Geringe Spielanteile für Draxler kein Problem: “Bin voll im Saft!”

So sieht das neue Deutschland Trikot 2018 für die WM in Russland aus
Foto: Twitter / @DFB_Team

Zu sagen, die Konkurrenzsituation in der Offensive von Paris Saint-Germain habe sich im letzten Sommer verschärft, ist maßlos untertrieben. Neymar eisten die Pariser für astronomische 222 Mio. Euro vom FC Barcelona los. Dazu liehen die Hauptstädter Kylian Mbappe, das größte Fußballtalent weltweit, von Monaco aus. Bei Nichtabstieg, den die Pariser bereits sicher haben, greift eine Kaufpflicht in Höhe von 180 Mio. Euro inklusive eventueller Boni. Die beiden sind natürlich gesetzt, dazu Rekordtorschütze Edinson Cavani. Für den deutschen Nationalspieler Julian Draxler bedeutet dieses Star-Aufgebot zumeist eins: die Bank. 

Doch wirklich Sorgen oder gar ein gewisses Maß an Selbstkritik scheinen die Kurzeinsätze in Draxler nicht auszulösen. “Ich bin voll im Saft”, behauptet der 24-Jährige von sich, dennoch reicht es immer nur zu kurzen Jokereinsätzen im Trikot von PSG. Kein überzeugendes Bewerbungsschreiben an Joachim Löw. Dennoch ist sich Draxler sicher: “Ich fahre zur WM, um Spielpraxis zu bekommen und möchte da eine wichtige Rolle spielen.”

So einfach wie beim Confed-Cup im vergangenen Sommer, bei dem Draxler die deutsche Mannschaft als Kapitän auf den Platz führte, wird das in diesem Jahr in Russland aber sicherlich nicht. Eine WM ist kein Trainingslager, in dem Spieler sich an ihre Top-Form herantasten können. Wer im Verein am meisten überzeugt, steht auch bei Bundestrainer Joachim Löw am deutlichsten im Fokus.

Und da ist bei dem ehemaligen Schalker und Wolfsburger noch reichlich Luft nach oben. Im Champions League Kracher gegen Real Madrid wurde er kurz vor Schluss eingewechselt, setzte keinerlei Akzente. Von seinen 20 Ligue 1-Einsätzen in dieser Saison dauerten lediglich vier die vollen 90 Minuten. Mit zwei Tore und drei Vorlagen drängt er sich PSG-Coach Unai Emery auch nicht gerade als unverzichtbare Alternative auf.  Anders etwa als Angel di Maria. Ebenfalls hinter dem glorreichen Dreizack Neymar, Cavani, Mbappe ins zweite Glied gerutscht, steuerte der erfahrene Argentinier aber bereits sechs Tore und genauso viele Vorlagen in 19 Einsätzen bei.

So dürfte Julian Draxler zwar Teil des deutschen WM-Aufgebots sein, doch auch in Joachim Löws Aufstellung könnte ihm sein Stammplatz dieser Saison blühen: die Ersatzbank. Denn mit Gündogan, Kroos und Khedira haben drei zentrale Mittelfeldspieler zuletzt Topform nachgewiesen. Und im 4-3-3 könnte der Platz für Draxler in der deutschen Nationalelf ebenso eng werden, wie im gleichen System bei PSG.