Guardiola plant nächste Shopping-Tour nach der WM

WM 2018 Nachrichten
Foto: jarmoluk / pixabay (CC0 1.0)

Auch wenn die Skyblues die endgültige Entscheidung am Wochenende im Stadtduell gegen Manchester United durch die 2:3-Niederlage verpasst hatten: Manchester City ist der designierte Meister der Premier League. Doch das wahre Ziel des mit schier grenzenlosem Geld hochgezüchteten Übermannschaft um ihren Star-Trainer Pep Guardiola ist natürlich der Gewinn der Champions League. Und in diesem Wettbewerb verkauften sich die Citizens einmal mehr schwach. Was Guardiolas Phantasie mit Blick auf die nach der WM anstehende Transferperiode zu beflügeln scheint. 

Mit 5:1 in Addition mussten sich die Mannen von Pep Guardiola im inner-englischen Viertelfinale den Reds von Jürgen Klopp beugen. Das Vorfeld war auch zum Taktikduell hochstilisiert worden. Kühler Ballbesitz-Fußball a la Guardiola versus Klopps leidenschaftlichen, teils sogar wilden Pressing- und Angriffs-Stil. Nur in den ersten 45 Minuten des Rückspiels am Dienstag war City stärker als ihr Kontrahent aus Liverpool und schied letztlich hochverdient aus. Seine Philosophie wird Guardiola niemals ändern. Also wird in der anstehenden Sommerpause einmal mehr am Personal justiert werden.

Das Herzstück des guardiola’schen Fußballs ist das defensive Mittelfeld. Dort ist der Abgang Yaya Toures, der weder in Barcelona, noch in Manchester einen wirklichen Part in der Spielidee seines Trainers übernehmen durfte, und mittlerweile auch schon 34 Jahre alt ist, beschlossene Sache. Und noch ein zweiter defensiver Mittelfeldspieler ist in die Jahre gekommen. Fernandinho, unter dem spanischen Trainer weitaus wichtiger, ist 33. Auch über seinen Abgang wird spekuliert, ob schleichend oder abrupt. Als potenzielle Nachfolger werden vom britischen Telegraph vier Namen in den Raum geworfen: Julian Weigl, Fred, Jean Michael Seri und Jorginho.

Der 22-jährige Weigl ist ein Spieler, genau nach Guardiolas Vorstellungen. Passicher und kreativ. Außerdem könnte der Star-Trainer den jungen Deutschen unter seine Fittiche nehmen und nach seinen Vorstellungen formen. Schon zu seinen Zeiten als Bayern-Coach lobte Guardiola den Profi von Borussia Dortmund in auffälliger Regelmäßigkeit. Weigl ist noch bis 2021 an den BVB gebunden, hat keine Ausstiegsklausel, ein Transfer dürfte also teuer werden. Außerdem darf bezweifelt werden, ob die Premier League für die physisch eher schwache Passmaschine nicht noch zu früh käme.

Sicher vor einem Wechsel nach Manchester zu stehen scheint Shakhtar Donetsks Fred. Nur ist noch nicht ganz klar, ob er zu Manchester United wechselt, die ebenfalls Bedarf im defensiven Mittelfeld sehen, oder ob er seinen Landsmann Fernandinho im hellblauen Trikot von City beerbt. Als weiterer Brasilianer, allerdings mittlerweile für Italien auflaufend, wird Jorginho vom SSC Neapel gehandelt. Der 26-Jährige wäre aber wohl astronomisch teuer. Zumindest hatte Napolis exzentrischer Präsident Aurelio de Laurentiis angekündigt keine Leistungsträger abgeben zu werden. Um ihn umzustimmen müsste Guardiola wohl sehr tief in die Geldbörse der ManCity-Besitzer greifen.

Eine “günstigere” Alternative wäre da wohl Jean Michael Seri, dessen Ablöse aber immer noch auf an die 45 Mio. Euro taxiert wird. Und das obwohl das Arbeitspapier des Ivorers in Nizza im Sommer 2019 ausläuft. Der 26-Jährige hat sich unter Coach Lucien Favre in das Notizheft der Scouts einiger europäischer Spitzenklubs gespielt. Bei ihm heißt es wohl schnell handeln im Sommer.

Guardiola spekuliert auch über Veränderungen in der Verteidigung und Offensive

Schnell gehandelt hat Manchester City beim angestrebten Transfer von Riyad Mahrez im Winter nicht wirklich. Zumindest nicht schnell genug. Am Deadline Day platzte der sicher geglaubte Wechsel des algerischen Nationalspielers noch. Mittlerweile soll aber nicht mehr der Leicester City Profi die auserwählte Verstärkung für die offensive Außenbahn darstellen, sondern Thomas Lemar. Der junge Franzose strebt im Sommer einen Wechsel in die Premier League an. Bislang waren vor allem der FC Liverpool und Arsenal London, zu denen ein Wechsel im vergangenen Sommer ähnlich knapp scheiterte, wie Mahrez’ im Winter zu City, die Favoriten auf eine Verpflichtung des 22-jährigen Franzosen. Seine Ablöse dürfte am dreistelligen Bereich kratzen.

Und auch in der Defensive treiben Guardiola einige Gedankenspiele um. Obwohl er seine Viererkette ja schon in dieser Saison durch zahlreiche Wechsel zur teuersten der Fußballgeschichte machte. Doch gerade der wichtige Pfeiler im Abwehrverbund Vincent Kompany wird immer wieder von Verletzungen ausgebremst. Den jungen John Stones und Aymeric Laporte scheint Guardiola noch nicht zuzutrauen, die Defensive führen zu können. Und Nicolas Otamendi entpuppt sich immer wieder als Unsicherheitsfaktor im Aufbau, wenn man ihn unter Druck setzt. Mögliche Lösung des Problems: Toby Alderweireld. Der Belgier stellte bis zu seinen Verletzungsproblemen in dieser Saison einen der besten Premier League Verteidiger der letzten Jahre dar. Doch in diesem Sommer stehen die Zeichen zwischen ihm und Tottenham Hotspur auf Trennung. Manchester City könnte den Pool aus interessierten Vereinen noch einmal erweitern.