Deutschlands Auftaktgegner Mexiko mit großem Selbstbewusstsein – und Ablenkungen

Mexiko
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Der Anspruch der Mexikaner ist klar: Nicht weniger als der Weltmeistertitel soll für El Tri in Russland herausspringen. Ein erstes Ausrufezeichen wollen die Nordamerikaner am Sonntag in ihrer Auftaktpartie gegen den noch amtierenden Titelträger Deutschland setzen. Doch die letzten Nachrichten aus dem Lager von Mexiko sind alles andere als Mut erzeugend. Ein handfester Skandal lenkt die Mannschaft und das Umfeld momentan von der eigentlich wichtigen Vorbereitung ab. Und gegen Dänemark setzte es ein ernüchterndes 0:2. Für das fand sich im Anschluss aber eine kuriose Erklärung.

Die Nationalmannschaft Mexikos habe ein Sex-Fest mit etwa 30 Escort-Ladies gefeiert, titelten die mexikanischen Gazetten aufgeregt. Chicharito, die Sturmhoffnung aus Mexiko, die aus seiner Zeit in Leverkusen bestens in Deutschland bekannt ist, versucht aber die Luft aus der Geschichte zu nehmen. „Die Wahrheit ist, dass es ein Treffen war, um meinen Geburtstag zu feiern,“ führt der frisch 30-Jährige an. Die ganze Mannschaft sei gekommen, mit Ausnahme von Jesus Corona, der aus privaten Gründen fehlte. Auch „viele andere Leute“ hätten mitgefeiert, aber „keinerlei Escort-Damen oder ähnliches,“ beteuert Chicharito.

Und auch dem Vorwurf der Medien, die Mannschaft von Mexiko sei in sich zerstritten, treten die mexikanischen Führungsspieler entgegen. Der Hinweis für einen Paparazzo, der die Party aufdeckte, soll aus dem Kreis der Mannschaft gekommen sein. Dem wiederspricht Kapitän Andres Guardado entschieden. Die Nationalmannschaft von Mexiko sei „geschlossener denn je“ und fokussiere sich voll auf ihr großes Ziel. Auch Chicharitio bekräftigt: „Wir alle wollen Weltmeister werden!“ Sollte dies tatsächlich gelingen wäre der vermeintliche Orgien-Skandal sicherlich in Luft aufgelöst.

Verlor Mexiko absichtlich gegen Dänemark?

Bleibt aber noch die schwache Vorstellung gegen Dänemark. Mexiko verlor mit 0:2. Leipzigs dänische Stürmer Yussuf Poulsen traf traumhaft. Doch selbst für diese Niederlage fanden die mexikanischen Spieler eine, nun ja, mehr oder weniger plausible Erklärung. Sie hätten nicht ihr volles Potenzial offenbaren wollen, argumentierte im Nachhinein Nationalkeeper Guillermo Ochoa. Trainer Osoria habe im Vorfeld seine Spielern gar explizit angewiesen, keinesfalls ihr ganzes Können zu zeigen. Für taktische Experimente wie diese wird Osorio selbst in der euphorischen Heimat skeptisch beobachtet.

Dennoch hält Bundestrainer Joachim Löw große Stücke auf den ersten Kontrahenten. „Mit ihren Positionswechseln und ihrer Raumaufteilung sind sie schon sehr weit,“ lobt der deutsche Nationalcoach. „Die Mexikaner sind selbstbewusst, stolz, stark und fußballerisch sehr gut,“ lobt er weiter. „Eine Mannschaft, die, wie wir, auch sehr viel Ballbesitz haben möchte und sehr gut nach vorn spielt. Sie sind extrem laufstark, lassen nie von dir ab.“ Dem deutschen Team steht im Auftaktspiel scheinbar ein heißeres Tänzchen bevor, als auf Chicharitos Geburtstagsfeier stattfand.