Die Gruppe A der WM 2018 vorgestellt

Gruppe A

Als Kopf der Gruppe A war Russland gesetzt, als Gegner bekam der Gastgeber die Teams aus Uruguay, Ägypten und Saudi-Arabien zugelost.

Russland

Der WM-Gastgeber Russland musste sich bekanntlich als einziges Team nicht in der Qualifikation für das Turnier behaupten, sondern stand bereits als Teilnehmer fest. Somit hatte die Mannschaft ihre letzten Pflichtspiele beim Confed Cup 2017 im eigenen Land. Die Generalprobe ging jedoch nicht so aus, wie es sich der Gastgeber erwartet hat. Zwar gewannen die Russen ihr erstes Spiel gegen Neuseeland mit 2:0, die Partien gegen die beiden WM-Teilnehmer aus Portugal und Mexiko gingen allerdings verloren. Mit drei Punkten lag Russland am Ende der Vorrunde nur auf dem dritten Rang und verpasste damit den Einzug in die K.o.-Runde.

Auch bei der WM 2014 und der EM 2016 war für die russische Mannschaft jeweils schon nach der Vorrunde Schluss. Als größten Erfolg kann das Team den Einzug ins Halbfinale bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz vorweisen. Im Kader der Russen für die Heim-WM werden sich aller Voraussicht nach fast nur Spieler befinden, die in der russischen Liga kicken. Vor allem die Spitzenclubs Spartak Moskau und Zenit Sankt Petersburg haben die besten Spieler des Landes unter Vertrag. Der beste Stürmer des Teams, Fjodor Smolow, ist jedoch beim FK Krasnodar aktiv.

Uruguay

Uruguay ist die einzige Nation in Gruppe A, die sich bereits zum Weltmeister krönen konnte. Allerdings sind die Titel aus den Jahren 1930 und 1950 schon einige Jahrzehnte her. Durchaus erfolgreich verlief die Qualifikation für die WM 2018 für die Südamerikaner. In der Gruppe mit allen zehn Mitgliedern des Verbands CONMEBOL belegte Uruguay am Ende einen respektablen zweiten Platz und musste dabei nur dem Rekord-Weltmeister Brasilien den Vortritt lassen. Argentinien dagegen konnten die Uruguayer mit drei Punkten Vorsprung hinter sich lassen. Mit Edinson Cavani stellte das Team außerdem den besten Torschützen der Südamerika-Qualifikation, der Stürmer von Paris Saint-Germain traf insgesamt zehn Mal. Zusammen mit Luis Suárez vom FC Barcelona bildet Cavani eines der gefährlichsten Sturm-Duos bei der Weltmeisterschaft. Der Rest der Mannschaft fällt dagegen in Sachen Qualität etwas ab. Lediglich die beiden Innenverteidiger José María Giménez und Diego Godín, die bei Atlético Madrid ihr Geld verdienen, stechen aus der Hintermannschaft hervor.

Ägypten

Keine Nation konnte so oft den Afrika-Cup gewinnen wie Ägypten: Sieben Mal holten die Pharaonen den kontinentalen Titel. Umso überraschender ist es, dass die Teilnahme an der WM 2018 erst der dritte Auftritt der Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft sein wird. Nur 1934 und 1990 konnten sich die Ägypter für das Turnier qualifizieren und blieben dabei jeweils ohne Sieg. Die Hoffnung, dass sich dies in Russland ändern wird, ist vor allem mit einem Mann verknüpft: Mohamed Salah. Der Stürmer von FC Liverpool ist derzeit der heißeste Anwärter auf die Nachfolge von Cristiano Ronaldo als bester Fußballer der Welt.

Kein Spieler von Liverpool hat seit Existenz der Premier League häufiger in einer Saison getroffen als Salah, der zudem zum besten Spieler der Saison 2017/2018 in der englischen Liga gewählt wurde. Und auch im Trikot seiner Nationalmannschaft markiert er in schöner Regelmäßigkeit seine Tore. Fünf waren es in der Qualifikation für die WM 2018, wodurch er sich zusammen mit Préjudice Nakoulma aus Burkina Faso zum besten Torschützen des afrikanischen Qualifikationsturniers machte. Entscheidend waren vor allem die beiden Treffer, die Salah Anfang Oktober gegen den Kongo erzielte. Der 2:1-Sieg sicherte seinem Land nämlich das Ticket nach Russland.

Saudi-Arabien

Saudi-Arabien geht nicht nur als krasser Außenseiter in die Gruppe A, sondern gleich ins ganze Turnier. Denn das Team aus Asien ist der am schlechtesten in der Weltrangliste platzierte Teilnehmer der WM 2018 – knapp hinter dem Gastgeber aus Russland. Die Qualifikation für das Weltturnier gelang durch einen denkbar knappen zweiten Platz in der Gruppe hinter Japan und vor Australien. Lediglich die um zwei Treffer bessere Tordifferenz gegenüber den Australiern sorgte dafür, dass Saudi-Arabien das Ticket nach Russland direkt löste und sich die Play-off-Duelle gegen Syrien und Honduras ersparte. Mit Mohammad Al-Sahlawi haben die Saudis den besten Torschützen der gesamten Asien-Qualifikation in ihren Reihen.

Der Stürmer vom heimischen Club Al-Nassr traf insgesamt 16 Mal. Wie er stehen sämtliche Spieler der Nationalmannschaft bei Vereinen in der saudischen Liga unter Vertrag. Ein gleichermaßen kurioser wie umstrittener Deal zwischen dem saudi-arabischen Fußballverband und der spanischen Primera División sorgte zuletzt für Aufsehen: Neun saudische Spieler wurden an ebenso viele spanische Clubs ausgeliehen, um dort vom Training zu profitieren. Denn eine Garantie, auch zum Einsatz zu kommen, haben sie nicht. So stand der Mittelfeldspieler Salem Al-Dawsari, der von Al-Hilal an CF Villareal ausgeliehen ist, keine einzige Minute für die Spanier auf dem Feld.

Die wichtigsten Duelle

Große Erwartungen der Gastgeber sind an das Eröffnungsspiel geknüpft, in dem am 14. Juni die russische Mannschaft auf Saudi-Arabien trifft. Das eigentliche Highlight der Gruppe dürfte aber die andere Partie des ersten Spieltags sein, nämlich die von Uruguay gegen Ägypten. Spannung verspricht das abschließende Match der Gruppe zwischen den Russen und Uruguay am 25. Juni, weil es dabei um das Erreichen der K.o.-Runde gehen wird.

Unser Fazit zur Gruppe A

Aller Voraussicht nach kommt es in Gruppe A zu einem Dreikampf zwischen Uruguay, Ägypten und Russland. Als unumstrittene Favoriten gehen dabei die Südamerikaner in die Duelle, bei Ägypten kommt es vor allem darauf an, ob Mohamed Salah seine überragende Form beibehält. Die Russen könnten von ihrem Heimvorteil profitieren, werden aber wohl nicht zu den besten beiden Teams gehören. Saudi-Arabien wird keine Rolle für den Ausgang der Gruppe spielen.