Draxler nach Achtelfinal-Aus von PSG bedient

WM 2018
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Ohne Superstar Neymar hatte Paris Saint-Germain nicht den Hauch einer Chance, das 1:3 aus dem Hinspiel gegen Real Madrid umzudrehen und doch noch in das Viertelfinale der Champions League einzuziehen. Die Königsklasse bleibt einfach der Wettbewerb der Königlichen, die dem aufstrebenden, millionenschweren Team aus Paris vormachte, was es braucht, um eine wirklich große Mannschaft zu werden. Dieser Umstand rief schwere Kritik eines Nebendarstellers hervor. Der erst in der Schlussviertelstunde mitwirkende Julian Draxler holte nach der Partie zur Generalkritik an der Taktik seines Noch-Trainers Unai Emery aus. Dieser muss nach dem frühen Aus in der Champions League um seinen Job fürchten. 

Dass Madrid in dieser Saison durchaus verwundbar ist haben sie immer wieder in der spanischen Liga sowie in der Copa del Rey bewiesen. Sogar in ihrem Vorzeige-Wettbewerb, der Champions League, mussten sich die Königlichen in der Gruppenphase den hungrigen Tottenham Hotspur beugen. Dennoch konnte PSG die Madrilenen in zwei Spielen (1:3 im Hinspiel und 1:2 im Rückspiel) nicht an den Rande eines Ausscheidens bringen.

Für Julian Draxler liegt das gerade im Rückspiel an einer falschen, viel zu abwartenden Taktik des Trainers der Pariser, Unai Emery. “Du musst Real Madrid unter Druck setzen, wenn du 1:3 hinten liegst und nicht ein bisschen den Ball hin- und herschieben und hoffen, dass ein Tor fällt. Ich finde, wir hätten gleich von Anfang an den Gegner unter Druck setzen müssen, und das haben wir nicht getan. Und deswegen sind wir auch verdient ausgeschieden,” lässt der deutsche Nationalspieler keinen Zweifel, dass das Weiterkommen Madrids gerecht war. “Am Ende hat Real das so was von souverän runtergespielt, dass die nicht im Ansatz nervös waren.”

Am Willen und der Bereitschaft der Mannschaft oder an der Unterstützung der Fans lag es gemäß Draxler nicht, dass Real statt Paris ins Viertelfinale einzog. “Insgesamt war es viel, viel zu wenig von uns. Deswegen ist es schwer zu akzeptieren, dass wir heute so sang- und klanglos ausgeschieden sind, weil wir uns sehr viel vorgenommen haben. Die ganze Stadt war heiß, wir waren heiß. Aber wenn wir dann so ein Spiel wie heute abliefern, wo kein Zug drin ist, wo keine Explosivität drin ist – dann kann man natürlich Real Madrid nicht ausschalten.”

Draxler auch über persönliche Situation sauer

Auch seine persönliche Situation stößt Draxler sauer auf und verbessert sicherlich nicht sein Verhältnis zu Noch-Trainer Unai Emery, der nach dem Achtelfinal-Aus in der Königsklasse um seinen Job bangen muss. Eigentlich sollte Draxler bereits in der 71. Minute ins Spiel kommen. Nach dem Ausgleichstreffer aus dem Nichts wurde er aber noch einmal fünf Minuten länger draußen gelassen. Die Gründe sind für Draxler ein Rätsel. “Ich habe es auch nicht ganz verstanden: Das 1:1 ist gefallen, aber ein 1:1 hat uns mal überhaupt nichts gebracht. Deswegen habe ich gedacht, vielleicht sollten wir weiter auf die Tube drücken und offensiv spielen, aber ich weiß nicht genau, was da los war. Auf jeden Fall war ich überrascht und ein bisschen sauer, wie man sieht.”

Teil der Wahrheit ist aber auch, dass Julian Draxler in den letzten Wochen nicht nachhaltig auf sich aufmerksam machen konnte, wenn er denn nun einmal zum Einsatz kam. Auch im Hinspiel gegen Real konnte der Deutsche in der Schlussphase keinerlei Akzente setzen. Und im Rückspiel sah das in den letzten 15 Minuten ebenfalls nicht anders aus. Auch darüber dürfte der ehrgeizige 24-Jährige nach Spielschluss sauer gewesen sein – doch dafür nur auf sich selbst.

Aber war denn nun wirklich gar nichts positiv im Spiel von PSG? “Wir haben uns den Ball ordentlich hin- und hergeschoben”, meint der deutsche Nationalspieler bitter. “Sicherlich, der Ballbesitz war auf unserer Seite, denke ich. Aber dafür kannst du dir nichts kaufen.” Doch nicht mal das: Der Ballbesitz war tatsächlich ausgeglichen.