Deutschland-Check: Ist wirklich jede Position doppelt besetzt?

So sieht das neue Deutschland Trikot 2018 für die WM in Russland aus
Foto: Twitter / @DFB_Team

Jede Position muss doppelt besetzt sein. Nach diesem Leitmotiv wählte Bundestrainer Joachim Löw seinen 23-Mann-Kader für die WM in Russland aus. Doch wer könnten die jeweiligen Spieler sein? Wer könnte in der Stammelf stehen – wer stünde als Backup bereit? Wir machen den Check.

Nachdem Bernd Leno, Jonathan Tah, Nils Petersen und Leroy Sané aussortiert wurden, stehen nun die 23 deutschen WM-Fahrer fest. Bundestrainer Löw betonte, dass er jede Position doppelt besetzt haben möchte. Neben einem Stammspieler auf der jeweiligen Position, müsste es also mindestens einen Backup geben.

Im Tor ist die Sache klar: Manuel Neuer vom FC Bayern wird in Russland die deutsche Nummer 1 sein. Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona bleibt nur die Rolle des Ersatzmannes. Kevin Trapp (Paris Saint-Germain) ist dessen Stellvertreter und als Nummer 3 ohne große Einsatzchance für Deutschland.

Als Rechtsverteidiger wird Joshua Kimmich vom FC Bayern München gesetzt sein – trotz seines schwachen Auftritts im Testspiel gegen Österreich. Als Backup ist Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach eingeplant. Auch Sebastian Rudy (FC Bayern München) könnte die Position spielen. Als Linksverteidiger wird Jonas Hector vom 1. FC Köln Stammspieler sein. Herthas Marvin Plattenhardt ist sein Backup – könnte aber lediglich zum WM-Touristen werden. In der Innenverteidigung sind Mats Hummels und Jerome Boateng vom FC Bayern gesetzt. Boateng steigt allerdings erst heute wieder in das Mannschaftstraining ein. Hinter den beiden Abwehr-Assen stehen Niklas Süle (FC Bayern) und Antonio Rüdiger (FC Chelsea) bereit. Auch Ginter kann in der Innenverteidigung spielen.

Kein klassischer Özil-Ersatz in Deutschlands Mittelfeld

Im Mittelfeld von Deutschland führt kein Weg an Toni Kroos von Real Madrid vorbei. Sein Vertreter dürfte Sebastian Rudy sein. Neben Kroos dürfte Sami Khedira (Juventus Turin) seinen Stammplatz sicher haben. Sein Stellvertreter wäre dann Ilkay Gündogan (Manchester City), der im Nationalteam zuletzt eher enttäuschte. Auf der linken Offensivseite kommt es zum Duell Julian Draxler (Paris Saint-Germain) gegen Marco Reus (Borussia Dortmund). Draxler war Kapitän beim Confed-Cup, Reus in Top-Form ist allerdings stärker einzuschätzen. Gut möglich, dass auf dieser Position während des Turniers rotiert wird. Auf der rechten Seite dürfte erneut Thomas Müller (FC Bayern) seinen Platz sicher haben. Julian Brandt (Bayer Leverkusen) könnte bei seinem ersten großen Turnier aber eine wichtige Joker-Rolle einnehmen. Als Spielgestalter wird Löw auf Mesut Özil von Arsenal London setzen. Einen klassischen Vertreter hat er aber nicht. Der Noch-Schalker Leon Goretzka wäre eine Variante, wenn auch defensiver.

Im Angriff dürfte Löw mit Timo Werner auf einen Stürmer setzen, der blitzschnell ist und Lücken in die gegnerische Defensive reißen kann. Mario Gomez könnte als Backup – und klassischer Strafraumstürmer – bereit stehen. Sollte Deutschland das Verletzungspech ereilen, könnten auch Thomas Müller oder Marco Reus weiter vorne spielen.

Demnach hat Joachim Löw auf jeder Position mindestens zwei Optionen. Sollte sich ein Spieler bis zur ersten Partie der deutschen Mannschaft noch verletzen, könnte der Bundestrainer noch Akteure nachnominieren. Dabei muss es sich nicht unbedingt um die zuletzt aussortierten Leno, Tah, Petersen oder Sané handeln. In neun Tagen (14. Juni) startet die Weltmeisterschaft in Russland – mit dem Auftaktmatch des Gastgebers gegen Saudi-Arabien.