Deutschland: Viel Arbeit für Löw, Kritik von Kroos

So sieht das neue Deutschland Trikot 2018 für die WM in Russland aus
Foto: Twitter / @DFB_Team

Ein weiteres ungeschlagenes Spiel hätte Deutschland noch abliefern müssen. Dann wäre der Uralt-Rekord von Jupp Derwall, der einst 23 Spiele am Stück mit der deutschen Nationalelf nicht verlor, eingestellt. Durch das 0:1 gegen Brasilien endet die Serie von Jogi Löw bei 22 Spielen ohne Niederlage (0:2 im EM-Halbfinale gegen Frankreich). Doch wichtiger als alle Rekorde ist die Vorbereitung auf die WM. Und die zweite Garde präsentiert sich dafür noch nicht als annähernd gleichwertiger Ersatz. Was Kritik von Führungsspieler Toni Kroos hervorrief. 

Nach der Niederlage gegen Brasilien zeigte sich Nationaltrainer Jogi Löw schnell wieder positiv und nach vorne gewandt: “Mir bereitet kaum etwas große Sorgen. Weil ich weiß, dass die Mannschaft zu etwas ganz anderem fähig ist. Jede Mannschaft hat mal so einen Tag, an dem es nicht läuft. Ich weiß, was wir können und welche Mentalität wir haben,” zeigt er großes Vertrauen in die Stärke seiner Mannschaft.

Auch Julian Draxler meint: “Es war ein guter Weckruf zur rechten Zeit. Man sieht, dass wir noch einiges verbessern müssen, wenn wir den Titel verteidigen wollen.” Und der PSG-Profi verbleibt voller Zuversicht für die WM-Endrunde in Russland: “Ich sehe nicht schwarz Richtung WM.”

Toni Kroos kritisiert Spieler aus der zweiten Reihe

Anders sah dies Toni Kroos. Er bemängelt das zu große Gefälle zwischen der vermeintlich ersten Mannschaft und den Spielern, die Druck auf diese um die Stammplätze ausüben sollte. Einerseits findet Kroos nämlich: “Wenn wir mit unserer ersten Elf spielen, können wir Brasilien absolut Paroli bieten, wenn nicht sogar mehr.” Gegen Brasilien standen aber mit Kevin Trapp, Antonio Rüdiger, Marvin Plattenhardt, Leon Goretzka oder Leroy Sane Spieler auf dem Platz, die eine Chance bekommen sollten, sich in Szene zu setzen. Gelingen wollte ihnen das aber nicht. Was Toni Kroos deutlich ansprach.

“Positiv war, dass wir hinten raus ein bisschen besser Fußball gespielt haben. Mannschaftlich überwiegt heute aber klar das Negative. Wir haben klar gesehen, dass wir doch nicht so gut sind wie manche vielleicht denken. Das war deutlich zu wenig von vielen heute. Wir haben kaum einen Ball vorne gehalten. Wir haben uns viel zu einfach abkochen lassen, haben die Zweikämpfe nicht so angenommen,” bemängelt Kroos vor allem die Einstellung. “Und das, obwohl wir heute einige Spieler auf dem Platz hatten, die die Möglichkeit hatten, sich auf dem Niveau zu zeigen. Das haben sie nicht getan. Es war vielleicht ganz gut zu sehen, dass da noch eine Menge Luft ist nach oben. Das heißt aber nicht, dass wir nicht zur WM fahren brauchen,” schließt der Mittelfeldmann von Real Madrid dann doch noch halbwegs versöhnlich.