Goretzka-Berater versteht die Aufregung nicht: Wechsel ist “logisch”

Lars Stindl
Foto: Кирилл Венедиктов / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Die Emotionen in Gelsenkirchen sind weiter am Köcheln – auch nachdem Leon Goretzka sein erstes Spiel vor heimischer Kulisse nach Bekanntgabe seines Wechsels zum FC Bayern München hinter sich hat. Nun hat sich Goretzkas Berater, Jörg Neubauer, in einem Podcast der “Berliner Morgenpost” deutlich hinter seinen Schützling gestellt.

Einige Fans werfen Goretzka vor, sich nicht an Absprachen mit dem Verein gehalten zu haben. Demnach soll es im vergangenen Sommer um eine vorzeitige Vertragsverlängerung beim FC Schalke gegangen sein. Dem Vernehmen nach soll eine Ausdehnung des Vertrages so gut wie sicher gewesen sein. „Ein Vertrag im Fußball ist dann fix, wenn er unterschrieben wird. Wir haben auf dem Weg dahin mit einigen Vereinen gesprochen, die sich für Leon interessiert haben“, so Neubauer im Wortlaut. „Im Sommer stand es ja überhaupt nicht zur Debatte, dass er transferiert wird. Wenn man gewollt hätte, hätte man ihn verkaufen können – wie man es bei Leroy Sané oder Julian Draxler auch gemacht hat. Man hat gesagt, wir wollen unsere Ziele mit Leon erreichen. Das impliziert auch, dass man in Kauf genommen hat, dass man den Spieler gegebenenfalls ablösefrei verliert.“

Neubauer verteidigt gleichzeitig aber auch den Verein und sagte, dass S04 „überhaupt keinen Fehler gemacht” habe. „Sie haben sehr, sehr frühzeitig begonnen, mit uns zu sprechen, haben sehr, sehr nachhaltig deutlich gemacht, was man mit Schalke 04 vorhat, was dort passieren soll. Sie haben auch vertraglich sehr, sehr große Anstrengungen unternommen, die es so auf Schalke noch nicht gegeben hat. Es ist einfach so, dass Leon abgewogen hat, wie er seine Situation sieht und wie er sie in der Zukunft sehen möchte.“

Des Weiteren zog Neubauer den Vergleich zu Goretzkas vorherigem Wechsel. „Er war schon in Bochum so gut, dass er damals die Gelegenheit hatte, zu Bayern, Dortmund, bzw. halb Europa zu wechseln. Das hat er nicht getan, weil es genau der falsche Schritt gewesen wäre. Er hat dann fünf Jahre auf Schalke gespielt, ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Nationalelf geworden und geht jetzt eben den nächsten Schritt.“ Für Neubauer sei der Wechsel „ein ganz normaler, logischer Ablauf in seiner Karriere“.

Leon Goretzka wechselte 2013 vom VfL Bochum zum FC Schalke 04 und reifte dort zum Nationalspieler (12 Spiele / 6 Tore). Auch bei der kommenden Weltmeisterschaft in Russland ruhen viele der deutschen Hoffnungen auf den Schultern des 22-Jährigen.