Europameister Portugal startet mäßig ins WM-Jahr

Crisitiano Ronaldo
Foto: Fanny Schertzer / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Nach dem äußerst knappen Sieg gegen Ägypten verlor Portugal nun sein zweites Testspiel in dieser Länderspielpause deutlich mit 3:0 gegen die Niederlande. Der eigentlich so defensivstarke Europameister ließ zwar noch einige Alternativen auf der Bank, trat aber dennoch keineswegs mit einer B-Elf an. So könnte die herbe Niederlage ein Weckruf zur richtigen Zeit vor der WM-Endrunde sein. 

Beim Aufeinandertreffen mit Ägypten, die sich als enorm zäher Gegner erwiesen, konnte sich Portugal noch auf seinen Superstar Cristiano Ronaldo verlassen. Nachdem Mohamed Salah, der Goalgetter auf gegnerischen Seiten, Ägypten in Führung gebracht hatte, sah lange alles nach einem Sieg der Nordafrikaner aus. Doch in der 92. und 94. Minute war Ronaldo zweimal per Kopf zur Stelle und drehte noch das Ergebnis.

Das war gegen die Niederlande nicht mal mehr dem formstarken Angreifer von Real Madrid möglich. Denn bereits zur Halbzeit führte die Elftal mit 3:0. Mephis Depay verwertete in der 11. Minute einen missglückten Abschluss von Mitspieler Donny van de Beek. Das 2:0 besorgte Ex-Bundesliga-Legionär Ryan Babel (TSG Hoffenheim). Und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte stellte der frisch gekürter Oranje-Kapitän Virgil van Dijk auf 3:0. Wie sein Liverpool-Kollege Georginio Wijnaldum stand der teuerste Verteidiger der Welt in der Startelf der Niederlande. Allerspätestens war die Messe gelesen, als Portugals Verteidiger Joao Cancelo in der 68. Minute mit der Ampelkarte vom Platz flog. Am Ergebnis änderte sich somit nichts mehr.

Portugal noch mit zahlreichen Alternativen

Mehr als ein Zeichen zu gesteigerter Achtsamkeit war die Niederlage für Portugal aber definitv noch nicht. Denn natürlich befinden sich im portugiesischen Kader noch einige Alternativen, die gegen die Niederlande nicht oder nur von der Bank aus zum Einsatz kamen. So feierte Neapels Linksverteidiger ein verunglücktes Debüt. Im Tor stand Anthony Lopes statt dem eigentlich gesetzten Rui Patricio.

Und auch Offensiv hat Fernando Santos noch einige Trümpfe in der Hinterhand. Bernardo Silva, der bei Manchester City ein starkes Jahr spielt, saß über 90 Minuten auf der Bank. Der immer wieder mit einem Transfer zum FC Bayern in Verbindung gebrachte Gelson Martines wurde wie Joao Mario, Goncalo Guedes oder Andre Silva nur eingewechselt.

Bei der WM-Endrunde trifft Portugal neben Spanien auf die krassen Außenseiter Marokko und Iran. Ein Ausscheiden einer der beiden iberischen Nationen wäre eine Sensation.