England-Coach Southgate gibt Einblick in seine Kaderplanung

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Englands Nationalmannschaft unterzieht sich gegen die beiden in der WM-Qualifikation gescheiterten großen Fußballnationen Niederlande und Italien den letzten Tests vor der vorläufigen Kadernominierung für die WM in Russland. Doch allzu viele Leerstellen gibt es in den Überlegungen von Three Lions Coach Gareth Southgate nicht mehr, wie er gegenüber FIFA.com zugibt. Im Gespräch gibt er Einblicke in seine Kaderplanung und wie er Englands Gegner in der WM-Gruppe G einschätzt. 

Wie viele Plätze sind denn noch zu vergeben in Englands WM-Kader? “Nicht viele,” gesteht Gareth Southgate ein. “Obwohl unsere Kadervorstellungen relativ klar sind, hatten wir nicht die Gelegenheit regelmäßig zusammen zu spielen. […] Es gibt sicherlich noch einige im Kader, die noch nicht vergeben sind, aber nicht viele. Wir sind jetzt, nach 18 Monaten gemeinsamer Arbeit, ziemlich überzeugt, wen wir als unsere stärksten Spieler sehen. Wir haben ein oder zwei Verletzungssorgen. Spieler, die nicht viele Minuten in dieser Saison auf dem Platz gestanden haben. Aber darüber hinaus gibt es nicht mehr allzu viele Entscheidungen zu treffen.”

Ein Beispiel für Southgates Klage über fehlende Konstanz im Kader aufgrund von Verletzungen ist Harry Kane. Auch momentan fehlt der Angreifer aufgrund einer Bänderverletzung. Auch in der Qualifikation fehlte er immer wieder. “Er war nur bei sechs der 14 Länderspiele unter mir verfügbar,” erläutert Southgate. “Aber in diesen sechs Spielen schoss er sieben Tore. Man muss kein Raketenwissenschaftler sein, um zu verstehen, dass das ein wichtiger Beitrag war. Wahrscheinlich genau so wichtig wie seine Tore ist seine Einstellung. Er ist ein Junge, der ein Weltklassespieler sein will. Und jetzt hat kann er auf eine Statistik verweisen, die ihn zu einem der besten Stürmer der Welt macht. Für ihn ist es aufregend, sich bei einem großen Turnier beweisen zu können.”

Doch natürlich kommt es nicht nur auf Starstürmer Harry Kane an. Bei einer WM ist der Teamgeist einer der entscheidenden Faktoren, der häufig schon zu großen Überraschungen geführt hat. Positiv, wie negativ. Bezüglich dessen macht sich Nationaltrainer Southgate bei England keine Sorgen. “Sie sind eine Gruppe, mit der man gut arbeiten kann. Sie schätzen die Gesellschaft der anderen. Viele von ihnen haben im Jugendbereich bereits zusammengespielt und die meisten sind seit einiger Zeit schon in diesem englischen Nationalteam. Sie kommen gut miteinander aus, es sitzen immer mit anderen leuten bei den Mahlzeiten. Es gibt keine Cliquenbildung nach Klubs. Das gibt einem eine gute Basis, auf der man aufbauen kann,” zeigt sich Southgate mit dem Spirit bei den Three Lions zufrieden.

Southgate über die Vorrundengegner bei der WM

Zusätzlich zum Teamgeist scheint auch der Spielplan dem englischen Team in die Karten zu spielen. Los geht es gegen Tunesien. Ein Auftaktspiel, dass England ob der größeren individuellen Klasse gewinnen sollte. Auch wenn Southgate warnt: “Sie sind ein aufregendes Team, mit einigen Instinktfußballer, die gegen jeden Gegner Tore erzielen können.”

Im zweiten Gruppenspiel wartet der größte Außenseiter, Pananma. “Wir haben gelernt, dass sie eine Mannschaft mit unglaublichem Willen bilden. Ihr Weg zur WM ist eine fantastische Geschichte. Man sieht die Energie, die sie haben. Sie verfügen über eine gute Organisation und werden voller Hoffnung und Optimismus antreten. Sie werden ein gefährlicher Gegner für jeden,” will der Nationaltrainer auch gegen Panama die Konzentration hoch halten.

Im abschließenden Vorrundenspiel sollte es, läuft alles nach Plan, nur noch um den Platz 1 oder 2 gehen. Dann trifft England auf Belgien. “Bezüglich ihrer individueller Stärken und Schwächen, werden die Belgier keine Überraschung mehr darstellen. Diese Mannschaft ist so schon seit einiger Zeit zusammen. Sie hatten einen guten Lauf bei der WM in Brasilien und haben viele Spieler mit 50 oder mehr Länderspielen. Es ist also eine Mannschaft an der Spitze ihrer Entwicklung.”