England und Kroatien im zweiten Halbfinale – Russland raus

Kroatien
DarioZg / Shutterstock.com

England und Kroatien haben den Sprung unter die letzten Vier dieser Weltmeisterschaft gepackt. Die beiden Kontrahenten trennt nur noch der Sieg gegen den jeweils anderen im zweiten Halbfinale, um in das weltweit meistbeachtete Fußballspiel, das WM-Finale einzuziehen. Während England gegen über weite Strecken zu biedere Schweden souverän mit 2:0 siegte, benötigte Kroatien nun im zweiten K.O.- Spiel in Folge bei dieser WM den Umweg Elfmeterschießen, um sich zum Sieger zu küren. 

Auf Seite der Schweden musste Krafth rechts hinten den gelbgesperrten Lustig ersetzen. Außerdem kehrte der zuvor gesperrte Stammspieler Larsson für Svensson ins zentrale Mittelfeld zurück. Englands Nationaltrainer Gareth Southgate dagegen war weder gezwungen, noch sah er die Veranlassung seine Startelf im Vergleich zum Achtelfinale zu verändern.

Und der Auftritt seiner Three Lions sollte ihm Recht geben. Denn vom Start weg präsentierten sich die jungen Wilden aus England ganz anders als ihr Ruf. Cool, ballsicher und geduldigen ließen sie die Kugel in den eigenen Reihen zirkulieren. Allerdings brachte dies noch nicht die große Torgefahr. Doch nicht um sonst sind die Engländer die Standardkönige dieser Weltmeisterschaft. Bereits sieben Treffer vielen nach ruhenden Bällen für die Three Lions. Und so war es auch diesmal wieder eine Ecke, die die Führung brachte. Young trat diese nach innen und der wuchtige Innenverteidiger Maguire setzte sich im Strafraum gegen Forsberg durch, sodass er in der 30. Minute zum 1:0 einköpfen konnte.

Wer nun wütende Gegenangriffe der Schweden erhofft hätte, sah sich enttäuscht. Denn die Engländer wurden mit der Führung im Rücken nur noch dominanter. Schweden kam nicht vors englische Tor und die einzige nennenswerte Gelegenheit vor der Pause hatte so Sterling, der aber vergab.

Doch nach der Pause auf einmal die große Kopfballmöglichkeit für Stürmer Berg. Englands Torhüter Pickford bewahrte seine Farben jedoch mit einem starken Reflex vor dem Ausgleich. In der Folge nahm England wieder das Heft des Handelns in die Hand und verwaltete die Führung ohne Probleme. Mehr noch: In der 59. Minute kamen die Three Lions erneut durch einen Kopfball zum 2:0, diesmal aber aus dem Spiel heraus. Lingard flankte auf Alli, der aus kurzer Distanz nur noch einköpfen musste.

Schweden wurde zwar mutiger und kam zu Chancen, diese vereitelte aber Keeper Pickford allesamt bravourös, sodass am Schluss der verdiente, wenn auch wenig glanzvolle 2:0-Sieg der Engländer Bestand hatte. Das Achtelfinale im Elfmeterschießen gewonnen, das Viertelfinale dank einer hervorragenden Torhüter-Leistung: Was ist nur mit dieser englischen Mannschaft los?

Wieder Elfmeterschießen: Kroatien schlägt Gastgeber Russland

Russlands Trainer Stanislav Cherchesov rotierte lediglich auf einer Position im Vergleich zum Achtelfinale seiner Mannschaft gegen die Spanier, das Russland im Elfmeterschießen mit 4:3 gewann. Routinier Yuri Zhirkov musste gegen Kroatien mit einem Platz auf der Bank Vorlieb nehmen. Ihn plagten Sehnenprobleme am Schienbein. Dafür kehrte Denis Cheryshev in die Startformation zurück, der bereits in der Gruppenphase drei Torerfolge feiern konnte.

Auch Cherchesovs kroatischer Trainerkollege Zlatko Dalic veränderte seine Startformation auf einer Position. Durch die Hereinnahme des Hoffenheimer Stürmers Andrej Kramaric, der leicht hinter Mandzukic agierte, für den defensiven Mittelfeldspieler Marcelo Brozovic war klar, in welche Richtung es für die Kroaten gehen sollte. Nämlich auf das Tor von Igor Akinfeev hin.

Die Partie begann offen. Beide Mannschaften begannen mutig und zielstrebig, was schnell in ersten Torannäherungen mündete. Russland hatte die erste Chance durch Dzyuba in der fünften Minute. Zwei Zeigerumdrehungen kam der starke Frankfurter Rebic zu einem ersten Versuch. In Folge dieser Gelegenheit wurde Kroatien dominanter, drückte Russland weiter zurück, konnte sich aber auch keine weiteren Torchancen herausspielen. Anders erging es den Russen zunächst auch nicht. Doch ihr nächster Abschluss hatte es in sich. Cheryshev spielte im Mittelfeld einen Doppelpass mit Dzyuba, verschaffte sich so den nötigen Platz für einen Abschluss und nutzte diesen per 20-Meter-Schlenzer für die herrliche 1:0-Führung Russlands in der 31. Minute.

Doch die kroatische Antwort sollte nicht lange auf sich warten lassen. Und diese gab ebenfalls ein neu in die Mannschaft gerückter Spieler. Andrej Kramaric verwertete eine Mandzukic-Flanke stark per Kopf zum 1:1-Ausgleich in der 39. Minute. Mit diesem Ergebnis ging es zum Pausentee.

Aufregung in der Verlängerung – Kroatien cool im Elfmeterschießen

Nach der Pause startete das Spiel mit viel Kampf und wenig Offensivfußball. Bis Ivan Perisic aus sieben Metern nach einem schönen kroatischen Angriff überlegt abzog – allerdings nur den Innenpfosten traf. Diese Riesenchance leutete den kroatischen Sturmlauf ein. Doch ein ums andere Mal wehrten die russischen Verteidiger die kroatischen Angriffe ab. So ging es ohne weitere Aufreger in die Verlängerung.

Und diese sollte dafür mit jeder Menge Aufregung entschädigen. Denn in der 101. Minute traf der kroatische Verteidiger Vida per Kopf zur vermeintlichen Vorentscheidung, dem 2:1 für seine Farben. Doch was Vida auf der einen Seite kann, kann Mario Fernandes auch auf der anderen. So sorgte der russische Rechtsverteidiger ebenfalls per Kopf für den viel umjubelten Ausgleich fünf Minuten vor Ende der Verlängerung.

So musste bei diesen beiden Mannschaften erneut das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Smolov vergab gleich den ersten russischen Elfmeter, was wenig später durch Kovacics Fehlschuss ausgeglichen wurde. Doch auch Mario Fernandes, der Held der Verlängerung, scheiterte vom Punkt. Die Kroaten blieben cool und trafen ihre Schüsse. Und zogen somit ins Halbfinale gegen England ein.