Gomez zeigt sich demütig bezüglich WM-Rolle

Mario Gomez
Foto: Harald Loos / Wikipedia (CC BY 3.0)

Sandro Wagner setzt auf forsche und selbstbewusste Ansagen im Kampf um einen Platz im deutschen Kader für die Weltmeisterschaft in Russland. Sein größter Konkurrent im Sturmzentrum, gerade nach dem Ausfall von Lars Stindl und Serge Gnabry, ist Mario Gomez. Und der Stuttgarter geht einen gänzlich anderen Weg als Wagner. Bescheiden, zurückhaltend, geradezu demütig äußert sich der 73-malige Nationalspieler bezüglich seiner Erwartungen für die kommende WM.

„Ich will einfach Teil dieser tollen Mannschaft sein und ihr das zur Verfügung stellen, was ich kann. Früher habe ich gesagt, ich bin kein Einwechselspieler. Heute sind auch drei Minuten okay für mich,“ erkennt Gomez den Umstand an, dass er nicht mehr der zentrale Mann in der deutschen Offensive ist. Einerseits ist der Stürmer mittlerweile 32 Jahre alt und nicht mehr auf seinem höchsten spielerischen Level. Andererseits hat sich auch das Spiel der Nationalmannschaft verändert. Der Stellenwert einer klassischen Nummer 9, wie sie noch Miroslav Klose oder eben Mario Gomez verkörperte, ist unter Joachim Löw in den letzten Jahren gesunken.

Dennoch können durch Gomez oder Wagner neue Impulse in ein Spiel gebracht werden. Für Wagner spricht die aktuelle Form. Doch Mario Gomez könnte der Harmonie im Team besser bekommen, gerade wenn Bundestrainer Löw mit keinem bulligen Stürmer in der Anfangsformation plant. „Ich will nicht Weltmeister werden, damit ich in ein paar Jahren meinen Espresso im Café umsonst bekomme. Ich will Teil dieser Mannschaft sein. Ich will die Momente in der Kabine erleben,“ möchte der Stuttgarter Stürmer seiner glorreichen Karriere ein weiteres Highlight hinzufügen. Dass er in Russland für Misstöne sorgt, ist somit so gut wie ausgeschlossen.

Gomez zeigt sich überrascht über souveränen Klassenerhalt

Und der Routinier befindet sich ebenfalls in guter Verfassung. Gomez erzielte seit seiner Rückkehr zum VfB in der Wintertransferperiode sechs Tore und gab zwei Vorlagen. Damit trug er dazu bei, dass sich die Schwaben schon frühzeitig keine Sorgen mehr um den Klassenerhalt machen mussten. „Ich dachte, wir stecken bis zum letzten Spieltag unten drin. Der Relegationsplatz wäre für mich schon in meinen Überlegungen anfangs okay gewesen“, zeigt sich Gomez selbst überrascht über diese souveräne Saison. „Dass wir es jetzt eigentlich schon sechs Spieltage vor Schluss geschafft hatten, ist gigantisch.“ Mittlerweile können die Stuttgarter sogar mit einem Auge Richtung Europapokal Qualifikation schielen.