Gruppe C: Frankreich startet mit Stottersieg ins Turnier

Mit Frankreich betrat einer der ganz großen Favoriten auf den Turniersieg am Samstag die WM-Bühne. Griezmann, Mbappe, Giroud, Lemar, Dembele, Fekir… gerade in der Offensive hat Didier Deschamps eine Weltklasseauswahl, aus der er schöpfen kann. Und das musste er gegen den ersten Gegner Australien auch. Schließlich war schon vor dem Spiel klar, dass die Socceroos zwar fußballerisch limitiert, aber extrem geschlossen und kampfstark auftreten. Kampf, teilweise auch Krampf, ein Videobeweis, persönliche Aussetzer und ein viel gescholtener Superstar sollten dann auch die Partie prägen. 

Die Franzosen starteten mit zwei Bundesliga-Legionären in die Partie. Benjamin Pavard, der junge Verteidiger vom VfB Stuttgart, startete rechts hinten. Und im zentralen Mittelfeld durfte sich Corentin Tolisso anstelle von Matuidi neben Paul Pogba versuchen. Aus dem breiten Offensivangebot von Frankreich wählte Deschamps zum Anpfiff die flinken Mbappe, Dembele und Griezmann. Auch Australiens Nationaltrainer Bert van Marwijk vertraute zwei Bundesliga-Profis in der Startformation. Robbie Kruse von Zweitligist VfL Bochum und Hertha BSCs Matthew Leckie bildeten die australische Flügelzange.

Offensiv kamen die beiden aber zunächst gar nicht zur Entfaltung. Vielmehr startete Frankreich furios, entfachte viel Druck und kam zu ersten Gelegenheiten und Abschlüssen. Die größte Chance hatten nach 17. Minuten dann aber auf einmal die Socceroos, als Bayerns Tolisso eine Freistoßflanke aufs eigene Tor lenkte und Torhüter Hugo Lloris bravourös parierte. In der Folge war Australien besser im Spiel, konnte Frankreich weit weg vom eigenen Tor halten und kontrollierte auch selbst den Ball immer wieder über längere Strecken.

Video-Assistent und Torlinien-Technik bringt Frankreich den Sieg

Auch nach der Pause kam Frankreich zunächst nicht besser ins Spiel. Bis endlich mal ein schneller Konter (!) ordentlich ausgespielt wurde. Pogba schickte Griezmann steil und der wurde von Josh Rishdon an der Sechzehner-Kante zu Fall gebracht. Foul oder nicht? Innerhalb oder außerhalb des Strafraums? Fragen die der Video-Assistent klären musste. Und dieser entschied korrektermaßen auf Elfmeter für Frankreich. Griezmann verwandelte selbst unhaltbar zur französischen Führung.

Doch die sollte nicht lange halten. Denn nach einem kapitalen Aussetzer von Samuel Umtiti, der eine hohe Freistoßflanke der Australier ohne Not mit hoch erhobenen Arm weiterboxte, gab es auch für die Mannen aus down under einen Elfmeter. Und Kapitän Mile Jedinak ließ sich nicht zweimal bitten. Der nicht einmal unverdiente Ausgleich für Australien.

Mit Giroud, Fekir und Matuidi wurde der französische Druck in der Schlussphase höher, ohne aber zu den ganz großen Chancen zu kommen. Bis Paul Pogba, extrem gescholtener und sogar von den Fans ausgepfiffener Superstar, Frankreich erlösen sollte. Nach einem schönen Lauf durchs Mittelfeld inklusiver zweier Doppelpässe wollte Pogba im Strafraum eigentlich weiterpassen, doch Behich hatte den Fuß so unglücklich dazwischen, dass der Ball via Bogenlampe an der Unterkante der Latte landete. Von dort prallte die Kugel hinter die Linie und wurde von Aussie-Schlussmann Matt Ryan aufgenommen. Tor oder nicht Tor? Wieder musste die Technik helfen. Und die Torlinien-Technologie erfasste was kein menschliches Auge zweifelsfrei kann. Der Ball war mit ein, zwei Zentimeter Luft in vollem Umfang hinter der Linie. 2:1 für Frankreich, Auftaktsieg geglückt, aber sicherlich ganz anders als es sich Les Bleus vorgestellt haben.