Erstes Interview nach öffentlichem Wechselwunsch – hat Lewandowskis Vorgehen Methode?

Robert Lewandowski
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Nun spricht Lewandowski! Nachdem Berater Pini Zahavi am Mittwochmorgen verlauten ließ, dass der Starstürmer des FC Bayern München den Verein verlassen möchte, wurde nun Robert Lewandowski selbst zum Thema Wechsel befragt. Seine Antworten sind kryptisch, seine Vorgehensweise fällt allerdings auf.

„Robert fühlt, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere braucht. Die Verantwortlichen des FC Bayern wissen darüber Bescheid.“ Das sagte Lewandowski-Berater Pini Zahavi am Mittwoch. Lewandowski selbst weilt gerade im Trainingslager der polnischen Nationalmannschaft. „Das sind Dinge, um die sich mein Agent kümmert. Ich konzentriere mich auf die Vorbereitung für die WM, das ist am wichtigsten. Ich denke an nichts anderes“, so der Stürmer äußerst kryptisch und schmallippig.

Lewandowski hat in seiner Karriere schon des Öfteren Wechselgedanken geäußert, bzw. äußern lassen. Hat diese Vorgehensweise sogar Methode? Es fällt auf, dass immer, wenn der 29-Jährige bei der polnischen Nationalelf weilt, Wechsel-Pläne, -Wünsche oder -Gerüchte auftauchen.

2010 wollte Lewandowski unbedingt zu Borussia Dortmund wechseln und erzwang schließlich seinen Wechsel von Lech Posen. Im Sommer 2013 forcierte der Pole seinen Wechsel zum FC Bayern München. Auch zu dieser Zeit hielt er sich bei der Nationalmannschaft auf. Dortmund blieb noch ein Jahr hart. 2014 wechselte Lewandowski ablösefrei. Auch im Mai 2016 pokerte der Pole, als er aus dem „Machtbereich“ der Bayern verschwand. Seine damaligen Berater Cezary Kucharski und Maik Barthel sprachen von einem Real-Madrid-Angebot. Der Spieler selbst war – mal wieder – bei der Nationalelf. Im September 2017 kritisierte der Stürmer in einem Interview mit dem „Spiegel“ die Transferpolitik der Bayern. Demnach müsse sich der Verein „etwas einfallen lassen und kreativ sein, wenn man weiter Weltklassespieler nach München lotsen will“.

Findet Lewandowski noch vor der WM einen neuen Verein?

Ist bereits vor der WM mit einer Entscheidung zu rechnen? Angeblich möchte Berater Pini Zahavi einen möglichen Deal noch vor dem Turnier in Russland abwickeln. Am 14. Juni fällt allerdings bereits der Startschuss in Moskau. Bis dahin wird sich Lewandowksi weiter intensiv mit der polnischen Nationalmannschaft auf das Turnier vorbereiten. Ob der FC Bayern München seinen Topstürmer tatsächlich ziehen lässt, ist mehr als fraglich. Lewandowski besitzt in München noch einen Vertrag bis zum Sommer 2021.

Polen trifft in der Gruppenphase auf den Senegal, Kolumbien und Japan. Lewandowski absolvierte bislang 93 Länderspiele. Dabei erzielte er 52 Tore und bereitete 17 Treffer vor. Es wird Lewandowskis erste Weltmeisterschaft. In der Bundesliga wurde er in der abgelaufenen Spielzeit erneut Torschützenkönig (29 Tore in 30 Spielen). In vier Jahren München schoss der Pole ohnehin Tor um Tor – in 195 Pflichtspielen sind es mittlerweile 151 Treffer und 35 Vorlagen. Lewandowskis Marktwert wird derzeit auf 90 Millionen Euro beziffert.