Die Gruppe E der WM 2018 vorgestellt

Gruppe E

Der Rekordweltmeister Brasilien spielt in Gruppe E gegen die europäischen Vertreter aus der Schweiz und Serbien sowie gegen Costa Rica.

Brasilien

Fünf Weltmeisterschaften holte die brasilianische Nationalmannschaft in ihrer Geschichte – mehr als jedes andere Team. Zuletzt musste das stolze Fußball-Land jedoch einige Demütigungen hinnehmen. Bei der Heim-WM 2014 gingen die Brasilianer im Halbfinale denkwürdig mit 1:7 gegen Deutschland unter, beim Copa América Centenario im Jahr 2016 schafften sie es nicht, in der Gruppe mit Peru, Ecuador und Haiti unter die besten zwei Teams zu kommen. Umso souveräner gelang die Qualifikation für die WM 2018, in der Brasilien nur zu Anfang eine 0:2-Niederlage in Chile einstecken musste. Danach blieb die Mannschaft 17 Mal ungeschlagen und belegte am Ende den ersten Platz in der Tabelle.

Neymar
Foto: Fernando Frazao / Wikipedia (CC BY 3.0 BR)

Mit Gabriel Jesus (sieben Tore), Neymar und Paulinho (jeweils sechs) verfügten die Brasilianer über die beste Offensive in der CONMEBOL-Qualifikation. Weil sich Neymar jedoch Ende Februar einen Knochenbruch im rechten Fuß zuzog, bangt nun die ganze Nation um den Einsatz des Superstars. Ohne ihn wird es zweifellos schwierig für die Brasilianer, den Titel zu gewinnen. Andererseits haben sie auch andere Hochkaräter wie Roberto Firmino vom FC Liverpool, Casemiro von Real Madrid und Willian vom FC Chelsea in ihren Reihen.

Schweiz

Die Schweiz nahm an den letzten drei Weltmeisterschaften teil und tat dies bei der WM 2014 sogar recht erfolgreich. Beim letzten Turnier von Trainer Ottmar Hitzfeld mussten sich die Schweizer im Achtelfinale Argentinien erst in der Verlängerung geschlagen geben. Auch bei der EM 2016 war in der Runde der letzten 16 Teams Schluss, diesmal kam das Aus im Elfmeterschießen gegen Polen. In der Qualifikationsrunde für die WM 2018 lieferten sich die Eidgenossen ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Europameister Portugal, das auf einen Showdown im Oktober 2017 in Lissabon hinauslief. Das Duell entschieden die Portugiesen letztlich mit 2:0 für sich und verwiesen damit die Schweiz auf den zweiten Rang der Tabelle.

Schweizer Nationalmannschaft
Die Schweizer Nationalmannschaft

Im Play-off um die WM-Teilnahme traf diese auf Nordirland und legte den Grundstein im Auswärtsspiel in Belfast, in dem ein 1:0 gelang. Weil das Rückspiel torlos ausging, konnten die Schweizer ihr Ticket nach Russland buchen. Aus dem Kader des Alpenlandes ragt kein Offensivspieler besonders heraus. In der Qualifikation war der Ex-Frankfurter Haris Seferović mit vier Treffern der beste Schütze der Mannschaft, gefolgt wurde er von Stephan Lichtsteiner mit drei Toren und gleich vier Spielern mit je zwei Treffern. Mehrere Schweizer Kicker sind in Deutschland aktiv, unter ihnen der Schalker Breel Embolo, der Hoffenheimer Steven Zuber und der Dortmunder Manuel Akanji.

Serbien

Für Serbien ist die Weltmeisterschaft in Russland das erste Turnier seit der WM 2010, bei der die Mannschaft schon in der Vorrunde die Segel streichen musste. Sowohl die Europameisterschaften 2012 und 2016 als auch die Weltmeisterschaft 2014 fand ohne das Team aus Osteuropa statt. Daher war die Freude im Land groß, als die serbische Nationalmannschaft die Qualifikation für die WM 2018 schaffte. In einer verhältnismäßig schwachen Gruppe, in der auch Irland, Wales und Österreich vertreten waren, sicherte sie sich den ersten Tabellenplatz mit zwei Punkten Vorsprung vor den Iren. Die Spieler aus dem Kader der Serben sind über ganz Europa verteilt.

Einige davon spielen auch in Deutschland, darunter Matija Nastasić vom FC Schalke 04, Filip Kostić vom Hamburger SV und Mijat Gaćinović von Eintracht Frankfurt. Der namhafteste Spieler im Kader ist wohl Nemanja Matić, der bei Manchester United im defensiven Mittelfeld aktiv ist. Die größte Torgefahr geht von Aleksandar Mitrović aus, der in der WM-Qualifikation sechs Treffer für die Serben erzielte.

Costa Rica

Zum insgesamt fünften Mal konnte sich Costa Rica für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Zuletzt war das Team aus Mittelamerika bei der WM 2014 zugegen und feierte mit dem Einzug ins Viertelfinale seinen bis dato größten Erfolg. Beim CONCACAF Gold Cup im Jahr 2017 schafften die Costa Ricaner sogar den Sprung ins Halbfinale, wo sie sich dem späteren Sieger USA geschlagen geben mussten. In der Qualifikation für die WM 2018 blieb das Team in der vorletzten Runde gegen Panama, Haiti und Jamaica ungeschlagen und zog somit ungefährdet in die entscheidende Gruppenphase ein. Dort gab es zwar zwei Niederlagen, dennoch konnte der zweite Platz gesichert werden, der zur Reise nach Russland berechtigte.

Die besten Torschützen aus Costa Rica waren Christian Bolaños und Marco Ureña mit jeweils vier Treffern. Der Kader ist relativ erfahren, der Mannschaftskapitän Bryan Ruiz und der Mittelfeldspieler Celso Borges weisen jeweils mehr als 100 Länderspiele und über 20 Tore auf. Der größte Teil der Spieler verdient sein Geld in Nord- und Mittelamerika, der Star des Teams, Torwart Keylor Navas, ist jedoch Stammspieler bei Real Madrid.

Das wichtigste Duell

Entscheidend für den Kampf um Rang zwei in der Tabelle und damit den Einzug ins Achtelfinale ist das Match zwischen Serbien und der Schweiz, das am 22. Juni stattfindet.

Brasilien ist haushoher Favorit

Brasilien wird es sich nicht nehmen lassen, die Gruppe zu gewinnen und als Tabellenerster ins Achtelfinale einzuziehen. Dahinter geht es zwischen der Schweiz und Serbien heiß her. Einen leichten Vorsprung haben dabei wohl die Eidgenossen.