Gruppe B: Pechvogel Bouhaddouz – Marokko verliert gegen den Iran

Gruppe B

Mit einem glücklichen 1:0 in der Nachspielzeit sicherte sich der Iran in St. Petersburg den zweiten Sieg in ihrer WM-Geschichte (nach einem 2:1 1998 gegen die USA). Das Team von Trainer Carlos Queiroz war lange Zeit unterlegen – gewann aber schließlich durch ein sehr spätes Eigentor eines Deutschland-Legionärs.

Im Team der Marokkaner liefen unter anderem die internationalen Stars Benatia (Juventus Turin, früher Bayern München), Ziyech (Ajax Amsterdam) und Harit (FC Schalke 04) auf. Irans Coach Queiroz vertraute unter anderem auf Amiri und Ansarifard, die im Test gegen Litauen (1:0) noch zusehen mussten. Der ehemalige deutsche Jugend-Nationalspieler Ashkan Dejagah musste aufgrund von Knieproblemen zuschauen.

Marokko startete sehr stark in die Partie und kam mit viel Tempo über die Flügel. Der Schalker Harit hatte in der 2. Minute die erste Gelegenheit. Nur wenige Sekunden später hatte Ziyech eine Möglichkeit, doch er trat freistehend in aussichtsreicher Position über den Ball. Ein weiterer Versuch von El Kaabi ging in der 9. Minute nur knapp vorbei. Der Iran hatte in der Anfangsphase Glück, wurde von den Nordafrikanern spielerisch fast überrollt. In der 20. Minute hatten Ziyech, Belhanda und Benatia gar eine Dreifachchance. Doch mit vereinten Kräften verhinderten die Iraner den Rückstand. In der Folge ging den Marokkanern etwas die Luft aus – der Iran tat sich offensiv aber weiterhin schwer. Erst in der 43. Minute spielten die Vorderasiaten einen sehenswerten Konter. Azmoun vergab schließlich freistehend vor Keeper Munir die Führung. Auch beim Nachschuss von Jahanbakhsh hielt der Goalie sehenswert. Mit dem 0:0 ging es in die Pause.

St. Paulis Bouhaddouz entscheidet das Spiel für den Iran

Auch in der 2. Halbzeit gab Marokko Gas und wollte unbedingt die Führung erzielen. Der Iran lauerte auf Konter und stand nun defensiv besser. In der Folge entwickelte sich ein eher zäheres Spiel als im ersten Abschnitt. Marokkos Trainer Renard brachte in der 77. Minute Bouhaddouz (FC St. Pauli) für El Kaabi. Erst in der 81. Minute gab es die erste gefährliche Szene des zweiten Abschnitts zu sehen: Ziyech schloss ab, Beiranvand parierte glänzend. In den Schlusssekunden jubelten aber plötzlich die Iraner: St.-Pauli-Profi Bouhaddouz lenkte einen Freistoß mit einem Flugkopfball ins eigene Netz ab (90.+5).

Die Iraner gewannen somit mit 1:0 und sind damit erster Tabellenführer der Gruppe B. Im zweiten Spiel trennten sich Portugal und Spanien 3:3. Die Marokkaner treffen am Mittwoch (14.00 Uhr) in Moskau auf Europameister Portugal. Der Iran spielt um 17.00 Uhr in Kasan gegen Spanien.