Diego Godin träumt davon, WM-Pokal in den Himmel zu recken

WM 2018
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Die ganze Fußballwelt blickt momentan auf Brasilien, wenn es darum geht, einen Favoriten für das WM-Turnier in Russland zu bestimmen. Und das nicht zu unrecht. Schließlich überzeugte die Selecao auch in der südamerikanischen Qualifikationsrunde mit einem souverän eingefahrenen Platz 1. Doch auch die Zweitplatzierten dieser qualitativ hochwertigen Staffel sollte man nicht aus dem Fokus verlieren: Uruguay. Denn dass sie eine Turniermannschaft sind, mit ihrem ekeligen, galligen Spielstil haben die Himmelblauen bereits bewiesen. Und Kapitän Diego Godin träumt bereits von Großem. 

1950 war es zuletzt einem Uruguayer vergönnt, den WM-Pokal in den Himmel zu recken. Seither erreichte das kleine Land vom Rio de la Plata noch dreimal ein WM-Halbfinale, doch jedes Mal scheiterte es auch in der Vorschlussrunde. Doch das soll sich nach dem aktuellen Kapitän Uruguay Diego Godin endlich ändern. „Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an die WM denke,“ verkündet dieser bereits. „Ich träume davon, die Trophäe hochzustemmen – natürlich tue ich das.“

Und der erfahrene Innenverteidiger sieht seine Nation auf einem guten Weg. „Wir haben uns stark für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Wichtig ist jetzt, dass sich niemand verletzt, dass jeder physisch auf der Höhe ist.“ Doch nicht nur diese Qualifikation war stark. Uruguay geht seinen Weg seit vielen Jahren schon konsequent und erfolgreich. Das sieht auch Godin so. „Der große Erfolg dieser Mannschaft ist es, dass wir in den acht Jahren seit Südafrika [WM-Halbfinal-Einzug] unsere Konstanz gefunden haben – in den Qualifikationen zu Weltmeisterschaften, in der Copa America,“ betont der 116-fache Nationalspieler. „Es gibt eine Basis von Spielern, die immer noch gut genug sind anzugreifen und außerdem wurden einige Veränderungen herbeigeführt durch das Einbauen neuer Spieler, Youngster. Aber welchen, die bereits auch über Erfahrung verfügen. Dadurch, dass sie in Europa spielen und für die Nachwuchs-Nationalmannschaften.“

Diego Godin: Das könnte auch seine WM werden

So hat es Uruguay geschafft, seine Nationalmannschaft kontinuierlich zu verjüngen und zu erneuern. „Aber das Nationalteam hat niemals seine Stabilität verloren,“ zeigt sich der Routinier Godin erfreut. „Sie wurde immer wieder neu erfunden. Ich sage immer das gleiche: es ist gut, dass die neuen Spieler in das Team eingebaut wurden. Die Spieler, die dazugekommen sind, haben verschiedene Eigenschaften.“

So hat sich mit den neuen Charakteristika und anderer Stärken der neuen Spielergeneration auch die grundlegende Ausrichtung der Celeste verändernt. Der 32-Jährige hat den Wandel am eigenen Leib erfahren und mitgemacht. „Uruguay hat nun mehr Ballbesitz, spielt mit mehr Drang. Das ist gut – das sind Veränderungen, die das Team verbessert haben.“

Der erfahrene Verteidigerrecke trauert den vergangenen Tagen also keineswegs hinterher, sondern freut sich viel mehr über Innovationen. „Wir sind auf dem richtigen Weg, denn wir haben gute Leistungen gezeigt. Was wir immer zu einander sagen ist, dass wir nicht vergessen dürfen – kein einziger darf das – was unsere Stärken sind. Das ist defensive Festigkeit, die großartige Arbeitsmoral der Mannschaft und, dass wir den Ball schnell zu den Stürmern bekommen. Die sind es, die für uns die Spiele gewinnen. Jetzt genau so, wie sie es in der Vergangenheit getan haben. Das dürfen wir niemals aus den Augen verlieren.“ Bei einem Sturm um Edinson Cavani und Luis Suarez wäre es sicherlich fatal, die beiden Tormaschine nicht zu füttern.

Doch Uruguays Erfolgsgeheimnis liegt immer noch in konsequenter Abwehrarbeit. Und da ist Diego Godin eine Persönlichkeit, die bei der WM ganz besonders glänzen könnte. Und das ist dem 32-Jährigen durchaus auch bewusst. „Persönlich könnte das auch meine Weltmeisterschaft werden. Wegen meiner Erfahrung, meinem Alter, meinem sportlichen Momentum und meiner Reife,“ ist der Profi von Atletico Madrid überzeugt. „Deswegen will ich die WM bis aufs Äußerste auskosten und gewinnen.“