Die Schweden-Achse: Vier Erfolgsgaranten im Portrait

Losglück für die deutsche Nationalmannschaft! Die DFB-Elf trifft bei der WM-Endrunde kommenden Sommer in Russland in der Gruppe F auf Schweden, Mexiko und Südkorea. Das erste Gruppenspiel bestreiten Joachim Löw und sein Team am 17. Juni in Moskau gegen Mexiko.
Foto: @DFB_Team / Twitter

Für die größte Überraschung bei den europäischen WM-Playoffs sorgte die schwedische Auswahl. In Hin- und Rückspiel setzten sich die Skandinavier gegen Italien mit 1:0 und 0:0 durch. Somit verpasst die Squadra Azzurra ihre erste WM-Teilnahme seit 1958. Passenderweise feierten die Schweden bei jener Heim-WM ihren größten Erfolg. Erst im Finale konnten sie von Brasilien gestoppt werden. Ob es in Russland bei ihrer ersten WM-Endrunde für die Schweden seit 2006 auch bis ins Finale gehen kann, darf bezweifelt werden. Doch mit ihrer physischen, taktisch disziplinierten Spielweise, sind sie eine Mannschaft die sich kein Gegner wünscht. Sicherlich auch nicht Deutschland, Mexiko und Südkorea, Schwedens Konkurrenten in der Vorrunde. Einen Faktor, für Schwedens Stärke, stellen wir euch hier vor: Vier Spieler, die das Rückgrat des schwedischen Teams bilden. 

Robin Olsen im Tor: Zwei Mal die Null zu halten gegen Italien, die zwar bekanntlich keine Offensivmacht sind, aber doch klarer Favorit gegen Schweden waren, ist mit der Verdienst von Schussmann Robin Olsen. Der 28-Jährige tritt in die Fußstapfen großer schwedischer Torhüter, wie Thomas Ravelli und Andreas Isaksson. Und kann sich im Sommer auf der ganz großen Fußballbühne beweisen. Der Halb-Däne steht beim dänischen Klub FC Kopenhagen unter Vertrag, träumt aber von einem Engagement in der Premier League oder der Bundesliga. Setzt er seine starken Leistungen in der schwedischen Nationalmannschaft bei der WM fort, könnte dieser Traum bald in Erfüllung gehen.

Andreas Granqvist in der Innenverteidigung: Zehn Mal in Folge gewann Zlatan Ibrahimovic von 2007 bis 2016 den Titel Schwedens Fußballer des Jahres. 2017 wurde er abgelöst von Andreas Granqvist. Die Wahl des Innenverteidigers verlief nicht ganz ohne Kontroverse. Viele schwedische Experten und Fans hätten eher Leipzigs Emil Forsberg vorne gesehen. Doch auch der kantige, extrem zweikampfstarke Verteidiger hat diese Auszeichnung mehr als verdient. Schließlich trägt auch er großen Anteil an der gerade defensiv überzeugenden WM-Qualifikation. Als Kapitän ist der 69-malige Nationalspieler auch neben dem Platz ein wichtiger Akteur im schwedischen Mannschaftsgefüge. Und kann bei der WM auch als Reiseleiter und Übersetzer dienen. Denn seit 2013 spielt Granqvist für den russischen Klub FK Krasnodar. Nach der WM wird er aber auch auf Vereinsebene zurück in sein Heimatland zu Helsingborg IF wechseln.

Jakob Johannson im zentralen Mittelfeld: Der Mann von AEK Athen war der Heilsbringer in den Play-Offs gegen Italien. Defensiv standen die Schweden sehr sicher, doch im Fußball muss man auch Tore schießen, um zu gewinnen. Das besorgte der 27-jährige Mittelfeldmann. “Ich habe versucht, eine gute Position außerhalb des Strafraums zu finden, um dem Gedränge aus dem Weg zu gehen. Als der Ball dann zu mir kam, habe ich einfach versucht, ihn flach aufs Tor zu jagen,” beschreibt Johannson sein goldenes, weil schlussendlich ausreichendes Tor gegen Italien. Eigentlich ist der 1,88 Meter große Hüne eher wegen seiner Zweikampfstärke und Passsicherheit gefragt. Doch als ein Tor von Nöten war, erledigte er auch das noch.

Marcus Berg im Sturm: Eigentlich ist Marcus Berg bei schwedischen Länderspielen zuständig für Tore. Gegen Luxemburg gelang ihm das beim 8:0-Sieg in der WM-Quali zum Beispiel gleich vierfach. Insgesamt kam er in der WM-Qualifikation auf acht Treffer. Der Ex-Bundesligaspieler, der zwischen 2009 und 2013 beim HSV eher glücklos agierte, blühte danach wieder auf. Momentan ist er in den Vereinigten Arabischen Emiraten für Al-Ain aktiv. Und auch durchaus treffsicher. In der Liga erzielte er in 16 Partien zwölf Tore und bereitete neun weitere vor. Wollen die Schweden die Gruppenphase der WM überstehen, wird es auch auf Bergs Treffsicherheit ankommen. Defensiv stehen die Schweden traditionell gut, offensiv hapert es häufig ein wenig. Doch Berg sagt selbstbewusst: “Die letzten zwei Jahre waren meine besten in der Nationalmannschaft.” Geht es nach den schwedischen Fans, darf er das bei der WM gegen Deutschland, Südkorea und Mexiko gerne weiter unter Beweis stellen.