Die Gruppe H der WM 2018 vorgestellt

Gruppe H

In Gruppe H sind Polen, der Senegal, Kolumbien und Japan vertreten.

Polen

Dass mit der polnischen Nationalelf international wieder zu rechnen ist, hat sie bei der EM 2016 unter Beweis gestellt. Dort erreichte sie das Viertelfinale, wo sie erst im Elfmeterschießen am späteren Europameister Portugal scheiterte. Für die Weltmeisterschaft konnten sich die Polen erstmals seit 2006 wieder qualifizieren und lieferten dafür eine durchaus ansprechende Leistung ab. In einer Gruppe mit Dänemark, Montenegro und Rumänien verlor Polen nur eine Partie (die in Dänemark) und sicherte sich mit dem ersten Tabellenplatz die Teilnahme an der WM in Russland. Robert Lewandowski, der Stürmerstar der Polen und vom FC Bayern München, wurde mit 16 Treffern zum besten Torschützen der gesamten europäischen Qualifikationsrunde.

Nur in einer der zehn Partien seiner Polen traf er nicht, in drei dagegen erzielte er einen Hattrick. Logischerweise ist das Spiel der Osteuropäer stark auf Lewandowski zugeschnitten, der inzwischen auch der beste Torschütze in der Geschichte seiner Nationalmannschaft ist. Sein Ersatzmann im Sturm ist der junge Arkadiusz Milik vom SSC Neapel, aus dem Mittelfeld kommen Pässe von Kamil Grosicki von Hull City oder Grzegorz Krychowiak von West Bromwich Albion. Neben Robert Lewandowski sind zwei weitere Spieler aus dem aktuellen Kader der Polen bei deutschen Vereinen unter Vertrag, nämlich die Verteidiger Łukasz Piszczek von Borussia Dortmund und Marcin Kamiński vom VfB Stuttgart.

Kolumbien

Eine durchaus unerwartete Leistung vollbrachten die Kolumbianer bei der WM 2014, als sie das Viertelfinale erreichten und dort nur knapp mit 1:2 gegen den Gastgeber Brasilien verloren. Beim Copa América Centenario im Jahr 2016 zogen sie sogar ins Halbfinale ein und gewannen letztlich das Spiel um Platz drei gegen die USA. In der engen Tabelle der Südamerika-Qualifikation für die WM 2018 belegte Kolumbien den vierten Rang, mit nur einem Punkt Vorsprung auf Peru und Chile. Die Platzierung bedeutete jedoch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Der beste Torschütze der Kolumbianer in der Qualifikation war James Rodríguez, der sechs Treffer erzielt hat und derzeit beim FC Bayern München beschäftigt ist.

Obwohl er erst 26 Jahre alt ist, zählt er bereits zu den besten Torschützen in der Geschichte seines Landes. An der Spitze der Liste der Rekordtorschützen liegt mit Radamel Falcao der Kapitän der Mannschaft, der bei AS Monaco unter Vertrag steht. Weitere kolumbianische Kicker bei europäischen Spitzenclubs sind der Torwart David Ospina vom FC Arsenal, der Verteidiger Cristián Zapata vom AC Mailand und der Mittelfeldspieler Carlos Sánchez von Espanyol Barcelona.

Senegal

Nur ein einziges Mal war der Senegal bislang bei einer Weltmeisterschaft vertreten, nämlich 2002 in Japan und Südkorea. Dort zogen die Afrikaner ins Viertelfinale ein. Das gleiche Ergebnis erzielten sie auch beim letzten Afrika-Cup im Jahr 2017. In der Qualifikation für die WM 2018 mussten sich die Senegalesen gegen Südafrika, die Kapverden und Burkina Faso durchsetzen und schaffte dies souverän. Ohne Niederlage und mit nur zwei Unentschieden in den sechs Partien belegte der Senegal schließlich den ersten Tabellenplatz und darf nun nach Russland fahren. Die besten Torschützen der Mannschaft in der Qualifikation waren Cheikh N’Doye und Diafra Sakho, die allerdings beide nur je zwei Treffer erzielten.

Die besten Spieler des senegalesischen Teams stehen in England und Frankreich unter Vertrag, der derzeit wohl bekannteste unter ihnen ist Sadio Mané vom FC Liverpool. Dazu kommen Mame Biram Diouf, der bis 2014 bei Hannover 96 spielte und dann zu Stoke City wechselte, und Idrissa Gueye vom FC Everton. Noch immer in Hannover spielt der Verteidiger Salif Sané. Der senegalesische Kader hat eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, bei denen es vor allem um ein funktionierendes Mannschaftsgefüge geht.

Japan

Die Japaner sind fast schon Stammgast bei der Weltmeisterschaft: An den letzten fünf Auflagen des globalen Turniers nahmen die Asiaten teil. Mehr als das zweimalige Erreichen des Achtelfinales sprang dabei allerdings nicht heraus. Viel besser sieht da schon die Bilanz der Japaner beim Asien-Cup aus, den sie bereits vier Mal gewinnen konnten – zum bislang letzten Mal im Jahr 2011. Bei der Qualifikation für die WM 2018 setzte sich die japanische Mannschaft zunächst ungeschlagen gegen Teams wie Syrien und Afghanistan durch und zog ungefährdet in die entscheidende Runde ein. Mit einem Sieg Ende August 2017 im vorletzten Spiel gegen Australien sicherten sich die Japaner bereits ihr Ticket für Russland, die anschließende Niederlage in Saudi-Arabien hatte daher keine Bedeutung mehr. Der japanische Kader besteht gleichermaßen aus Spielern von japanischen und von europäischen Clubs.

Der Kapitän Makoto Hasebe steht bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag, bei Fortuna Düsseldorf spielen mit Genki Haraguchi und Takashi Usami gleich zwei japanische WM-Fahrer. Berechtigte Hoffnungen auf eine Nominierung für den Kader kann sich Shinji Okazaki machen. Der Stürmer, der 2017 mit Leicester City englischer Meister wurde, fand bei Japans ehemaligem Nationaltrainer Vahid Halilhodžić lange keine Berücksichtigung. Weil Halilhodžić aber im April 2018 entlassen und durch Akira Nishino ersetzt wurde, sind Okazakis Chancen auf eine Rückkehr ins Team merklich gestiegen. Immerhin ist der Stürmer der einzige noch aktive Nationalspieler Japans, der 50 oder mehr Treffer in Länderspielen erzielt hat.

Die wichtigsten Duelle

Das bedeutendste Match der Gruppe findet am 24. Juni zwischen Polen und Kolumbien statt. In diesem geht es aller Wahrscheinlichkeit nach darum, welches der beiden Teams am Ende an der Spitze der Tabelle stehen wird. Spannend werden auch die beiden Begegnungen am letzten Spieltag sein. Am 28. Juni spielen Japan und Polen sowie der Senegal und Kolumbien gegeneinander – beste Gelegenheit für die Asiaten und die Afrikaner, den leichten Favoriten ein Bein zu stellen.

Fazit

Die Gruppe H ist möglicherweise die ausgeglichenste des gesamten Turniers. Dennoch sind Polen und Kolumbien leichte Favoriten auf das Weiterkommen – vorausgesetzt, dass die Bayern-Spieler Robert Lewandowski und James Rodríguez in Topform sind. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass Japan und der Senegal für Überraschungen sorgen und ein Wörtchen um die Spitzenplätze in der Tabelle mitreden.