Die Gruppe G der WM 2018 vorgestellt

Gruppe G

Die beiden europäischen Teams aus Belgien und England sowie Tunesien und Panama duellieren sich in Gruppe G.

Belgien

Seit Jahren schon geht die belgische Nationalmannschaft als Geheimfavorit bei großen Turnieren an den Start. Mehr als der jeweilige Einzug ins Viertelfinale bei der WM 2014 und der EM 2016 sprang dabei jedoch nicht heraus. Nichtsdestotrotz haben die Belgier noch immer einen Kader, der mit herausragenden Spielern gespickt ist. Wie gut diese sind, haben sie während der WM-Qualifikation unter Beweis stellen können. Gegen Teams wie Griechenland und Bosnien und Herzegowina blieb Belgien ungeschlagen und musste nur beim 1:1 im Heimspiel gegen die Griechen Punkte lassen. Der mit Abstand beste Torschütze der Gruppe war Romelu Lukaku, der in zehn Partien elf Mal traf.

In der gesamten UEFA-Qualifikation bedeutete das den dritten Platz in der Torjägerliste hinter Robert Lewandowski (16 Treffer) und Cristiano Ronaldo (15). Lukaku, der bei Manchester United spielt, ist einer der jungen Angreifer Belgiens, zu denen auch Divock Origi vom VfL Wolfsburg, Thorgan Hazard von Borussia Mönchengladbach und Yannick Carrasco vom chinesischen Club Dalian Yifang zählen. Für eine gute Mischung sorgen dazu erfahrenere Kicker wie der Kapitän Eden Hazard vom FC Chelsea, Kevin De Bruyne von Manchester City und Nadja Nainggolan vom AS Rom. Hinter dem 24-jährigen Stürmer Michy Batshuayi, der vom FC Chelsea an Borussia Dortmund ausgeliehen war, steht nach einer Verletzung ein Fragezeichen. Dennoch kann eine belgische Mannschaft in Topform für einige Überraschungen in Russland sorgen.

England

Neben Deutschland, Spanien und Belgien war England eines der vier Teams, die die europäische Qualifikation zur WM 2018 ohne Niederlage absolvierten. Zwei Unentschieden in Schottland (2:2) und Slowenien (0:0) kosteten die Briten Punkte, am Ende war der erste Tabellenplatz angesichts von acht Punkten Vorsprung vor der Slowakei ungefährdet. Damit machte der Weltmeister von 1966 den ersten Schritt, wieder eine wichtige Rolle im Weltfußball zu spielen. Von dieser war nämlich in der jüngeren Vergangenheit kaum mehr etwas zu spüren. Bei der WM 2014 verabschiedeten sich die Engländer ohne Sieg nach der Vorrunde, bei der EM 2016 war nach einer peinlichen Niederlage gegen Island im Achtelfinale Schluss.

Große Hoffnungen lasten auf den Schultern von Harry Kane, dem Stürmer von Tottenham Hotspur. Der war mit fünf Treffern auch der erfolgreichste Schütze der Engländer in der Qualifikation. Unterstützt wird er im Angriff von Kickern wie Dele Alli, Raheem Sterling und Eric Dier. Die nötige Erfahrung bringen Spieler wie Torhüter Joe Hart sowie Gary Cahill und Ashley Young mit. Auch Jamie Vardy, der 2017 Leicester City zur Meisterschaft schoss, kann mit seiner Torgefahr ein wichtiger Faktor für das englische Team werden.

Tunesien

Ungeschlagen marschierte auch Tunesien durch die Qualifikation und setzte sich in der entscheidenden Gruppenphase gegen die Republik Kongo, Libyen und Guinea durch. Es ist das erste Mal seit 2006, dass die Tunesier wieder an einer WM teilnehmen. Bei ihren bisherigen vier Auftritten bei Weltmeisterschaften kamen sie jedoch nie über die Vorrunde hinaus. Eine Vielzahl an Spielern aus dem tunesischen Kader ist entweder für Clubs in ihrem Heimatland oder in Frankreich aktiv.

Zu ihnen gehören der Mittelfeldspieler Wahbi Khazri von Stade Rennes und Stürmer Taha Yassine Khenissi von Espérance Sportive de Tunis. Eine empfindliche Schwächung erlitt das Team durch eine schwere Verletzung seines Stürmers Youssef Msakni vom katarischen Verein Al-Duhail, der als torgefährlichster Spieler Tunesiens gilt. Doch auch mit ihm wäre es für die Nordafrikaner enorm schwer, erstmals in ihrer WM-Geschichte über die Vorrunde hinauszukommen.

Panama

Neben Island gehört Panama zu den beiden Nationen, die in Russland zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft vertreten sein werden. Nachdem die Mittelamerikaner jahrzehntelang zu den schlechtesten Nationalmannschaften des Verbands CONCACAF zählten, machten sie in den vergangenen 13 Jahren mehrfach auf sich aufmerksam. In den Jahren 2005 und 2013 gelang ihnen jeweils der Einzug ins Finale der CONCACAF-Meisterschaft, 2009 gewannen sie außerdem den Copa Centroamericana.

Eine knappe 2:3-Niederlage im letzten Qualifikationsspiel gegen die USA sorgte dafür, dass Panama die WM 2014 verpasste. In der Qualifikation für Russland spielten die USA wiederum eine wichtige Rolle für Panama. Da die Vereinigten Staaten nämlich ihr letztes Match mit 1:2 in Trinidad und Tobago verloren und Panama gleichzeitig mit 2:1 gegen Costa Rica gewann, schob sich die panamaische Mannschaft noch auf Rang drei der Abschlusstabelle und damit auf einen direkten Qualifikationsplatz für die WM 2018. Die meisten Spieler Panamas sind für Vereine in Nord- oder Südamerika aktiv. Eine Ausnahme bildet der Torwart Jaime Penedo, der in Rumänien für Dinamo Bukarest spielt.

Neben Penedo haben einige weitere Kicker aus Panama schon mehr als 100 Länderspiele absolviert – allen voran der Mittelfeldspieler Gabriel Gómez, der mit über 140 internationalen Auftritten der aktuelle Rekordhalter ist. An der Spitze der ewigen Torschützenliste der panamaischen Nationalmannschaft liefern sich die beiden Stürmer Blas Pérez und Luis Tejada ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Viele wichtige Spieler Panamas sind teilweise weit über 30 Jahr alt, für sie dürften die Auftritte in Russland die einzigen auf der großen Fußballbühne bleiben.

Das wichtigste Duell

Die Gruppe G hat ein eindeutiges Spitzenduell, nämlich das zwischen Belgien und England. Es geht am 28. Juni über die Bühne und bildet damit den Abschluss der Gruppe. Im Normalfall geht es dabei um den ersten Platz in der Tabelle und damit um die bessere Ausgangslage in der K.o.-Runde.

Unser Fazit: Belgien oder England

Die Lage in der Gruppe ist klar: Belgien und England machen untereinander aus, wer als Erster und wer als Zweiter ins Achtelfinale einzieht. Für Tunesien und Panama geht es dagegen nur darum, ein paar Punkte zu erspielen und sich achtbar von der WM zu verabschieden.