klub erst kürzlich deutlich Kund. Und auch für Les Bleus-Coach Deschamps ist der zweimalige Nationalspieler dank seiner Vielseitigkeit wertvoll. Vor allem auf den defensiven Außenbahnen ist die Equipe Tricolore alles andere als üppig besetzt.

Und noch eine weitere Überraschung weist der Frankreich-Kader für die anstehenden Testspiele in der Defensive auf: Lucas Hernandez. Der Innenverteidiger von Atletico Madrid hat erst Anfang März klargemacht, dass er für die spanische Nationalmannschaft auflaufen will. “Ich bin Franzose und habe einen französischen Pass. Aber wir werden sehen, es liegt in den Händen der Behörden. Ich habe mit Didier Deschamps gesprochen und wir haben über alles geredet. Ich denke, der Trainer weiß jetzt, was ich denke und das ist das wichtigste”, meint der 22-Jährige. Man darf gespannt bleiben, wie die Posse um Lucas Hernandez und die französische Nominierung weitergeht. Eine Eskalation ist nicht auszuschließen. Theo, Lucas’ jüngerer Bruder, und seines Zeichens Profi bei Real Madrid, blieb im vergangenen Sommer dem Treffpunkt der französischen U21 fern, nachdem er für diese nominiert wurde. Auch er möchte für Spanien spielen.

Frankreich: Die Nominierungen im Mittelfeld und Angriff

Mittelfeld: Weniger kontrovers geht es im Mittelfeld zu. Neben den wohl gesetzten N’Golo Kante und Paul Pogba wurden noch Juve-Routinier Blaise Matuidi, Adrien Rabiot von PSG und Bayerns Durchstarter Corentin Tolisso für die Zentrale berufen.

Angriff: Im Angriff sind Les Bleus wohl am breitesten und hochwertigsten aufgestellt. Für die Flügel nominierte Didier Deschamps Paris’ Wunder-Teenie Kylian Mbappe, Manchester Uniteds Anthony Martial, Thomas Lemar vom AS Monaco, Florian Thauvin von Olympique Marseille sowie Ousmane Dembele. Der 20-jährige Tempodribbler hat am Mittwoch Abend endlich sein erstes Tor für den FC Barcelona beim 3:0 Erfolg über den FC Chelsea im Rückspiel des Champions League Achtelfinales erzielt.

Für das Sturmzentrum hat Didier Deschamps bei den Testspielen die Wahl zwischen zwei kleinen wendigen Angreifern oder einem körperlich starken Mittelstürmer, der Bälle prallen lassen kann. Bei diesem handelt es sich um Olivier Giroud, Winterverpflichtung vom FC Chelsea. Die beiden flinken, dribbel- und spielstarken Stürmer sind Superstar Antoine Griezmann, der bei Atleticos 5:1 im Europa League Achtelfinal Rückspiel gegen Lok Moskau als Einwechselspieler den Schlusspunkt setzte, und Wissam Ben Yedder vom FC Sevilla. Letzterer brachte sich mit seinem Doppelpack gegen Manchester United am Dienstag in die Schlagzeilen. Durch den 2:1 Sieg über die Red Devils warfen die Andalusier die Red Devils aus der Champions League und zogen selbst ins Viertelfinale ein. Nun könnte ihm als direkte Belohnung sein Debüt für die Frankreich winken.