DFB-Präsident Reinhard Grindel spricht sich für den Videobeweis bei der WM 2018 aus

Der Videobeweis kommt bei der WM 2018 zum Einsatz
Foto: Marco Verch / Flickr (CC BY 2.0)

In den vergangenen Wochen und Tagen gab es zahlreiche Diskussionen über die Einführung des Videobeweis bei der WM 2018. Eine offiziell Entscheidung diesbezüglich hat der Fußball-Weltverband FIFA noch nicht getroffen. Nun hat sich auch DFB-Präsident Reinhard Grindel dazu geäußert und sich für den Videobeweis bei der WM-Endrunde kommenden Sommer in Russland ausgesprochen.

Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Der Videobeweis ist ein kontroverses Thema im Fußball. In den meisten europäischen Top-Ligen ist das technische Hilfsmittel bereits Gang und Gebe. Seit der Saison 2017/18 auch in der Fußball Bundesliga. Während sich die nationalen Verbände relativ einfach tun bei der Einführung dieser Technik, sieht dies bei der FIF deutlich anders aus. Knapp vier Monate vor Beginn der WM 2018 steht immer noch nicht fest ob bei dem Turnier der Videobeweis zum Einsatz kommt oder nicht.

Reinhard Grindel: Es wäre komisch, wenn der Videobeweis nicht zum Einsatz kommt

Im Interview mit der Rheinischen Post hat sich DFB-Präsident Reinhard Grindel nun ebenfalls zu der anhaltenden Debatte rund um den Videobeweis und dessen Einführung bei der WM-Endrunde geäußert. Der 56-jährige macht kein Geheimnis daraus, dass er ein klarer Befürworter dieser Technik ist: „Es wäre merkwürdig, wenn ich bezogen auf die Bundesliga dieses technische Mittel unterstütze, weil es den Fußball gerechter macht, und es bei der WM ablehnen würde. Deswegen bin ich grundsätzlich dafür, den Videoassistenten auch in Russland einzusetzen.“

Auch wenn es in der Bundesliga nahezu jede Woche neue Streitigkeiten rund um den Videobeweis gibt, hat dieser laut Grindel einen positiven Einfluss auf das Spiel genommen: „Zahl der strittigen Situationen ging zuletzt deutlich zurück. Die Zahl der Entscheidungen, mit denen der Fußball tatsächlich gerechter geworden ist, nimmt zu. Insofern sehe ich den Videobeweis auf einem sehr guten Weg.“

IFAB lobt den Videobeweis

Die International Football Association Board (IFAB) hat sich vor wenigen Tagen ebenfalls zum Thema Videobeweis geäußert und dabei durchaus interessante Zahlen bzw. Statistiken offen gelegt. Insgesamt 800 Spiele in über 20 Ländern mit Einsatz der Videobeweis-Technik wurden von der IFAB ausgewertet und das Ergebnis ist eindeutig: Demnach sind 98,9 Prozent aller Entscheidungen der Video Referees (VAR) korrekt gewesen. Zudem kam es laut der IFAB zu weniger als fünf VAR-Situationen, in mehr als Zwei Drittel der Spiele wurde der Video-Assistent nicht benötigt.

Eine finale Entscheidung ob der Videobeweis bei der WM 2018 zum Einsatz kommt, wird voraussichtlich das FIFA-Council auf seiner Sitzung am 15./16. März in Kolumbiens Hauptstadt Bogota entscheiden. Bereits Anfang März wird die IFAB eine Grundsatzentscheidung treffen, ob der Videobeweis überhaupt einsatzfähig ist für die WM, hierbei handelt es sich jedoch um keine offizielle Einführung, sondern vielmehr um eine Empfehlung. In der Vergangenheit ist die FIFA jedoch stets den Empfehlungen der IFAB gefolgt. Das internationale Gremium setzt sich aus acht Mitgliedern zusammen – jeweils eine Stimme haben die vier britischen Verbände (England, Nordirland, Schottland, Wales), insgesamt vier hat die FIFA. Für Regeländerungen sind Dreiviertelmehrheiten (sechs Stimmen) erforderlich.