Die Entwicklung des Fußballs in Russland

WM 2018
Foto: Agência Brasil / Wikipedia (CC BY 3.0 BR)

Bevor morgen der Confed Cup 2017 als Vorgeschmack auf die kommende Weltmeisterschaft 2018 in Russland beginnt, lohnt es sich einen Blick auf die Entwicklung des Fussballs in „Mütterchen“ Russland zu werfen.

Im Gegensatz zu Eishockey, der beliebtesten Sportart Russlands, ist der Fussball in Russland noch nicht so beliebt wie in anderen Teilen der Welt. Selbst in hiesigen Breitengraden weniger interessante Sportarten erfreuen sich in Russland größerer Beliebtheit als „König Fussball“. So gilt der Kampfsport „Sambo“ als offizielle Nationalsportart und hat seine Wurzeln im japanischen Judo. Wer seine Freizeit nicht mit dem Kampfsport zubringt, der vertreibt sie sich eher durch Eishockey, Slotspiele oder kleinere Teamsportarten im Freien.

Der russische Fussball hat erst durch den Einstieg des Oligarchen Roman Abramowitsch beim FC Chelsea London ein erweitertes Interesse innerhalb der Bevölkerung für den Sport geweckt.

In der Geschichte waren die russischen Nationalmannschaften nicht sehr erfolgreich, abgesehen  vom Gewinn der Europameisterschaft 1960 und zwei Goldmedaillengewinnen bei den Olympischen Spielen 1956 und 1988. Diese Erfolge wurden jedoch von der Sowjetunion errungen, die aufgrund der Größe eine beeindruckende Einwohnerzahl von knapp 300 Millionen Menschen hatte. Das heutige Russland hat zum Vergleich „nur“ noch eine Einwohnerzahl in Höhe von knapp 150 Millionen Menschen.

Hin und wieder haben russische Mannschaften jedoch gezeigt, dass mit ihnen in Zukunft zu rechnen ist. So haben mit ZSKA Moskau (2005) und Zenit St. Petersburg (2008) zwei Mannschaften die Europa League gewonnen und auch die Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft 2008 ihr Potenzial gezeigt. Die Investitionen in die Jugendarbeit werden weiter vorangetrieben und aufgrund des hohen Potenzials Russlands in Bezug auf Ressourcen und Größe, wird die Entwicklung des Fussballs in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen – auch dank der Weltmeisterschaft im eigenen Land. So gab Generaldirektor des Organisationskomitees ein Budget in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar für die WM-Austragung aus.