Frankreich: Offensive Weltklasse, aber wie siehst dahinter aus?

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Frankreichs Prunkstück ist die Offensive. Antoine Griezmann ist in Top-Form. Der Stern des größten Talents des Weltfußballs Kylian Mbappe soll auch bei der WM-Endrunde aufgehen. Um die restlichen Plätze streiten sich herausragende Offensivkünstler, wie Ousmane Dembele, Anthony Martial, Kingsley Coman, Dimitri Payet, Thomas Lemar, Florian Thauvin, Alexandre Lacazette und und und. Im Angriff hat der Nationalcoach der Equipe Tricolore Didier Deschamps wahrlich die Qual der Wahl. Doch wie siehts im Rest des Kaders aus? Wer kämpft im Tor, der Verteidigung und im Mittelfeld bei Les Bleus um die Plätze?

Tor: Einen wirklichen Kampf um den Platz im Tor der Franzosen gibt es nicht. Hugo Lloris ist die klare Nummer 1 zwischen den Pfosten und Kapitän der Equipe Tricolore. Auch wenn es dafür, dass er die Spielführerbinde umlegen darf, aufgrund seines ruhigen, eher introvertierten Naturelles Kritik gab. Seine Leistungen sind sowohl im Trikot von Tottenham Hotspur, als auch in der französischen Nationalelf konstant stark, sodass an dieser keine Kritik geübt werden kann.

So kommt es auch, dass der junge, aufstrebende Herausforderer Alphonse Areola von PSG nicht über den Status eines sehr guten Ersatzmannes hinauskommen wird. Zumindest bei dieser WM-Endrunde in Russland. Schließlich hat ihm selbst eine Torwart-Legende wie Gianluigi Buffon bescheinigt, dass er alles mitbringt, um sich zu einem Weltklasse-Torhüter zu entwickeln.

Abwehr: Mehr als im Tor gibt es in der Defensive ein Hauen und Stechen um die Plätze in der Startformation. Gerade in der Innenverteidigung gibt es einen großen Pool aus jungen, aber bereits international sehr erfahrenen Spielern, aus denen Didier Deschamps wählen kann. Raphael Varane und Samuel Umtiti spielen bei den beiden spanischen Weltklubs Real Madrid und FC Barcelona. Beide sind erst 24 Jahre alt, doch gerade Varane hat sich bei Real zum unumstrittenen Stammspieler entwickelt und auch bei seinen bereits 40 Einsätzen in der Nationalelf einiges an Erfahrung gesammelt. Neben dem erfahrenen Laurent Koscielny von Arsenal London scharren einige andere junge Verteidiger mit den Hufen. Dazu zählen zum Beispiel 65-Millionen-Mann Aymeric Laporte von ManCity oder Presnel Kimpembe, der bei PSG überraschend viel Einsatzzeit bekommt. Auch der vielseitige Stuttgarter Benjamin Pavard darf sich Außenseiterchancen auf die WM ausrechnen.

Auf der rechten defensiven Außenbahnen ist der Konkurrenzkampf nicht ganz so ausgeprägt. Dort dürfte Djibril Sidibe vom AS Monaco die Nase vorne haben. Bei zwei Toren und fünf Vorlagen in dieser Saison in der Ligue 1 für die Monegassen ist klar, dass er den Weg nach vorne nicht scheut. Links herrscht ein harter Dreikampf. Lucas Digne vom FC Barcelona, Benjamin Mendy von Manchester City und Layvin Kurzawa duellieren sich um den Platz links hinten. Allein die Arbeitgeber der drei lassen erahnen, dass es ein Kampf auf sehr hohem Niveau ist.

Mittelfeld: So ist es auch im zentralen Mittelfeld. Drei Plätze gibt es hinter dem Dreiersturm zu vergeben. Kandidaten dafür gibt es viele. Sicher spielen dürfte Ngolo Kante. Der Stratege des FC Chelsea mauserte sich seit seinem Durchbruch bei Leicester City im Jahr der Sensationsmeisterschaft zu einem der besten Mittelfeldspieler der Premier League. Dazu gehört vom Potenzial her auch Paul Pogba. Doch zu schwankend waren oft seine Leistungen bei Manchester United. So konnte er die, zugegebenermaßen auch astronomisch hohen, Erwartungen noch nicht ganz befriedigen. Doch dennoch könnte er für Frankreich eine zentrale Rolle einnehmen.

Neben diesen beiden kommen vor allem drei aufstrebende Talente und drei routiniertere Mittelfeldspieler in Frage. Adrien Rabiot von PSG, Timoue Bakayoko der neben Kante das defensive Mittelfeld Chelseas beackert oder Corentin Tolisso vom FC Bayern stünden für die zukunftsträchtigere Variante, keiner von ihnen ist älter als 23. Steven Nzonzi vom FC Sevilla, Moussa Sissoko oder Blaise Matuidi stehen für mehr Erfahrung und Ruhe. Wie auch immer sich Didier Deschamps auf der Position, die er selbst einst bekleidete, entscheiden wird, hohe Qualität ist auf jeden Fall garantiert.