Erneute Überraschungen: Das ist Jogis WM-Kader für Russland

So sieht das neue Deutschland Trikot 2018 für die WM in Russland aus
Foto: Twitter / @DFB_Team

Am heutigen Dienstag hat Bundestrainer Joachim Löw im Deutschen Fußball-Museum in Dortmund seinen vorläufigen WM-Kader für Russland bekannt gegeben. 27 Spieler wurden benannt, vier müssen noch gestrichen werden. Manuel Neuer wurde berücksichtigt, Mario Götze dagegen nicht. Eine echte Überraschung im Sturm: Anstatt Sandro Wagner nominierte Löw den Freiburger Nils Petersen. Außerdem gab der DFB bekannt, dass die Verträge von Joachim Löw und Oliver Bierhoff verlängert wurden.

Vor der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders hat es einen Paukenschlag gegeben. DFB-Präsident Reinhard Grindel gab bekannt, dass der Vertrag mit Bundestrainer Joachim Löw bis zur WM 2022 verlängert wurde. Auch Team-Manager Oliver Bierhoff wird dem DFB noch länger erhalten bleiben. Der Vertrag des Europameisters von 1996 wurde gar bis zum Jahr 2024 ausgedehnt.

Am 4. Juni muss Löw seinen endgültigen Kader benennen. Aus dem vorläufigen Aufgebot werden noch vier Spieler gestrichen. In seinen vorläufigen WM-Kader berief Löw erwartungsgemäß Torhüter Manuel Neuer (32), der voraussichtlich kein Pflichtspiel mehr für die Bayern absolvieren wird. Nur im Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt hätte er noch eine Chance, zu spielen. Der Bundestrainer möchte sich im Trainingslager in Südtirol selbst ein Bild von Neuers Fitnesszustand machen.

Über Manuel Neuer und die Situation im Tor sagte Löw: „Wir haben vier Torhüter nominiert. Wir haben eine Verantwortung gegenüber der Gesundheit der Spieler, aber auch gegenüber den Fans. Die Frage ist, kann er die WM spielen oder nicht. Da müssen beide Seiten ehrlich zueinander sein. Manuel sagt, er kann voll belasten. Er ist unser Kapitän. Aber ohne Spielpraxis kann man eben keine WM spielen. Er trainiert jetzt bei Bayern, dann bei uns. Ende Mai werden wir ein offenes Gespräch miteinander führen.“

Götze und Wagner fehlen im WM-Kader – Reus und Petersen sind dabei

Dortmunds Mario Götze zählt nicht zum vorläufigen Aufgebot. Der Final-Torschütze von 2014 wird in Russland also definitiv nicht mit dabei sein. Zu wechselhaft war seine Saison beim BVB. Ebenso fehlen seine Mannschaftskollegen André Schürrle und Julian Weigl. Marco Reus steht allerdings im Aufgebot. Er war zuletzt einer der wenigen konstant starken Spieler bei den Dortmundern und hatte sich nach einer langen Verletzung schnell wieder in Top-Form geschossen. Löw sagte über den oft verletzten Offensiv-Star: „Bei Marco Reus bin ich glücklich, dass er ohne Verletzungen die letzten Woche gespielt hat. Marco hat eine Gabe, etwas ganz besonderes. Er steht bei uns für außergewöhnliche Dinge.“

Lange wurde diskutiert, ob Sandro Wagner oder Mario Gomez für das Sturmzentrum berufen werden. Nun herrscht Gewissheit: Löw nominierte den Stuttgarter Gomez in das vorläufige Aufgebot. Bitter für Wagner: Es wurde tatsächlich ein zweiter „echter“ Stürmer nominiert. Doch dabei handelt es sich nicht um Wagner, sondern um Nils Petersen (29) vom SC Freiburg, der in der abgelaufenen Spielzeit 15 Treffer erzielte.

Petersen absolvierte noch kein A-Länderspiel, gewann aber 2016 mit der deutschen Olympia-Auswahl in Rio die Silber-Medaille und wird beim DFB sehr geschätzt. Beim Olympia-Turnier wurde Petersen mit sechs Toren gar Torschützenkönig. Gut möglich, dass er als Joker-Option mit nach Russland fliegen darf. Petersen ist der Spieler mit den meisten Joker-Toren der Bundesliga-Geschichte. Dennoch gilt der Neuling auch als Streich-Kandidat für den endgültigen Kader. Bei der Bekanntgabe in Dortmund sagte Löw über Petersen: „In Freiburg hat er 15 Tore erzielt. Immer, wenn ich ihn gesehen habe, hat er einen sehr fitten Eindruck gemacht. Er ist ein toller Joker. Von ihm verspreche ich mir einiges.“

Der vorläufige WM-Kader in der Übersicht

Tor:
Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Manuel Neuer (FC Bayern München), Kevin Trapp (Paris Saint-Germain), Bernd Leno (Bayer 04 Leverkusen)
Abwehr:
Jerome Boateng (FC Bayern München), Mats Hummels (FC Bayern München), Joshua Kimmich (FC Bayern München), Jonas Hector (1. FC Köln), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Niklas Süle (FC Bayern München), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC), Jonathan Tah (Bayer 04 Leverkusen), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach)
Mittelfeld & Angriff:
Thomas Müller (FC Bayern München), Timo Werner (RB Leipzig), Toni Kroos (Real Madrid), Marco Reus (Borussia Dortmund), Sami Khedira (Juventus Turin), Mesut Özil (FC Arsenal), Leroy Sané (Manchester City), Julian Brandt (Bayer 04 Leverkusen), Julian Draxler (Paris Saint-Germain), Ilkay Gündogan (Manchester City), Leon Goretzka (FC Schalke 04), Mario Gomez (VfB Stuttgart), Sebastian Rudy (FC Bayern München), Nils Petersen (SC Freiburg)

Die Entscheidungen für und gegen gewisse Spieler seien nicht leicht gefallen, so Löw. „Mein Job als Bundestrainer ist es, leider auch manchmal Träume platzen zu lassen. Ich entscheide nie gegen den Spieler, sondern für die Mannschaft. Es hängt manchmal an Kleinigkeiten. Die Entscheidungs-Kriterien sind die sportliche Qualität, das ist eine zentrale Rolle, und dass die Mannschaft auf und außerhalb des Platzes funktionieren muss“, so Löw bei der Pressekonferenz in Dortmund. Erwartungsgemäß steht z.B. Emre Can vom FC Liverpool nicht im Kader. Der defensive Mittelfeldspieler leidet seit März an Rückenproblemen.

So geht es für den vorläufigen WM-Kader weiter

Am 23. Mai wird der vorläufige WM-Kader nach Eppan (Südtirol) ins Trainingslager reisen. Vom 27. bis 31. Mai wird auch die deutsche U-20-Nationalmannschaft dazu stoßen, um „spezifische Trainingseinheiten mit der A-Mannschaft“ zu absolvieren. Auch ein Testspiel zwischen U-20 und A-Elf steht auf dem Fahrplan.

Am 2. Juni spielt „Die Mannschaft“ in Klagenfurt in einem offiziellen Test gegen Österreich. Zwei Tage später wird Joachim Löw seinen endgültigen 23-Mann-Kader bekannt geben. Vier Spieler, darunter ein Torwart, müssen bis dahin noch gestrichen werden.

Am 8. Juni steht für das DFB-Team der finale Test auf dem Programm. Gegen Saudi-Arabien steht das letzte Testspiel vor der WM in der Leverkusener BayArena an. Am 12. Juni reist das Team nach Russland und wird im Dorf Vatutinki bei Moskau campieren. Im Moskauer Luschniki-Stadion wird die Nationalmannschaft am 17. Juni (17.00 Uhr MESZ) gegen Mexiko das erste WM-Gruppenspiel bestreiten. Am 23. Juni spielt die Elf von Trainer Löw in Sotschi gegen Schweden. Das abschließende Gruppenspiel findet am 27. Juni in Kasan gegen Südkorea statt.